Xiaomi Mi Note 10 im Kamera-Test: 108 Megapixel auf dem Prüfstand

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Das Mi Note 10 besticht nicht nur mit seiner Hinteransicht
Das Mi Note 10 besticht nicht nur mit seiner Hinteransicht(© 2019 CURVED)

Mit dem Xiaomi Mi Note 10 legte das chinesische Unternehmen einen Meilenstein in der Smartphone-Fotografie. Wir haben uns das Fotowunder abermals zur Brust genommen und es auf seine Qualitäten hin getestet.

Xiaomi und gute Fotos – das passt einfach. Seit gut zwei Jahren bringt das Unternehmen aus China regelmäßig Smartphones auf den Markt, deren Kamera-Setups nicht nur mit denen der Konkurrenten Huawei und Apple mithalten, sondern sie sogar übertrumpfen können.

Noch vor wenigen Wochen haben wir das Xiaomi Mi Note 10 in Vietnam getestet: Super Motive und hervorragende Lichtverhältnisse gab es dort zur Genüge. Doch wie sieht das im trüben München aus? Dieser Frage sind wir nachgegangen.

Doch zunächst einmal ein kurzer Rückblick, schließlich hat sich seit damals einiges bei Xiaomi getan. So ließ der Handyhersteller vor kurzem verlauten, dass es das Kamera-Setup des neuen Flaggschiffs Xiaomi Mi 10 mit dem des Samsung Galaxy S20 aufnehmen soll. Dabei haben Xiaomi und Samsung gemeinsam am 108-MP-Hauptsensor, dem Samsung Isocell HMX Bright, zusammengearbeitet, der nun im Mi Note 10 werkelt.

Übrigens werkelt im Xiaomi Mi Note 10 Pro fast die gleiche Technik. Der Unterschied: Das Pro-Modell hat 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte internen Speicher. Mein Mi Note 10 hat 6 GB RAM und 128 GB ROM.

Xiaomi Mi Note 10: Außergewöhnliches Kamera-Setup

Nun soll also das Mi 10 eine mindestens genauso gute Kamera mit ebenfalls 108 Megapixeln bekommen, von weiteren drei Kameras ist die Rede. Wie sich dieses auf dem Papier außergewöhnliche Setup schlagen wird, bleibt noch offen. Fakt ist aber, dass mit den Linsen des Xiaomi Mi Note 10 heute schon außergewöhnliche Fotos möglich sind.

Dafür verantwortlich sind insgesamt fünf Kameras! Neben dem bereits angesprochenen 108-MP-Sensor (OIS) arbeitet folgende Linsen im Gehäuse:

  • Ultraweitwinkel (20 MP, 16 mm, f/2.2)
  • Zweifach-Tele (12 MP, 50 mm, f/2.0)
  • Fünffach-Tele (5 MP, 94 mm, f/2.0)
  • Makro (2 MP, 24 mm, f/2.4, Fokus zwischen 2 und 10 cm)

Ob diese auch im deutschen Winter bestechen, habe ich mit meinen CURVED-Kollegen Martin und Lukas getestet, die ihrerseits den Preiskrachern Redmi Note 8T sowie Redmi Note 8 Pro auf den Zahn gefühlt haben.

Xiaomi Mi Note 10: Linsen zaubern scharfe und kräftige Bilder

Wie auch in Vietnam wirken die Farben satt und kräftig sowie unglaublich scharf. Das liegt natürlich auch wolkenlosen Himmel, da die Sonneneinstrahlung die Linsen reichlich füttert. In diesem Fall lassen sich auch die 108 Megapixel voll abrufen, da erst bei schwachem Licht das Pixel Binning einsetzt, womit die Software die Auflösung auf 27 Megapixel reduziert. Das Ergebnis sind knackige Bilder mit einem großen Detailreichtum.

Bei den Tele-Objektiven sieht das jedoch etwas durchwachsener aus: Sie weisen zwar eine geringere Auflösung auf, die Bilder sind dennoch noch scharf und detailreich genug – auch bei zweifacher optischer Vergrößerung. Hingegen ist der 50-fache Digital-Zoom eher eine Spielerei statt einer ernstzunehmenden Option.

Passabel schneidet wiederum die Makro-Kamera ab. Leider fokussiert sie nicht immer gleich auf das gewünschte Motiv. Schuld daran ist die weitwinklige Brennweite des Objektivs. Mit etwas Geduld lässt sich aber die richtige Distanz finden, mit der das Foto dann gelingt. Wirklich "Makro" ist dieser Modus dadurch leider immer noch nicht.

Allerdings vertrösten mich Porträt- und Selfiemodus, mit denen scharfe, detailreiche Bilder geschossen werden können. Besonders der feine Bokeh-Modus funktioniert hier ein wenig besser als beispielsweise beim Xiaomi Mi 9T Pro, bei dem der Weichzeichner öfter auf das Motiv wirkte.

Fazit: Auch bei meiner nächsten Reise werde ich meine DSLR zuhause lassen und wieder zum Xiaomi Mi Note 10 greifen – vorausgesetzt ich bekomme nicht vorher noch das Mi 10 in die Hände.


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