Xiaomi Mi Note 2 im Test: der "Jet Black"-Androide

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Großes Display mit abgerundeten Kanten: Das Xiaomi Mi Note 2.
Großes Display mit abgerundeten Kanten: Das Xiaomi Mi Note 2.(© 2016 CURVED)

Großes Display, runde Kanten, Top-Hardware: Dem Xiaomi Mi Note 2 fehlt nur der Eingabestift, um der perfekte Ersatz für das Galaxy Note 7 zu sein. Warum es auch ohne Stift ein sehr gutes Smartphone ist, erfahrt Ihr im Test.

Xiaomi kann nicht nur billig: Der chinesische Hersteller beweist mit dem Xiaomi Mi Note 2 nach dem Mi5s zum zweiten Mal, das er auch hochwertige Smartphones herstellen kann. Aber auch bei den Topmodellen bleiben die Preise von Xiaomi verhältnismäßig attraktiv.

Stylisch verpackte Technik

Wie schon beim Mi5s hat es Xiaomi auch beim Mi Note 2 geschafft, dass man das Smartphone einfach gerne in der Hand hält. Die Kanten sind nicht nur auf der Vorderseite beim Display abgerundet, sondern auch auf der Rückseite. Die besteht allerdings nur aus Kunststoff und nicht aus Metall oder Glas. Dafür glänzt sie schön schwarz, so wie beim iPhone 7 in Diamantschwarz. Mit den gleichen Nachteilen: Fingerabdrücke bleiben gut sichtbar haften. Leider ist beim Note im Gegensatz zum iPhone die gesamte Fläche nicht griffig sondern rutschig. Der Rahmen besteht aus Metall und verleiht dem Smartphone Stabilität.

Das Display fällt mit 5,7 Zoll groß aus und bietet eine Full-HD-Auflösung: 1920 x 1080 Pixel sorgen für ein detailreiches, scharfes Bild, doch bei dieser Größe würden sich 2560 x 1440 Pixel lohnen. Die Displaykanten sind abgerundet, und so macht auch der Bildschirminhalt eine leichte Biegung an den Rändern. Ich finde den Effekt schön, auch wenn es an den Kanten zu Reflexionen kommt. Was mir dagegen nicht gefällt: Das OLED-Display verändert schon bei kleinen Veränderungen des Blickwinkels seine Farben.

Dafür ist das Xiaomi Mi Note 2 mit dem Snapdragon 821 bestens gerüstet. Über Ladezeiten oder ruckelige Spiele müsst Ihr Euch keine Sorgen machen. Dem Chipsatz stehen wahlweise vier oder sechs Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Relevanter dürfte da schon sein, dass die 6-GB-Version auch über 128 Gigabyte internen Speicher verfügt – anstelle von 64 Gigabyte. Aber auch die sollten in der Regel genügen, auch wenn sich die Speicherkapazität beim Mi Note 2 nicht durch eine microSD-Karte erweitern lässt.

Android Marshmallow, MIUI und 23 Megapixel

Xiaomi liefert das Mi Note 2 mit Android Marshmallow und seiner Nutzeroberfläche MIUI 8 aus. Sie ist etwas anders aufgebaut als viele für Europa vorgesehenen Nutzeroberflächen und kommt zum Beispiel ohne App Drawer aus. Zudem enthält sie mit dem Second Space quasi eine zweite Partition von Android und kann Apps klonen. Letzteres ist besonders praktisch bei Anwendungen, die nur eine Anmeldung zur Zeit erlauben. Mit den zwei SIM-Karten im Mi Note 2 könntet Ihr dann zum Beispiel zwei WhatsApp-Accounts nutzen.

Beim Kauf solltet Ihr darauf achten, dass der Importshop Euch das Xiaomi Mi Note 2 mit der internationalen Version des Betriebssystems liefert und die Google-Dienste vorinstalliert. Nur dann könnt Ihr Deutsch als Sprache auswählen, werdet nicht von chinesischen Apps genervt und müsst die Google-Dienste nicht selber installieren.

Als Kamera verbaut Xiaomi den IMX318-Sensor von Sony, der eine Auflösung von 23 Megapixeln hat und entsprechend große Bilder liefert. Der HDR-Modus arbeitet sehr gut und Ihr könnt auch auf einen manuellen Modus zurück greifen. Für meinen Geschmack könnten die Farben noch kräftiger sein. Die Detailgenauigkeit ist allerdings hoch. Sie nimmt zwar bei Zimmerbeleuchtung und in der Nacht ab. Doch die Kamera liefert selbst dann noch Aufnahmen, auf denen trotz des Bildrauschens alles Wichtige zu erkennen ist. Die Frontkamera nimmt Selfies mit acht Megapixeln auf, die zwar detailreich, aber meistens zu hell belichtet sind.

Zur Ausstattung gehören noch ein Akku mit 4070 mAh, der gut für einen Tag aber nicht mehr für einen zweiten Tag reicht. Geladen wird er über den USB-C-Anschluss. Kopfhörer könnt Ihr über einen 3,5mm-Anschluss anschließen. Über den Fingerabdrucksensor im Homebutton ist das Xiaomi Mi Note 2 schnell entsperrt. Den Infrarot-Sender finde ich persönlich sehr praktisch. Mit der passenden App fungiert das Smartphone als Universalfernbedienung für fast alle Geräte in der Wohnung.

Preise und Verfügbarkeit

Bei Importhändlern wie Tradingshenzen, der uns das Xiaomi Mi Note 2 für den Test freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben, erhaltet Ihr das Smartphone derzeit für rund 500 und 580 Euro. Je nachdem für welche Speichergröße Ihr Euch entscheidet. Dazu kommen noch Versandkosten und ggf. Zoll und Steuern bei der Einfuhr nach Deutschland. Ab Dezember will Tradingshenzen das Mi Note 2 auch mit der globalen ROM der MIUI anbieten. Dafür steht der Preis momentan bei 507 Euro für die Version mit sechs Gigabyte RAM und 128 Gigabyte ROM.

Fazit

Neben dem Mi5s und dem Mi5s Plus gönnt sich Xiaomi mit dem Mi Note 2 ein weiteres Topmodell, das vom fehlenden S Pen abgesehen der ideale Konkurrent für das Galaxy Note 7 gewesen wäre. Und so bleibt das Xiaomi Mi Note 2 ein Gerät für alle, die ein großes Smartphone mit aktueller Hardware und guter Kamera haben wollen. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Die Gehäusematerialien hätten aber ruhig weniger anfällig für Fingerabdrücke sein dürfen.


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