Xiaomi Redmi 3 im Test: Metall-Schnäppchen und Akkuwunder

Her damit !59
Xiaomi Redmi 3: Viel Smartphone für wenig Geld.
Xiaomi Redmi 3: Viel Smartphone für wenig Geld.(© 2016 CURVED)

Xiaomi beweist mit dem Redmi 3 erneut, dass ein gutes Smartphone nicht teuer sein muss. Selbst nach dem Aufschlag für den Import nach Deutschland liegt der Preis noch im Einsteigerbereich, die Ausstattung gehört aber schon in die Mittelklasse. 

Umgerechnet nur 106 Dollar für ein Smartphone mit Metallgehäuse: Bei seiner Vorstellung sorgte das Xiaomi Redmi 3 vor allem mit seinem günstigen Preis für Aufsehen, lockt aber auch mit einem großen Akku und weiteren hilfreichen Funktionen.

Gamer gähnen, alle anderen sind zufrieden

Allerdings besteht nicht die gesamte Rückseite des Redmi 3 aus Metall. Oben und unten gibt es jeweils einen Kunststoff-Rand, der auf den ersten Blick wie Metall aussieht. Trotzdem ist das Smartphone gut verarbeitet und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Das dezente Rautenmuster ist sicherlich Geschmacksache, stört mich aber nicht. Seine runden Kanten liegen bequem in der Hand, mit seinem fünf Zoll großen Display ist es noch recht handlich - und auf jeden Fall kompakter als das Sony Xperia M5, das ebenfalls über einen fünf Zoll großen Touchscreen verfügt. Im Vergleich zu diesem fällt die Auflösung des Redmi-Bildschirms mit 1280 x 720 geringer aus, aber für eine scharfe, detailreiche Darstellung, kräftige Farben und stabile Blickwinkel reicht es trotzdem.

Unter dem Metall-Kunststoff-Gehäuse verbaut Xiaomi mit dem Snapdragon 616 Qualcomms aktuellen Mittelklasse-Prozessor und stellt ihm zwei Gigabyte Arbeitsspeicher an die Seite. Im Antutu-Benchmark reicht das für rund 35.000 Punkte, bei Geekbench 3 für schwache 665 Punkte im Single Core- und gute 2947 Punkte im Multi Core-Test. In der Praxis bedeuten diese Ergebnisse, dass die Nutzeroberfläche flüssig läuft und die meisten Apps schnell starten. Nur bei Spielen müsst Ihr längere Ladezeiten einplanen. Zum Beispiel bei Asphalt 8, das sich mit mittlerer Grafikqualität auf dem Redmi 3 zocken lässt.

MIUI: Schöne Ideen, aber nicht auf Deutsch

Xiaomi liefert das Redmi 3 mit Android 5.1.1 aus und versieht das Betriebssystem mit seiner Nutzeroberfläche MIUI 7, die ohne App Drawer auskommt, die Einstellungen anders sortiert und das eine oder andere kleine Gimmick enthält. So ist es nur eine Kleinigkeit, aber ich finde es eine schöne Abwechslung, dass die Lautstärke nicht als Balken, sondern als Kreis angezeigt wird. Xiaomi installiert keine Bloatware auf dem Redmi 3, sondern vor allem kleine Tools, die mehr oder weniger praktisch sind. Vom 16 Gigabyte internen Speicher stehen nach dem Start des Smartphones rund 9,5 Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung - falls das nicht reicht, könnt Ihr statt einer zweiten SIM-Karte auch eine microSD-Karte einlegen.

Xiaomi verzichtet vollständig auf Apps von Google und ersetzt sie durch eigene Anwendungen. Im App Store des Herstellers wird man aber nur fündig, wenn man Chinesisch lesen kann. Aber keine Angst, der Play Store und die Google-Dienste lassen sich nachträglich installieren. Importhändler erledigen dies teilweise als Service für die Kunden - so wie Tradingshenzen, die uns freundlicherweise das Testgerät zur Verfügung gestellt haben. Als Sprachen stehen momentan, wie bei allen Xiaomi-Smartphones, nur Englisch und Chinesisch zur Auswahl.

Schönwetterkamera, Akkuwunder und Universalfernbedienung

Die Hauptkamera des Xiaomi Redmi 3 nimmt Fotos mit 13 Megapixeln auf, ist aber nur eine Kamera, die bei guten Lichtverhältnissen taugt. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen vorzeigbar: Viele Details, satte und natürliche Farben sowie saubere Verarbeitung von Kontrasten. Schlechter sieht es dagegen schon aus, wenn nur Kunstlicht zur Verfügung steht. Komplett verwaschen wirken die Aufnahmen dann bei Nacht, wenn nur wenig Licht zur Verfügung steht. Die Selfie-Kamera liefert Selbstporträts mit fünf Megapixeln, die bei guter Beleuchtung in Ordnung sind und sich als Schnappsüsse teilen lassen, aber bei Partybeleuchtung solltet Ihr mit dem Redmi 3 lieber auf Selfies verzichten.

Anders als die Kamera ist der Akku ein wirkliches Argument für das Redmi 3. Er hat eine Kapazität von 4100 mAh, die bei meiner regulären Nutzung locker für zwei Tage reichte. Mit viel Gedaddel ist der Akku aber, wie bei meinen OnePlus 2 im regulären Betrieb, auch nach einem Tag schon leer. Wer besonders sparsam ist, sollte sogar drei Tage schaffen. Ebenfalls noch für ein Gerät dieser Preisklasse erwähnenswert finde ich den Infrarot-Sender, der zusammen mit der App Mi Remote das Smartphone in eine Universalfernbedienung verwandelt. Meinen Fernseher konnte ich nach wenigen Minuten mit dem Xiaomi steuern.

Fazit: Viel Smartphone für wenig Geld

Beim Xiaomi Redmi 3 stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis sogar noch, wenn man nicht den chinesischen Preis umrechnet, sondern den Preis von 147 Euro betrachtet, für die zum Beispiel Import-Händler TradingShenzen - von dem wir das Testgerät geliehen bekommen haben, das Smartphone verkauft. Für das Geld erhaltet Ihr ein gutes Smartphone mit einem guten Display und einer Hardware, die für die meisten Zwecke völlig ausreichend ist. Als Bonus locken ein großer Akku und ein Infrarot-Sender.


Weitere Artikel zum Thema
Mars­hall Mid Blue­tooth im Test: ein Button für alle Fälle
Felix Disselhoff
Marshall Headphones MID
9.0
Mit dem neuen Marshall Mid Bluetooth richtet sich die Kultmarke an die wachsende Zahl derer, deren Smartphone keine Klinke mehr besitzt. Der Test.
Huawei Honor Magic: Hoher Preis für Mi Mix-Konkur­ren­ten erwar­tet
Christoph Groth
Das nächste Honor-Smartphone nach dem Honor 8 ist womöglich zum Premium-Preis erhältlich
Mit dem Mi Mix-Konkurrenten Honor Magic geht das Unternehmen wohl neue Wege: Voraussichtlich wird das Konzept-Smartphone teurer als bisherige Geräte.
Huawei Mate 8 und P9: Rollout des Nougat-Upda­tes beginnt schon jetzt
Her damit !21Nebem dem Huawei P9 soll auch das Mate 8 schon die Aktualisierung auf Android Nougat in China bekommen
Kommt Android Nougat doch noch 2016? Zumindest in China soll die Aktualisierung für das Huawei 9 und Mate 8 bereits ausrollen.