Xiaomi Redmi Note 8T im Kamera-Test: Was 48 Megapixel können

Das Redmi Note 8T im Kamera-Test.
Das Redmi Note 8T im Kamera-Test.(© 2020 CURVED)

Xiaomi hat mit dem Redmi Note 8T einen echten Preiskracher auf den deutschen Markt gebracht. Eine Besonderheit ist die 48 Megapixel Hauptkamera. Was die so drauf hat, erfahrt ihr im Redmi Note 8T Kamera-Test.

Schon in unserem ausführlichen Testbericht konnte uns das Redmi Note 8T überzeugen. Xiaomi hat mit dem Smartphone mal wieder gezeigt, dass gute Technik nicht viel kosten muss. Es überzeugt als treuer Alltagsbegleiter und bietet alles, was es braucht: Ein ordentliches Display, flüssige Performance trotz abgespeckter Leistung und eine Kamera, die in jeder Situation gute Schnappschüsse macht zu einem unschlagbaren Preis.

Das Kamera-Setup des Note weiß schon auf dem Papier zu beeindrucken. Xiaomi verbaut im Mittelklasse-Smartphone eine Quad-Kamera mit 48 Megapixel (MP) Hauptlinse, ergänzt wird das Setup durch ein 8 MP Weitwinkelobjektiv, eine 2-MP-Linse für den Bokeh-Modus und eine Makro-Kamera mit 2 MP. Für Selfies stehen 13 MP zur Verfügung, verbaut ist die Linse in einer Notch.

Redmi Note 8T: Mit 48 Megapixel zum Fotokönig der Preisklasse

Wollt ihr nicht mehr als 200 Euro für ein neues Smartphone ausgeben, müsst ihr Kompromisse eingehen. Viele Hersteller sparen besonders beim Kamera-Setup, die großen Flaggschiffe bekommen dagegen beeindruckende Linsen spendiert: siehe Xiaomi Mi Note 10, das sich mit seiner 108 Megapixel-Linse sogar mit dem Galaxy S20 von Samsung anlegen will. Beim Xiaomi Redmi Note 8T sieht das allerdings etwas anders aus – und besonders die Kamera weiß zu überzeugen.

Bei guten Lichtverhältnissen bekommt ihr ein sauberes Foto mit guten Details. 48 Megapixel machen sich bei den Details bemerkbar, und da fängt die Kamera des Mittelklasse-Smartphones zwar nicht so viel wie die teure Konkurrenz ein, für die kleine Urlaubsbilder-Diashow reicht das aber vollkommen. Digitalkameras macht das Handy aber keine Konkurrenz.

Besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen erkennt ihr das bekannte Rauschen auf dunklen Flächen, dass das Redmi auch nicht mit digitalen Nachbesserungen kaschieren kann. Dennoch lohnen sich die 48 MP besonders dann, wenn ihr in der Ferne nochmal genauer hinsehen wollt. Denn das ein oder andere Detail lässt sich durch das nachträgliche Zoomen noch erkennen.

Andere Aufnahmemodi mit Luft nach oben

Neben dem 48-MP-Modus gibt es noch andere Möglichkeiten, ein ansprechendes Bild zu schießen. Zum Beispiel der Weitwinkelmodus. Hier ist ein deutlicher Unterschied zum Hauptobjektiv zu erkennen; die Farben wirken deutlich weniger kräftig, insgesamt wird das Bild etwas fad und grau. Besonders in der Ferne wird es unschärfer. Besser ein paar Schritte zurückgehen und mit der normalen Linse das Bild schießen – soweit das möglich ist.

Mangels Tele-Objektiv gibt es auch keinen optischen Zoom, hier solltet ihr also nicht allzu viel erwarten. Und trotzdem lassen sich Bilder mit Zweifach-Zoom bedenkenlos schießen, hier gibt es auch nicht den etwas unschönen Effekt wie beim Weitwinkel-Objektiv.

Der Tiefensensor für den Bokeh verrichtet seine Dienste zuverlässig, sofern euer Motiv nicht gerade zu komplexe Konturen hat. Feine Härchen oder ähnliches kann das Redmi schon mal nicht registrieren und in den Hintergrund verrechnen – somit wird's unscharf. Das fällt bei den meisten Motiven allerdings nicht auf. Beim Makro-Modus verhält sich das ähnlich, das Redmi scheint Schwierigkeiten zu haben, das Motiv in der Nähe richtig zu fokussieren. Vielleicht lässt sich hier per Software-Update noch einiges optimieren.

Und was wäre ein gutes Kamera-Smartphone ohne Nachtmodus? Auch den hat Xiaomi dem Redmi Note 8T spendiert. Doch auch bei diesem Modus kann das Mittelklasse-Smartphone nicht mit den "Großen" mithalten. Ja, im Dunkeln wird es heller – doch es legt sich auch ein deutliches Rauschen auf das Bild.

Xiaomi Redmi Note 8T im Kamera-Test: Für den Alltag sehr gut

Selfies werden dagegen ordentlich: Die Linse auf der Vorderseite produziert ein natürliches Bild. Sie erkennt auch mehrere Gesichter und weiß die Tiefenunschärfe korrekt einzusetzen. Doch auch hier gilt das gleiche wie beim Porträt-Modus mit der rückseitigen Kamera: Abstehende Härchen sind ein Ticken zu viel für das Budget-Smartphone.

Trotz der Kritik im Detail erhaltet ihr mit dem Redmi Note 8T ein wirklich gutes Smartphone mit einer ordentlichen Kamera zum Bestpreis. Für Schnappschüsse jedweder Art eignet sich das Quad-Setup allemal. Eure Digitalkamera könnt ihr damit aber nicht ersetzen, dazu wird es in der Tiefe oft zu verwaschen und bei schlechten Lichtverhältnissen rauscht es zu stark.

Mit der 48 Megapixel Hauptkamera erzielt ihr aber mehr als ordentliche Ergebnisse, die ihr auf jeden Fall vorzeigen und für Instagram und Co. verwenden könnt. Abstriche müsst ihr bei anspruchsvollen Aufnahmemodi wie Nacht- und Makromodus machen. Wollt ihr mehr, müsst ihr aber auch tiefer in die Tasche greifen. Denn auf dem Preisniveau ist das Redmi Note 8T eindeutig ungeschlagen.


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