Zerotech Dobby Drone im Test: Selfie-Drohne für die Hosentasche [mit Video]

Damit "Drohnies" die neuen Selfies werden, hat Zerotech die Dobby Drone entwickelt. Der Quadrocopter mit Klappmechanismus ist passt in die Hosentasche und will mit einer 4K-Kamera auch schöne Videos drehen. Ob die sich sehen lassen können, zeigt der Test.

Das Besondere: Die vier Rotorenarme des Quadrocopters lassen sich einfach in die Mitte klappen. So zusammengefaltet ist Dobby schmaler als viele aktuelle Smartphones. Natürlich ist sie dicker, aber mit knapp 200 Gramm auch nicht viel schwerer. So passt sie in jede Hosen- oder Handtasche.

4K-Kamera mit Gesichtserkennung

Falls Euch der Name "Dobby" an den Hauselfen aus "Harry Potter" erinnert: Genauso kam die kleine Drohne zu ihrem Namen. Denn sie soll Euch genauso zuverlässig begleiten wie der Elf den Zauberer in den Büchern.

Normalerweise bieten Pocket-Drohnen in dem kleinen Format nicht viele oder eher spielerische Funktionen, wie zum Beispiel Parrots Mambo. Bei Dobby ist aber auch eine 4K-Kamera mit an Bord. Lasst Ihr die Drohne zum Beispiel aus Eurer Handfläche starten und richtet die Kamera auf Euch oder ein Objekt, könnt Ihr in der App einen Bereich auswählen, den die Drohne verfolgen soll. Als wir die Drohne auf der IFA in Berlin das erste Mal ausprobiert haben, konnte Dobby mein Gesicht identifizieren und wusste dann bei der Aufnahme immer, wo ich bin und flog so, dass ich immer im Bild blieb. Ziemlich cool, falls Ihr Euch zum Beispiel beim Joggen, Biken, Skaten oder anderen sportlichen Aktivitäten filmen lassen wollt. Leider hat die Funktion in unserem Test an der Elbe weder mit einem Gesicht noch mit einem Objekt richtig gut funktioniert.

So soll die App eigentlich aussehen: Alles, was im grünen Rechteck ist, soll von der Drohne verfolgt werden(© 2016 CURVED)

Eine schreckliche App

Und da kommen wir auch direkt zum größten Nachteil der Drohne: die App "Do.Fun" für Android und iOS. Selten haben wir mit solchen Hürden kämpfen müssen. Sie ist mies übersetzt und manchmal ergibt die Wortaneinanderreihung einfach keinen Sinn. So weiß der Nutzer nicht, wo er klicken soll oder was er da eigentlich gerade eingestellt hat. Hier muss der Hersteller ganz dringend nachbessern. Schon allein aus Gründen der Sicherheit.

Durch ständiges Rumprobieren haben wir dann doch die Standardfunktionen herausbekommen. Leider hat dennoch sehr viel nicht funktioniert. Zum Beispiel das Steuern per Rotation von Smartphone oder Tablet. Es ist einfach nichts passiert, sodass wir den Quadrocopter nur über das Wischen auf dem Display steuern konnten. Eigentlich soll Dobby auch eine witzige Flugrolle machen können, wie uns auf der IFA demonstriert wurde. Funktioniert hat aber auch das nicht.

Kommen wir zur Qualität der Fotos und Videos. Sie lassen sich am ehesten als Schnappschüsse bezeichnen. Wir waren mit der Dobby bei schönstem, windstillem Wetter an der Elbe. Sie stand absolut ruhig und stabil in der Luft, sodass die Aufnahmen auch kräftige Farben und einen schönen Kontrast bekommen haben. Aber: Die Selfies-Fotos sind leider nie auf dem Gesicht fokussiert. Egal wie nah ran oder weit weg wir die Drohne hatten. Scharf waren wenn dann Büsche und Bäume im Hintergrund. Bei den Videos ist ein sehr seltsamer wabernder "Welleneffekt" auf der Wiese entstanden (seht Ihr im Video). Die Schwenks lassen sich leider sehr schwer in der Geschwindigkeit regulieren und sind meist zu schnell.  Übrigens: Die Reichweite zwischen Smartphone und Drohne beträgt rund 100 Meter.

Technische Ausstattung

In der Drohne steckt ein Snapdragon 801 von Qualcomm (2,3 GHz Quad-Core-Prozessor) mit Adreno 330 GPU und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Fotos und Video werden auf dem 16 GB großen internem Speicher abgelegt und mit Eurem Handy synchronisiert. Der austauschbare Akku fasst 970 mAh, kann per Quick Charge 2.0 geladen werden und soll für eine Flugdauer von etwa neun Minuten sorgen. Doch in unserem Test kamen wir mit Videoaufnahmen nur auf knapp sechs Minuten.

Die Kamera schießt Fotos mit 13 Megapixeln (Auflösung: 4208x3120 Pixel) bei einer Blende von f/2.2 und filmt in 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde. Das Video wird digital per Electronic Image Stabilization (EIS) zu einem FullHD-Video (1920x1080 Pixel) umgerechnet, damit das Bild stabiler aussehen soll – leider funktioniert das nicht so gut. Das Downstreaming auf Euer Smartphone hat eine Auflösung von 640x480 Pixeln bis zu 1280x720 Pixeln.

Nachteil beim Filmen: Da die Kamera fest verbaut ist und nicht wie etwa bei einer großen Videodrohne an einem Gimbal hängt, sind die Aufnahmen nicht ganz so flüssig.

ZeroTech Dobby Drone: Sonar und optischer Sensor für die Positionierung und Erkennung beim Starten aus der Hand(© 2016 CURVED)

Die Positionierung der Drohne wird im Außenbereich durch GPS und duale Satellitenortung gesteuert. Im Innenbereich kommen ein Sonar und eine Optical-Flow-Positionierung (ähnlich wie bei einer Computermaus) zum Einsatz. Doch drinnen konnten wir leider gar nicht fliegen. Die Drohne kam im Büro fast immer nach dem Start direkt ins Schwanken und verhielt sich unkontrollierbar, sodass sie oft abgestürzt ist. Derzeit würden wir empfehlen, dieses Flugobjekt nicht drinnen zu starten – schon gar nicht, wenn mehrere Menschen oder Tiere im Raum sind.

Fazit: zu teuer und unausgereift

Die Rotorenarme des Quadrocopters sind schnell und einfach zusammengeklappt, die Größe ist äußerst praktisch und die Foto- und Videoaufnahmen sind kontrastreich und scharf – doch leider nicht gut im Fokus. Als sehr nervig haben wir die Steuerung mit der unausgereiften App empfunden. Außerdem empfinden wir den Preis ab 469 Euro im Vergleich mit Konkurrenzmodellen zu hoch angesetzt. Wer aber vor allem Wert auf das Mini-Format legt und eine lange Eingewöhnungszeit nicht scheut, findet mit Dobby aber vielleicht dennoch einen netten Begleiter.

Ende September wird Zerotechs Dobby Drohne für 469 Euro (Advanced-Version mit zweitem Akku und Rotorenschutz für 539 Euro) im Handel erhältlich sein.


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