Black Friday Angebote: Was hinter den Top-Deals steckt – wir rechnen nach!

Sind alle Black Friday Deals Schnäppchen?
Sind alle Black Friday Deals Schnäppchen? (© 2019 Stocksy)

Brace yourselves – Black Friday is coming. An jenem Freitag, der in den USA einem Nationalfeiertag in Sachen Euphorie schon sehr nahekommt, shoppen Menschen weltweit was das Zeug hält – klar, die Deals sind am Black Friday ja auch so gut wie an keinem anderen Tag im Jahr. Aber: Sind sie das wirklich? Wir gehen der Frage, die beizeiten schon Familienfeiern spaltete, auf den Grund.

Es ist wieder diese Zeit des Jahres. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und irgendwie fallen einem all die Wünsche wieder ein, die man das ganze Jahr gehegt hat. Da weiß man, dass es nicht mehr lange dauert, bis zu diesem Tag, der für viele fast ein bisschen so ist wie Weihnachten: der Black Friday.

Am Black Friday werden Shops gestürmt und Warenkörbe fleißig gefüllt. Warum? Weil die Angebote so gut sind. So viel ist in den wenigen Jahren, die es den Black Friday in Deutschland gibt, schon angekommen. Und mittlerweile glaubt auch hierzulande gut jeder Dritte, am Black Friday sparen zu können und plant rund 300 Euro für die Schnäppchenjagd ein, wie eine Umfrage des Vergleichsportals idealo.de aus dem letzten Jahr ergab.

Wie viel Euro sind 50 Prozent? Die UVP weiß es

Aber: Wie groß ist die Ersparnis wirklich? Angebote locken mit unwiderstehlichen Prozentzahlen, die eine Ersparnis um 50, 80 oder mehr Prozent Rabatt versprechen. Die Frage, die man sich stellen sollte, lautet: "50 Prozent von was"? Meist ist die Antwort: von der "unverbindlichen Preisempfehlung", der UVP, die Hersteller selbst festlegen.

Eine Berechnung anhand der UVP wird aber häufig kritisiert, denn gewöhnlich liegt die UVP weit über den marktüblichen Verkaufspreisen. Beim Bewerben von Angeboten werden die Rabatte aber meistens von der unrealistischen UVP statt von den realen Ladenpreisen abgezogen, um mit höheren Rabatten Kunden zu umgarnen.

Black Friday Angebote mit älteren vergleichen

Beim Kauf am Black Friday sollte man sich als Verbraucher also im Vorfeld über die realen Ladenpreise informieren und nicht von den schillernden Rabatt-Aktionen blenden lassen. Denn: meistens ist die Ersparnis längst nicht so hoch, wie der Konsument meint. Auch das zeigt die Studie – im Durchschnitt sind die Produkte der 50 nachfragestärksten Kategorien am Black Friday nämlich nur um ernüchternde sechs Prozent günstiger als zuvor.

Bei Fernsehern lässt sich laut der Studie von idealo.de mit durchschnittlich 9 Prozent oder 91 Euro noch am meisten Geld sparen. Konsolen sind im Durchschnitt zwar 15 Prozent billiger, gespart hat man nach dem Kauf aber nur 45 Euro. Smartphones sind im Schnitt sieben Prozent günstiger, hier lassen sich rund 34 Euro sparen.

Diese Zahlen zeigen: Wir sparen nicht ganz so viel, wie es uns die Rabattaktionen der Händler glauben machen wollen. Aber: Wir sparen. Denn die Studie zeigt auch, dass rund drei Viertel der Produkte am Black Friday wirklich günstiger sind als in der Zeit davor. Wer also hinter dem Black Friday nichts als eine große Manipulation vermutet hat, hat nur zum Teil recht.

Wir rechnen nach: Samsung schlägt sich selbst

Ein Beispiel: Auf der Webseite von Samsung wird der Samsung Q60R 82 Zoll (207 cm) 4K QLED Fernseher mit Energieklasse A in einem Black Friday Deal beworben. UVP 3.999 Euro – Black Friday Deal 2.889 Euro. Am Kopf der Seite wird dem Kunden vorgerechnet: "Spare 1.100 Euro". Beginnt man eine oberflächliche Recherche, findet man den Fernseher aber auch für kleineres Geld. Auf Amazon wird der Fernseher in einem weiteren Angebot beworben. Der Preis hier: 2.399 Euro.

Das sind knapp 500 Euro Ersparnis im Vergleich zum Black Friday "Schnäppchen" und über 1.500 Euro im Vergleich zur UVP. Das Absurdeste daran: der Verkäufer auf Amazon ist nicht etwa eine Firma mit guten Kontakten zu Samsung Lieferkette, sondern Samsung selbst. Wie man sieht, lohnt sich ein Preisvergleich auch in der Black Week, dem Cyber Monday und dem großen Freitag der Schnäppchen.

Huawei P30 Pro: Wer bietet weniger?

Bei Smartphones zeichnet sich ein ganz ähnliches Bild – es gibt aber auch Ausnahmen. Wollt ihr ein Huawei P30 Pro mit 125 Gigabyte (GB) Speicher, bekommt ihr das Modell ohne alles und ohne Black Friday Deal ab rund 590 Euro.

Im Curved-Online-Shop gibt es das P30 Pro in der Black-Friday-Woche bei einer Anzahlung von 29,99 und einer Anschlussgebühr von einmaligen 39,99 Euro für 34,99 Euro monatlich. Das ergibt einen Endpreis von 908,75 Euro. Allerdings habt ihr dann einen Handyvertrag mit 10 Gigabyte Datenvolumen inklusive – und der kostet allein 29,99 Euro. Über 24 Monate wären das allein 719,76 Euro.

Bose – Großer Klang zum kleinen Preis? 

Auch Bose lockt Kunden mit einigen "Top-Deals". Die Bose Quiet Comfort 35 wireless Headphones haben eine UVP von 349,95 Euro. Im Rahmen des Black Friday 2019 bietet Bose das Modell im Angebot für 199,95 Euro an.

Auch wenn die Over-Ear-Headphones vor dem Black Friday bei keinem Händler 350 Euro kosteten, sind sie auf Amazon nirgends günstiger zu erstehen als auf der Bose Homepage im Black Friday Offer. Der normale Kaufpreis liegt in Boses Amazon Shop bei 229,00 Euro - vergleicht man diesen Preis mit dem Black Friday Angebot, hat man rund 30 Euro gespart.

Im Vergleich zum vorherigen Kaufpreis entspricht das einen Rabatt von circa acht Prozent - knapp die Ersparnis, die die Studie den meisten Rabatten zuschreibt und damit gewissermaßen ein "echtes" Schnäppchen.

Black Friday Angebot von Sony: Die PS4 im Bundle mit Top-Game

Ebenfalls beliebt am Black Friday: Konsolen. Eine PlayStation 4 Slim mit 1TB Speicher kostet normalerweise auf Sonys Amazon-Seite 289,90 Euro. Bei anderen Anbietern kostet sie sogar bis zu 349,00 Euro. Am Black Friday gibt es die gleiche PS 4 dagegen schon für 249,99 Euro – im Bundle mit einem neuen Top-Spiel wie "Death Stranding" oder dem neuen "Call of Duty: Modern Warfare".

Man spart sich also im Vergleich zum Normalpreis bei Sony erstmal 40 Euro. Außerdem spart man sich den Preis für ein gerade erschienen Top-Titel. Der Preis für "Death Stranding" liegt derzeit bei 59,99 Euro. Ingesamt spart man sich mit dem Deal am Black Friday also gut 100 Euro – auch das ist ein "echtes" Schnäppchen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Manche Black Friday Angebote sind also offensichtlich mehr Schein als Sein – andere hingegen nicht. Die Devise für euch: Flexibel bleiben, vergleichen und nicht zu unüberlegten Impulskäufen hinreißen lassen. Es gilt als psychologisch bestätigt, dass große, auffällige Schriftzüge und Rabattsymbole Schlüsselreize sind, die unser Belohnungszentrum aktivieren. Davon sollte ihr euch allerdings nicht hinreißen lassen.

Als Konsumenten solltet ihr im Angesicht der Top-Deals die Ruhe bewahren, am besten im Vorfeld einen Plan zurechtlegen und immer genau abwägen, was ihr wirklich braucht und was nicht. Beachtet ihr diese Punkte, klappt es auch mit den echten Black-Friday-Schnäppchen.


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