Huawei Mate 30 Pro ohne Google-Apps – das sind die Alternativen

Ist das Huawei Mate 30 auch ohne Google-Dienste angenehm zu nutzen?
Ist das Huawei Mate 30 auch ohne Google-Dienste angenehm zu nutzen? (© 2019 Via Instagram @huaweimobile)

Nach Spanien, Frankreich und der Schweiz startete das Huawei Mate 30 Pro am 12. Dezember nun auch endlich hierzulande. Mit einigen Komplikationen. Denn aufgrund des Handelsstreits zwischen den USA und China musste Huawei einige Abstriche in Sachen Software machen. So kommt das neue chinesische Flaggschiff ohne Google-Dienste. Ja, das muss man erstmal verarbeiten, aber kein Grund zum Verzweifeln – wir zeigen euch, welche Alternativen es gibt.

Bereits seit gut einem halben Jahr sind die US-Sanktionen gegen China aktiv. Im Mai rief US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand in der Telekommunikation aus. Der Grund: Spionageverdacht seitens der Chinesen. Seitdem boykottiert die US-Regierung also auch den Smartphone-Hersteller Huawei und setze den chinesischen Hersteller auf die sogenannte Schwarze Liste. Amerikanischen Unternehmen ist eine Zusammenarbeit mit Huawei seither verboten.

Ein harter Schlag für die aufstrebenden Chinesen. Denn: Da Google ein amerikanisches Unternehmen ist, wird man auf chinesischen Handyneuerscheinungen Google-Dienste bis zur Beilegung des Streits aller Voraussicht nach vergeblich suchen. Jüngstes Opfer ist das Huawei Mate 30 Pro. Das neue Flaggschiff kommt zwar mit der Open Source Version von Android 10, aber komplett ohne Google-Dienste.

Das Huwei Mate 30 Pro ohne Chrome, Gmail und Co.

Die Frage, die sich stellt, liegt auf der Hand: Lohnt sich das Mate 30 zu dem stolzen Preis von rund 1.100 Euro dann überhaupt? Welche Abstriche muss man beim Kauf machen? Wir zeigen euch, welche Alternativen es zu den verschiedenen Google-Diensten gibt. Denn: Rein von der Hardware her ist das Gerät ziemlich stark. Die Kamera des Mate 30 Pro 5G rangiert derzeit auf Rang eins des Vergleichsportals DoXMark – dicht gefolgt von der "normalen" Version des Mate 30 Pro und dem Xiaomi Mi Note 10 mit seiner 108-Megapixel-Kamera.

Ein Warnhinweis: Da es sich bei den vorgeschlagenen Lösungen nicht um offiziell unterstütze Alternativen handelt, kann es sein, dass die Gerätegarantie mit der Installation bestimmter Softwares verfällt.

Die Google-Alternativen

1. Google Play Store

Ohne App Store, keine Apps. Logisch. Auf dem Mate 30 Pro ist zwar Huaweis hauseigene "App Gallery" vorinstalliert, doch es gibt umfangreichere Alternativen. Zum Beispiel den Amazon App Store. Das Angebot umfasst so gut wie alle Android-Apps, die ihr auch aus dem Play Store laden könntet. Außerdem prüft der Amazon App Store alle Anwendungen auf schädliche Software und ist damit auch ziemlich sicher. Eine weitere Alternative sind kleinere, europäische App Stores wie Aptoide, Uptodown, F-Droid oder viele kleinere Anbieter.

Das Problem: Je kleiner und unbekannter die Marken werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, sich schädliche Software auf das Smartphone zu laden. Außerdem kann es eher passieren, dass die Unternehmen vom Markt gedrängt werden und man seinen Zugang zu Apps verliert, die man schon bezahlt hat – für welchen Anbieter man sich entscheidet, muss man abwägen.

Neben dem Play Store, den ihr über oben genannte Alternativen ersetzen könnt, gibt es auch App-Alternativen, die ihr teilweise in den Stores findet; andere müsst ihr als .apk-Datei herunterladen.

2. Google Chrome

Googles Browser Chrome muss auf dem Huawei Mate 30 nicht zwingend ersetzt werden. Allerdings braucht ihr eine .apk-Datei, um den leistungsstarken Webbrowser zu installieren.

Hier gibt es aber noch dutzende bekannte Ausweichmöglichkeiten. Firefox, Opera oder Microsoft Edge sind nur die offensichtlichsten Optionen – aber auch die praktischsten. Hier ist euch der Support und Updates für die kommenden Jahre garantiert.

Wenn euch Datenschutz besonders wichtig ist, empfehlen wir den Brave-Browser. Er blockt Skripte und Cookies, die auf Webseiten aktiviert werden, die ihr besucht. Seit neuestem gibt es übrigens auch den Tor-Browser zum Downloaden, um völlig anonym zu surfen.

3. Google Maps

Eine der am häufigsten genutzten Google-Dienste ist ohne Zweifel Google Maps: Hier gibt es sie als .apk-Datei zum Download. Wer sich in einer fremden Stadt nicht auskennt oder in einem Stau die schnellste Umfahrung finden will, zückt meist die praktische App.

Eine ebenso praktische Alternative ist OpenStreetMap. Hier tragen Nutzer Daten zusammen und konstruieren so gemeinsam detaillierte Karten, die für jeden frei zugänglich sind.

Eine weitere Möglichkeit bietet euch der Dienst HERE WeGo. Diese App greift auf Kartenmaterial von Navteq zurück, einem Geodaten-Anbieter. Die Besonderheit hier: Die offline-Maps von über 100 Ländern.

4. Youtube

Auch die YouTube-App ist auf dem Huawei Mate 30 nicht verfügbar. Ihr könnt über euren Browser natürlich auf die Webseite zugreifen, wollt ihr aber eine eigene App, müsst ihr die .apk-Datei herunterladen oder auf eine dieser Ausweichmöglichkeiten zurückgreifen. Dailymotion ist zum Beispiel ein ganz ähnliches Videoportal aus Frankreich, das zu den besten Alternativen zählt. Weitere Optionen sind Vimeo oder Twitch.

5. Google Drive

Fotos und Daten werden heutzutage von den meisten in der immer erreichbaren und allgegenwärtigen Cloud gespeichert. Da Google Drive auf dem Mate 30 allerdings nicht verfügbar ist, muss man auch an dieser Stelle auf andere Dienste zurückgreifen. Alternativen sind beispielsweise Dropbox, Microsoft OneDrive oder Amazons Cloud Drive. Auch diese Cloud-Speicher sind kostenlos, solange ihr kein zusätzliches Datenvolumen in Anspruch nehmen wollt.

Als besonders sicher hingegen gilt Tonido. Der Cloud-Service kreiert eine private Cloud auf dem eigenen Rechner, auf die man auch über das Smartphone via Internet zugreifen kann. Der Haken: Dafür muss der PC zu Hause durchgehend laufen.

Fazit: Jeder ist ersetzbar

Wie man sieht, gibt es für alles eine Alternative. Denn: Das sind nur die bekanntesten Alternativen. Wer sich ein bisschen umsieht, wird unter Umständen also vielleicht sogar eine Anwendung finden, die noch besser zu ihm oder ihr passt als die komplementäre Google-App.

Man muss dennoch festhalten: Da Googles-Services ineinandergreifen und untereinander Informationen austauschen, ist es definitiv am bequemsten sich im Google-Kosmos zu bewegen. Ein Grund, das Huawei Mate 30 nicht zu kaufen, ist das allerdings nicht. Manchmal muss man seine Komfortzone eben verlassen.

In Zukunft könnte sich die Überlegung nach Alternativen sowieso als hinfällig erweisen, denn Huawei arbeitet mit Hochdruck an seinem eigenen Betriebssystem Harmony OS und einem dazugehörigen Ökosystem. Eventuell können Käufer eines China-Handys also bald auf diese Dienste zurückgreifen. Ob man das will, oder lieber nicht, muss jeder selbst entscheiden. Die Alternativen sind aber in jedem Fall vorhanden.


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