"Anthem" ist da – das sagen die ersten Tests

In "Anthem" gibt es offenbar noch einige Probleme, die den Spielspaß drücken
In "Anthem" gibt es offenbar noch einige Probleme, die den Spielspaß drücken(© 2019 EA)

Ab sofort ist "Anthem" für Computer, PlayStation 4 und Xbox One verfügbar. Besitzer des Abos Origin Access Premier durften allerdings schon eine Woche früher spielen. Es handelt sich um den neuen Titel der Spieleschmiede BioWare, die für gute Storys in Einzelspieler-Games wie "Dragon Age", "Star Wars: The Old Republic" und "Mass Effect" bekannt ist. Mit ihrem ersten großen Mehrspieler-Titel haben die Entwickler aber offenbar keine Glanzleistung abgeliefert – diesen Eindruck vermitteln zumindest die ersten Testberichte.

Zuvor haben BioWare und EA für einige Tage eine Demo-Version veröffentlicht, die alle interessierten Nutzer ausprobieren konnten. Bei dieser hat sich allerdings eher um eine Beta gehandelt. Uns sind schon in der PC-Demo lange Ladezeiten, Sound-Probleme, unbefriedigender Loot, zahlreiche Bugs und weitere Probleme aufgefallen. Viele dieser Kritikpunkte gibt es wohl auch noch in der fertigen Version. Auf Metacritic hat "Anthem" eine Durchschnittswertung von 62 Punkten – 18 Testberichte sind hier schon gelistet (Stand: 22. Februar 2019, 16 Uhr).

Tolles Gameplay mit Mängeln

Den Kritikern zufolge ist Anthem aus vielen Gründen kein Top-Titel mit 90er-Wertung geworden: Wie in der Demo soll etwa die Loot-Spirale nicht greifen. Heißt: Es ist zum Teil nicht sehr motivierend, nach immer besseren Gegenständen zu suchen. Meist unterscheiden sich etwa Waffen nur durch etwas bessere Werte, die Abwechslung soll hier teilweise fehlen.

Das Gameplay an sich sei spaßig und funktioniere. Gerade die Gefechte in der Luft sollen "Anthem" dabei interessant machen. Leider kann euer Javelin nur für wenige Sekunden am Himmel bleiben (mit Ausnahme einer Klasse). Viele größere Gegner sollen allerdings auf Feuer-Fertigkeiten setzen – und die bringen euren Antrieb zum Überhitzen und holen euch aus der Luft. So kann das Spiel seine Bewegungsfreiheit an vielen Stellen offenbar nicht ausschöpfen, wie Gamespot festhält. Viele Kämpfe sollen sich zudem ähnlich anfühlen.

In "Anthem" überhitzen eure Flug-Triebwerke relativ schnell(© 2019 EA/ Bioware)

Spielwelt mit Charme und Fehler

Die Optik von "Anthem" ist BioWare wohl gut gelungen. An vielen Stellen wird die schöne Grafik gelobt. Während der Kämpfe zieren etwa viele imposante Effekte den Bildschirm. Die Spielwelt bietet ebenso einen hübschen Anblick: Die Dschungellandschaft etwa haben die Entwickler gut in Szene gesetzt.

Umso mehr dürfte es stören, wenn plötzlich unsichtbare Gegner auftauchen, Dialoge zu früh enden oder ihr die Verbindung zum Spiele-Server verliert. Diese und mehrere technische Probleme führt GameStar auf. Das Magazin hat "Anthem" aufgrund der Bugs ganze fünf Punkte von der Gesamtwertung abgezogen.

Lange Pausen zwischen Missionen

BioWare hat in "Anthem" die offene Spielwelt strikt vom der Stadt getrennt. Missionen nehmt ihr in der Stadt Fort Tarsis an, in der ihr auch mit den Einwohnern sprechen könnt. Und das soll den Spielfluss bremsen. Ladebildschirme seht ihr in dem Spiel häufig – und dann zum Teil für eine Minute oder noch länger am Stück. Ein erstes Update soll hier aber schon zumindest etwas für Besserung gesorgt haben. Wollt ihr in die Stadt, eine Quest annehmen und wieder zurück, stehen euch dennoch einige Pausen bevor, bis ihr euch wieder in die Action stürzen könnt.

Hinzu kommt, dass viele Kritiker die Story als großen Mangel von "Anthem" sehen. Sie sei langweilig und hätte wenige spannende Momente. Zudem soll sie stellenweise kompliziert sein. Viele Begriffe der Spielwelt bekommt ihr wohl auch gar nicht erklärt, sondern müsst von selbst auf die Idee kommen, bestimmte Namen und Co. in der Enzyklopädie nachzusehen. Von einem Studio wie BioWare haben viele Kritiker wohl etwas anderes erwartet.

Die Missionen sollen zudem teilweise eintönig sein, viel Abwechslung bietet "Anthem" hier offenbar nicht. Zudem gibt es Aufgaben, in denen ihr eine bestimmte Anzahl an Feinden niederstrecken oder an Gegenständen aufsammeln müsst. Das zuständige Design-Team hätte hier offenbar mehr leisten können.

Für Abwechslung in "Anthem" sorgen die vier unterschiedlichen Klassen(© 2019 EA)

Hoffnung für die Zukunft

Letztendlich hat Anthem die Erwartungen vieler Kritiker zwar nicht erfüllt, doch vielleicht ist Besserung in Sicht: Es handelt sich um ein Service-Game. Mit der Zeit wird der Titel also weiterentwickelt – zumindest ist davon auszugehen, wenn die Spielerzahlen trotz mittelmäßiger Testwertungen stimmen. Womöglich schaffen es die Entwickler also in den kommenden Jahren noch, die bemängelten Punkte zu beseitigen und auch eine bessere Story nachzuliefern. Mehr als diese Hoffnung gibt es aktuell aber wohl nicht.

Auf CURVED wird zeitnah ebenso ein Test-Bericht zur Release-Version von "Anthem" folgen. Dann erfahrt ihr, was unser finaler Eindruck von dem Loot-Shooter ist.


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