Apple-Herausforderer Xiaomi: Schon 40 Milliarden wert?

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Jun Lei hat gut lachen: Xiaomi wird immer wertvoller, Jun immer reicher
Jun Lei hat gut lachen: Xiaomi wird immer wertvoller, Jun immer reicher(© 2014 Weibo/Lei Jun)

Xiaomi wächst nicht – der chinesische Smart- und Tablet-Hersteller explodiert  förmlich. Die Smartphone-Absätze legen beständig in dreistelligen Prozent-Dimensionen zu – und mit ihnen die Bewertung des gerade mal vier Jahre alten Unternehmens. Gründer und Konzernchef Lei Jun, der sich gerne als Steve Jobs Chinas  darstellt, will nun vom Boom profitieren und von neuen Investoren Kapital zu einer Rekordbewertung einsammeln...

Es geht Schlag auf Schlag. Dank der Verkaufszahlen im dritten Quartal, in dem Xiaomi mittlerweile schon 19 Millionen Smartphones absetzte, ist der chinesische Emporkömmling bereits zum drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt aufgestiegen. Nur Samsung und Apple verkaufen noch mehr Smartphones als Xiaomi.

Das Wachstum ist gewaltig: Im Juli 2014 befand sich Xiaomi noch auf dem fünften Platz der weltgrößten Smartphone-Hersteller; damals lagen noch Huawei und Lenovo auf dem dritten und vierten Platz. In China ist Xiaomi mit 14,7 Millionen verkauften Geräten im zweiten Quartal bereits vor Samsung und Apple Spitzenreiter. Um astronomische 287 Prozent zogen die Absätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an – kein anderer Mobilfunkgeräte-Hersteller wächst schneller.

"Apple Chinas" wächst weiter rasant

Der erst im April 2010 gegründete Smartphone-Hersteller gilt als „Chinas Apple“. Maßgeblichen Anteil daran hat Gründer und Konzernchef Lei Jun, der das Image als Steve Jobs des chinesischen Riesenreiches nach Kräften pflegt - wie der ikonische Apple-Gründer tritt auch der vierfache Milliardär Jun immer wieder auf Keynotes in Jeans und schwarzem Rollkragen-Pulli auf.  Anders als andere Android-Anbieter schürt Xiaomi wie Apple einen regelrechten Kult um seine Produkte – der Slogan „Just for Fans“  kommt nicht von ungefähr.

Wie der Auftritt, so die Produkte: Xiaomi bemüht sich mit seiner Smartphone-Reihe Mi, aber auch mit dem Tablet Mi Pad, das aussieht wie ein iPad mini, mit aller Macht die Parallelen zu Cupertino zu präsentieren – das allerdings zu einem Drittel des Preises. Und Juns Rechung geht auf: Das 5 Zoll große Mi3 und nun der Nachfolger Mi4 sind explosive Kassenschlager, die in sogenannten Flash Sales innerhalb von Minuten tausendfach verkauft werden.

Auch die Bewertung wächst um den Faktor vier

Für Konzernchef Lei Jun könnte der Zeitpunkt also kaum besser sein, um frisches Kapital einzusammeln. Das jedoch zu ebenso explosiven wie exklusiven  Konditionen: Auf eine Bewertung von 10 Milliarden Dollar taxierte das Wall Street Journal Xiaomi noch vor einem Jahr. Binnen 12 Monaten hat sich dieser Wert nach den Vorstellungen Lei Juns nun vervierfacht!

Wie Forbes berichtet, befindet sich CEO Lei Jun aktuell tatsächlich in Gesprächen mit Investoren, um Kapital zu einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar einzusammeln! Wenn Jun der Deal gelänge, wäre Xiaomi nicht nur das wertvollste privat geführte Unternehmen, sondern Xiaomi auch bereits doppelt so wertvoll wie Sony und fast dreimal so wertvoll wie Lenovo!

Umsätze von 11 Milliarden Dollar angepeilt...

Der Abstand zu den Platzhirschen Samsung und Apple, die es auf Bewertungen von  180 und 640 Milliarden Dollar bringen, ist weiter beträchtlich–  doch für Investoren, die sich jetzt in Xiaomi engagieren, steigt entsprechend das Risiko. Der Wert von Smartphone-Herstellern ist bekanntlich immer so hoch wie der Erfolg des letzten Modells, wie Nokia, Blackberry, Motorola und andere Überflieger der Vergangenheit nur allzu gut wissen.

Betriebswirtschaftlich hat Xiaomi aber offenbar ebenfalls schon schlagende Argumente auf seiner Seite. Die Umsätze sollen in der ersten Hälfte des Jahres nach Forbes-Angaben bereits auf 5,31 Milliarden Dollar angezogen sein und damit im Gesamtjahr auf Kurs von 11 Milliarden Dollar liegen.

... Gewinne angeblich bei bereits 1 Milliarde Dollar

Wie das Wall Street Journal zudem heute berichtete, verdient Xiaomi mit seinen günstigen Smartphones trotzdem ordentlich: So beliefen sich die Gewinne im vergangenen Jahr immerhin schon auf 566 Millionen Dollar.  Das geht aus Dokumenten hervor, die Xiaomi potenziellen Investoren zur Finanzierungsrunde vorlegt, in der Konzernchef Lei Jun frische Mittel in Höhe von 1 Milliarde Dollar einstreichen will.

Für das laufende Geschäftsjahr geht Jun von einer Steigerung des Nettogewinns um satte 75 Prozent aus – das entspräche bereits einem Profit von knapp einer Milliarde Dollar.  Xiaomi hätte sich damit tatsächlich als dritte Kraft der Branche etabliert: Aktuell verdienen nur Apple und Samsung Geld mit Smartphones – wobei der Kultkonzern aus Cupertino mit seinem iPhone fast neunmal mehr verdient als der südkoreanische Herausforderer...

Update 7.11. 18 Uhr: Wie CNBC berichtet, nimmt Xiaomi in der Finanzierungsrunde, die vom russischen Venture Capitalist Digital Sky Technologies (DST) angeführt wird, der schon frühzeitig in Facebook, Alibaba und Airbnb investierte, sogar 1,5 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von über 40 Milliarden Dollar ein.


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