Analyst: Apple Watch verkauft sich besser als das iPad

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Hohes Käuferpotenzial: Wenn nur ein Bruchteil der iPhone-Besitzer zur Apple Watch greift, hat Tim Cook den nächsten Kassenschlager
Hohes Käuferpotenzial: Wenn nur ein Bruchteil der iPhone-Besitzer zur Apple Watch greift, hat Tim Cook den nächsten Kassenschlager (© 2014 Apple)

Tim Cooks Auftritt  auf der Goldman Sachs-Konferenz hat seine Wirkung nicht verfehlt: Nach der Ehrenrunde vor Investoren folgten die Banken artig mit Heraufstufungen. Wall Street-Institution JP Morgan wedelt bereits mit einem neuen, höheren Kursziel – und zwar wegen eines Runs auf die Apple Watch.

Kann Tim Cook seine vollmundigen Versprechen einlösen? Vor 24 Stunden lief der 54-Jährige auf der Investoren-Konferenz von Goldman Sachs  zur absoluten Hochform auf.   „Ich glaube, Sie werden sagen: Wow, ich kann nicht mehr ohne sie leben“, pries der Apple-Chef die kommende Apple-Uhr an, die im April in den USA den Handel erreichen wird. „Die Leute werden überrascht sein, was man mit ihr alles anstellen kann“,  lockte Cook.

Nicht nur die Zuhörer im Palace Hotel in San Francisco, in dem Tim Cook Fragen zum aktuellen Geschäftsverlauf beantwortete, hingen dem Apple-Chef an den Lippen – auch Analysten folgten tags darauf mit Hochstufungen. So sieht die Wall Street-Institution JP Morgan Apple nunmehr bereits bis 145 Dollar klettern – und befeuerte damit ihrerseits natürlich den weiteren Gipfelsturm der Apple-Aktie, die heute bei 124 Dollar ein neues Allzeithoch aufstellte und Apple damit bereits einen enormen Börsenwert  von 725 Milliarden Dollar bescherte.

JP Morgan rechnet mit 26,3 Millionen verkauften Apple Watches bis Jahresende

Voraussetzung für JP Morgan ist eine anhaltende Geschäftsdynamik wie im jüngsten Rekordquartal, die durch die heiß ersehnte neuste Produktkategorie, die Apple Watch befeuert werden soll. Enorme 26,3 Millionen Einheiten sagt Analyst Rod Hall voraus – und das nur bis zum Jahresende!

Das liegt  immer noch unter den optimistischsten Analysten-Schätzungen von 30 bis zu 40 Millionen, die Katy Huberty von Morgan Stanley mehrfach nannte. Evercore-Analyst Rob Cihra prognostizierte zuletzt 18,5 Millionen Einheiten im ersten Verkaufsjahr, während Piper Jaffray-Staranalyst Gene Munster  nur 10 Millionen Exemplare prognostizierte, die schon als Flop verstanden werden dürften.

Vorgabe: Startverkäufe des iPads schlagen

Die ungeschriebene Grenzlinie zwischen Erfolg und Misserfolg dürfte beim Vergleich mit dem iPad liegen. Der Vergleich drängt sich gleich doppelt auf: Das Tablet wurde schließlich von Apple als letztes neues Produkt eingeführt – und das möglicherweise auf die Woche genau zeitgleich, nämlich im April vor fünf Jahren.

Zu schlagen sind 3,27 Millionen verkaufte iPads im zweiten Kalenderquartal, 4,19 Millionen Einheiten aus dem dritten Kalenderquartal und dann 7,33 Millionen iPads im Weihnachtsquartal. Macht summa summarum 14,79 Millionen iPads in den ersten drei Quartalen 2010.

Bereits 17 Millionen verkaufte Einheiten zu Weihnachten?

Nach Einschätzung von Rod Hall überspringt Apple mit folgendem Fahrplan die iPad-Vorgaben: Lediglich 2,1  Millionen Apple-Uhren im zweiten Kalenderquartal würden schon von 6,95 Millionen Einheiten im Sommerquartal gefolgt und schließlich im Dreimonatszeitraum zu Weihnachten von furiosen 17,1 Millionen Stück mehr als verdoppelt.

Nach diesem Rechenexempel könnte Apple bis Jahresende also 26,3 Millionen Uhren verkaufen – und damit knapp 80 Prozent mehr Einheiten als beim iPad.  Für das darauf folgende Kalenderjahr 2016 rechnet  Hall gar bereits mit sehr optimistischen 55 Millionen verkauften Apple Watches.

Rechnung geht auf, wenn nur 6 Prozent der iPhone-Besitzer zur Apple Watch greifen

Der Grund für Halls Optimismus: Das enorme Arsenal an iPhone-Kunden, die sich potenziell für die neue Produktkategorie interessieren. Rund 400 Millionen Apple-Fans nutzen das Kultsmartphone aus Cupertino aktuell bekanntlich: Wenn tatsächlich nur 6 Prozent der iPhone-Nutzer auch bereit wären, ebenfalls für eine Apple Watch Geld auf den Tisch zu legen, ginge Halls Rechnung auf. Angesichts der Loyalität der Apple-Kunden erscheint  ein 'Halo-Effekt' in diesen Dimensionen noch fast moderat kalkuliert, zumal bei den weitaus günstigeren Einstiegspreisen als beim iPhone.

Der Löwenanteil der Käufer – die Rede ist von 95 Prozent – dürfte sich nach Einschätzung des JP Morgan-Analysten dann auch für die günstigste Variante der Apple Watch entscheiden – die nur 350 Dollar teure Sport Edition. Daher fällt die Gewinnmarge mit erwarteten 39 Prozent  kleiner aus als bei der Gelddruckmaschine iPhone....

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