CyanogenMod 13 auf dem OnePlus 3 im Dauertest: ein Erfahrungsbericht

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CyanogenMod 13 läuft auf dem OnePlus 3 sehr flüssig
CyanogenMod 13 läuft auf dem OnePlus 3 sehr flüssig(© 2016 CURVED)

Das OnePlus 3 ist ein sehr gutes Oberklasse-Smartphone, das nur halb so viel kostet wie die großen Flaggschiffe von Apple oder Samsung, aber problemlos an der Spitze mithalten kann. Wir haben das alternative Android-Betriebssystem CyanogenMod aufgespielt und knapp zwei Wochen mit dem Gerät verbracht. So viel vorab: Es lohnt sich!

Von Nutzern für Nutzer: Das ist meist die Idee hinter alternativen Android-Betriebssystemen. Das bringt einige Vor- und Nachteile mit sich, die wir Euch gleich zeigen werden. Was CyanogenMod eigentlich ist, erklären wir Euch hier in unserem Einsteiger-Guide. Wie Ihr z.B. CyanogenMod auf Euer OnePlus 3 aufspielen könnt, haben wir hier in einem Tutorial-Artikel und -Video detailliert beschrieben.

Die Vor- und Nachteile von CyanogenMod 13

CyanogenMod bringt vor allem dann etwas, wenn der Smartphone-Hersteller den Support für "ältere" eingestellt hat und Euer Gerät nicht mehr mit der aktuellen Android-Version versorgt wird. Denn die Entwickler der Custom-ROMs passen die neuen Funktionen meist, solange es technisch möglich ist, für die Smartphones an. Außerdem überladen immer noch viele Hersteller die Handys mit Bloatware, also vorinstallierten Apps, die Speicherplatz rauben. Mit CyanogenMod entfällt dieses Problem.

Seit dem OnePlus One nutze ich CyanogenMod auf meinem Smartphone. Ich habe immer nach einem Betriebssystem gesucht, das ich ohne die Software der großen Unternehmen (Apple, Google, Microsoft) nutzen kann. Bei CyanogenMod war das möglich, denn es ist zwar ein Android-System, allerdings Open Source. Und ich kann es komplett ohne Google-Apps verwenden. Das ist natürlich mit ein paar Einschränkungen verbunden, da Apps wie zum Beispiel "MyTaxi" auf Google Maps zurückgreifen oder viele Spiele nicht dem Open-Source-Standard entsprechen. Doch mir persönlich war das nicht so wichtig, da es zu fast allem Open-Source-Alternativen gibt. Die Google-Apps werdet Ihr unter Oxygen OS nicht los - Punkt für CyanogenMod.

Besonders fasziniert hat mich an CyanogenMod der Datenschutz-Modus. Mit diesem kann ich Apps die Berechtigungen entziehen. Also: MUSS eine App beispielsweise auf mein Kontaktbuch zugreifen, damit ich sie benutzen kann, schickt mein Betriebssystem einfach ein zweites, leeres Adressbuch an die App - und meine Daten bleiben sicher bei mir. Dasselbe macht es auch für Anruflisten, GPS-Daten und Co. Top! Inzwischen könnt Ihr aber auch mit Android 6.0 Marshmallow, also auch unter Oxygen OS, genauer bestimmen, welche App welche Berechtigungen bekommt.

Unter CyanogenMod habt Ihr mehr Einstellungsmöglichkeiten für die Tasten. Ihr könnt in einen Linkshänder-Modus wechseln und auch der Ein/Aus-Taste mehr Funktionen zuweisen. Beispielsweise könnt Ihr darüber auch Anrufe beenden. Selbst das Menü, das erscheint, wenn Ihr den Power-Knopf gedrückt haltet, könnt Ihr anpassen und neben "Ausschalten" und "Neu starten" noch Punkte für den Flugmodus oder Bildschirmfotos hinzufügen. Ebenso bestimmt Ihr weitere Funktionen für die Lautstärketasten. Bei Oxygen OS könnt Ihr lediglich sagen, was beim langen und kurzen Drücken der drei Menü-Tasten (Home, Letzte und Zurück) passieren soll.

Dafür hat Oxygen OS das Menü für den Benachrichtigungs-Schieberegler an der linken Seite besser platziert. Hier stellt Ihr gleich ein, welche Alarme Ihr in den verschiedenen Modi (Prioritäten oder Stummschalten) zulassen wollt. Bei CyanogenMod könnt Ihr erstmal nur festlegen, welche Stellung des Schiebers für welchen Modus steht. Für Detaileinstellungen der Alarme müsst Ihr in ein anderes Menü wechseln, könnt dafür aber auch Regeln erstellen, bei denen Euer OnePlus 3 automatisch in den Modus für "nur wichtige Unterbrechungen" schaltet. Das könnt Ihr per Uhrzeit auf den Feierabend legen oder das Smartphone gleich das ganze Wochenende in den Ruhemodus schicken.

Erfahrungen mit dem OnePlus 3: noch mehr Performance und Schnellladung

Nach knapp zwei Wochen mit CyanogenMod auf dem OnePlus 3 kann ich festhalten: Es läuft sehr stabil. Während sich auf meinem OnePlus Two die Bugs häufen, gibt es mit dem OnePlus 3 nahezu keine Probleme.

Fotos und Videos: Bei der Kamera geht der Punkt bisher knapp an Oxygen OS. Die Fotos sind hier ein wenig schärfer und der Weitwinkel ist ein wenig weiter. Die Qualität ist aber unter CyanogenMod trotzdem detailreich und farbecht.

Akku: Auch wenn der Entwickler der CyanogenMod-Version für das OnePlus 3 im Forum schreibt, dass die Schnellladetechnik Dash Charge nicht funktioniert, hatte unser Smartphone nach 30 Minuten am Strom schon 63 Prozent Akku. Irgendwie scheint es also doch zu klappen. Bezüglich der Akkulaufzeit haben wir keine Unterschiede zu Oxygen OS feststellen können. Bei starker Benutzung muss das Smartphone jeden Tag ans Ladekabel.

Performance: In unseren Benchmark-Tests hat das OnePlus 3 mit CyanogenMod gegenüber Oxygen OS nochmal zugelegt. Bei AnTuTu erreichte es im Schnitt 151.000 Punkte, während das OnePlus 3 mit Oxygen OS "nur" auf 141.000 Punkte kam. Im Alltag merkt man davon allerdings nicht viel. Fakt ist: Das OnePlus 3 reagiert schnell und läuft flüssig - egal ob mit Oxygen OS oder CyanogenMod.

OnePlus 3 im AnTuTu-Benchmark: Im Durchschnitt erreicht das OnePlus 3 mit CyanogenMod 10.000 Punkte mehr als mit Oxygen OS(© 2016 CURVED)

Und zu guter Letzt: Selbst die vom Entwickler beschriebenen "Freezes", also wenn sich das Smartphone aufhängt, kamen bei mir nur einmal pro Woche vor. Durch das Sperren und Entsperren des Bildschirms war das aber sofort behoben.

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