Facebook muss für Lüge bei WhatsApp-Übernahme Millionenstrafe zahlen

Die hohe Geldstrafe hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg womöglich überrascht
Die hohe Geldstrafe hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg womöglich überrascht(© 2015 Facebook Developer)

Lügen lohnt sich nicht: Facebook wird von der Europäischen Kommission wegen falscher Angaben bei der WhatsApp-Übernahme zur Kasse gebeten. Auslöser für die Forderung seien die aktualisierten Nutzungsbedingungen des Messengers.

WhatsApp hat im August 2016 seine Nutzungsbedingungen geändert. Wir haben darüber berichtet, dass Facebook dadurch die Möglichkeit erhält, personenbezogene Daten der Messenger-Nutzer zu erhalten. Mit der AGB-Aktualisierung kündigte das Unternehmen auch die Option an, WhatsApp- und Facebook-Konten zu verknüpfen. Diese Angabe kostet den Social-Media-Riesen laut der offiziellen Pressemitteilung der Europäischen Kommission eine Summe in Höhe von 110 Millionen Euro.

Verknüpfung technisch schon 2014 möglich

Im Rahmen der Übernahme von WhatsApp hat Facebook gegenüber der Europäischen Kommission 2014 behauptet, dass es technisch nicht möglich sei, die Nutzerprofile der Social-Media-Plattform mit den Konten des Messengers zu verknüpfen. Doch zu diesem Zeitpunkt ließ sich dies offenbar bereits technisch bewerkstelligen. Das wusste Facebook laut der Europäischen Kommission schon damals. Demnach hat das Unternehmen verhindert, dass alle relevanten Informationen zur Prüfung der Übernahme vorliegen.

Die Europäische Kommission darf als Geldbuße für falsche Angaben bis zu einen Prozent des Gesamtumsatzes eines Unternehmens verlangen und hat sich dazu entschieden, dieses Maximum auch als Strafe festzulegen. Daraus ergeben sich die 110 Millionen Euro, die nun gezahlt werden müssen. Auf die Genehmigung zur Übernahme von WhatsApp hat dieser Beschluss nachträglich jedoch keinen Einfluss.

Laut der EU-Kommissarin Margrethe Vestager ist die Höhe der Geldstrafe auch als Abschreckung für andere Unternehmen gedacht: "Die heutige Entscheidung sendet ein klares Signal an andere Unternehmen, dass sich diese an alle EU-Vorschriften für Übernahmen halten müssen, inklusive der Verpflichtung, korrekte Informationen zu liefern."

Weitere Artikel zum Thema
In Insta­gram Stories könnt ihr nun per Sticker Fragen stel­len
Christoph Lübben
So sehen die Frage-Antwort-Sticker in Instagram aus
Per Sticker könnt ihr jetzt in Instagram Fragen an eure Follower formulieren. Und sogar auf Gegenfragen mit einer Story antworten.
Face­book hat ein Problem mit der Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung
Christoph Lübben1
Facebook prüft Inhalte auch durch eine künstliche Intelligenz
Eine KI von Facebook hat offenbar eine Textpassage der Unabhängigkeitserklärung entfernt. Es lag wohl ein Verdacht auf Hassrede vor.
Face­book testet neue Funk­tion gegen Spoi­ler
Francis Lido
Die Facebook-App soll euch zukünftig vor Spoilern schützen
Ihr habt Angst vor Spoilern zu eurer Lieblingsserie? Zumindest auf Facebook könnten diese auch bald seltener begegnen.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.