Google Pay funktioniert jetzt in Deutschland: Das müsst ihr wissen

Google Pay ist ab sofort in Deutschland verfügbar.
Google Pay ist ab sofort in Deutschland verfügbar.(© 2018 CURVED)

Ab sofort macht Google Pay euer Smartphone zur digitalen Geldbörse. Mit dem Bezahldienst könnt ihr in Geschäften einkaufen, ohne lange nach dem Portmonee oder dem passenden Kleingeld zu suchen. Wie das funktioniert und was ihr dazu braucht, verraten wir hier.

In den USA gehört das Bezahlen mit dem Smartphone in Geschäften schon lange zu den etablierten Zahlungsmöglichkeiten. Google Pay und Apple Pay machen es möglich. Hierzulande kann man zwar auch in manchen Supermärkten mit seinem Mobilgerät bezahlen, einheitliche Apps, die in vielen Geschäften funktionieren, gab es bislang allerdings nicht. Das will Google mit der Einführung des Bezahldienstes Google Pay ändern.

Wie funktioniert Google Pay?

Um Google Pay zu benutzen, braucht ihr drei Dinge: die "Google Pay"-App, eine Kreditkarte von einer teilnehmenden Bank und ein Android-Smartphone (ab Android 5.0 Lollipop oder neuer). Auf dem iPhone funktioniert Google Pay nicht. Hierzulande arbeitet der Dienst zum Start mit Kreditkarten von N26, der Commerzbank, boon (Wirecard) und Comdirect zusammen. Öffnet ihr de App zum ersten mal, könnt ihr eure Kreditkarte mit Google Pay verknüpfen, in dem ihr sie einfach abfotografiert. Selbst dieser Schritt entfällt, wenn ihr die entsprechenden Daten schon in eurem Google-Konto hinterlegt habt, weil ihr damit Inhalte und Abos im Play Store bezahlt.

Habt ihr eine Karte in der App hinterlegt, könnt ihr nicht nur in Geschäften kontaktlos bezahlen, sondern auch online und in Apps. Beim Online-Shopping tippt ihr zum Beispiel einfach auf den "Google Pay"-Button und bestätigt euren Einkauf. In Geschäften haltet ihr einfach das Smartpone ans NFC-Terminal. Für den Bezahlvorgang reicht es aus, wenn das Display aktiviert ist. Authentifizieren müsst ihr euch erst, wenn ihr für einen höheren Betrag als 25 Euro einkauft. Ist das der Fall, müsst ihr euren Displaycode eingeben oder euren Fingerabdruck benutzen, um die Zahlung bestätigen. Online müsst ihr dafür nicht zwingend sein.

Wo kann ich mit Google Pay bezahlen?

Ab sofort könnt ihr online unter anderem bei Adidas und RyanAir mit Google Pay bezahlen. Später sollen unter anderem MediaMarkt und MyTaxi hinzukommen. In den Läden gibt es diese Begrenzung nicht: "Überall, wo NFC funktioniert, funktioniert auch Google Pay", sagt Spencer Spinnel, Managing Director of Emerging Platforms, bei Google. Zum Start wird der Dienst auf jeden Fall bei Adidas, Aldi Süd, Lidl, Hornbach, MediaMarkt, Saturn, Kaufland und McDonalds funktionieren.

Bei höheren Beträgen müsst ihr das Smartphone entsperren.(© 2018 CURVED)

Auch einem kurzen Test bei einer großen Kaffeekette hielt Google Pay bereits stand. Smartphone zücken, Display aktivieren, aufs Terminal legen, schon ist der Kaffee bezahlt. Geht es nach Google ist das erst der Anfang. Denn Spinnel sagt: "Wir erhoffen uns 100 prozentige Akzeptanz in den nächsten Jahren." Heißt in Klartext. In Zukunft soll Google Pay möglichst überall funktionieren, wo man etwas bezahlen muss. Ein gutes Beispiel dafür sind die USA. Dort funktionieren Apple Pay und Google Pay zum Beispiel auch an ganz normalen Getränkeautomaten.

Wie steht es um die Sicherheit?

Wichtig ist bei einem Bezahldienst natürlich nicht nur Komfort, sondern auch die Sicherheit. Neben der 25-Euro-Grenze hat sich Google mit den Partnern deswegen einiges ausgedacht. So teilt Google den Geschäften beim Bezahlen nicht eure echte Kartennummer mit. Stattdessen funktioniert das System über sogenannte Token, also Kartennummern, die fest ans jeweilige Smartphone gekoppelt sind. Diese sind zudem mit einem Sicherheitscode verknüpft, der sich bei jeder Zahlung verändert.

Natürlich werden bei jeder Transaktion trotzdem Daten ausgetauscht. Was damit passiert, ist schnell erklärt: "Wir benutzen die Daten für einen Grund: die Rechnung anzeigen." Die findet ihr in der App, sie beinhaltet Informationen darüber, was ihr wann wo für welchen Betrag gekauft hat. Auch zwischen den Banken und Google findet kein Datenaustausch statt. Thorsten Daennert von der Commerzbank bestätigt das: Die Daten der Kunden gebe die Bank nicht heraus, auch nicht an Google. "Aus unserer Sicht ist Google Pay ein ordentliches Modell", so Daennert.

Für den Fall, dass das Smartphone mal abhanden kommt, bewirbt Google außerdem die Funktion "Mein Gerät finden". Mit der könnt ihr euer verlorenes Gerät nicht nur orten, sondern auch aus der Ferne alle Daten löschen. Zahlungsinformationen in der "Google Pay"-App inklusive.

Was bringt die Zukunft?

In Deutschland scheint Google nun einen Vorsprung gegen über Apple zu haben. Denn Apple Pay fürs iPhone lässt hierzulande weiter auf sich warten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Apples kommendes Betriebssystem iOS 12, das im September 2018 erscheint, die in Deutschland weiter verbreitete Girokarte unterstützt. Wie sieht das bei Google aus? Wir haben nachgefragt.

Man wolle den Service möglichst allen Nutzern zugänglich machen, sagt etwa Spinell und Daennert fügt hinzu: "In Google Pay kann ich mir Girokarten sehr gut vorstellen." Allerdings steige auch in Deutschland die Akzeptanz für Kreditkarten. Jeder, der ein Konto eröffne, erhalte schließlich eine dazu.

Neben der möglichen Unterstützung der Girokarte soll der Dienst auch erweitert werden, etwa um Eintrittskarten. Das verriet ein Mitarbeiter, als wir uns ein Bild von der Funktionsweise machten. In England solle das zum Beispiel bald in Fußballstadien funktionieren. Dort hält man das Smartphone mit dem digitalen Ticket einfach mit eingeschaltetem Bildschirm an ein Lesegerät und darf anschließend ins Stadion. Es scheint fast so, als wären die Tage des handelsüblichen Portmonees langsam gezählt.


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