Project Ara: Google plant Shop für Baukasten-Smartphone

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Die Module für Project Ara sollt Ihr in einem Shop auch von Drittanbietern kaufen können.
Die Module für Project Ara sollt Ihr in einem Shop auch von Drittanbietern kaufen können.(© 2014 Facebook/The.ARA.Project)

In den letzten Wochen sind immer mehr Details zu Googles Baukasten-Smartphone durchgesickert. Neueste Meldung: In einem Store sollen auch Drittanbieter ab 2015 Module für Project Ara verkaufen können. 

Ich freue mich auf Project Ara: Endlich ein Smartphone ganz nach meinen Wünschen zusammenstellen und bei Bedarf einfach einzelne Komponenten austauschen, anstatt ein komplett neues Geräte zu kaufen. So sieht für mich die mobile Zukunft aus. Umso mehr freue ich mich über jede neue Nachricht zum Baukasten-Smartphone von Google. Wie jetzt zum Beispiel die Ankündigung von Paul Eremenko, dem Direktor von Project Ara, dass es einen Shop geben wird, über den Drittanbieter ihre eigenen Module verkaufen. Gefallen ist die Äußerung bei einem längeren Interview an der Purdue University.

Durch die von Eremenko angekündigte Öffnung von Drittanbietern, droht Project Ara aber auch eine große Gefahr: Eine zu große Auswahl und vor allem schlechte und billige Module könnten die Freude an dem System stören. Hier muss Google von Anfang an auf eine rigorose Qualitätskontrolle achten, sonst verschwindet der Smartphone-Baukasten ganz schnell in der Ecke, und die Nutzer greifen lieber wieder zu Smartphone-Komplettpaketen. Da hilft es nur wenig, dass der Online-Shop für die Ara-Module ähnlich funktionieren soll wie der Play Store und Nutzer die einzelnen Module bewerten und in Rezensionen Vor- und Nachteile erklären können.

Zudem verriet Eremenko, dass die Endoskelette als Basis der Smartphones nur von Google angeboten werden dürfen und dass als ferne Vision nicht nur Smartphones aus dem Baukausten kommen, sondern auch andere Geräte. Eine Philosophie, die der Konzern bei Android bereits umsetzt und die Software für verschiedene Gerätekategorien nutzt: Von Uhren über Handys und Fernseher bis Autos und Set-Top-Boxen.

Kaum Chancen für ein modulares Smartphone

So groß meine Vorfreude auf Project Ara auch sein mag, bereite ich mich trotzdem auf eine Enttäuschung vor. Erfahrungsgemäß gibt es zwischen der ersten und zweiten Version neuer Geräte einen großen Sprung, der viele "Geburtsfehler" beseitigt. So dass man mit etwas Geduld weniger Frust und länger Spaß hat. Beim Design bin ich zu Abstrichen bereit, denn durch die verschiedenen Module wird das Baukasten-Smartphone optisch nicht so aus einem Guss sein, wie etwa das iPhone 6 oder das Galaxy Alpha. Doch ob das auch für die Masse der Käufer gilt, wage ich zu bezweifeln.

Schon bei den PCs zeigt sich, dass die große Zeit der Bastler, die Komponenten selber austauschen, vorbei ist. Die Technik hat ein Niveau erreicht, die den regelmäßigen Austausch von Bauteilen überflüssig macht, und es reicht, sich alle paar Jahre ein neues Gerät zu kaufen. Da kann ich es nachvollziehen, dass man sich lieber mit anderen Dingen als der Hardware-Aufrüstung beschäftigt.

So wird Project Ara - so sehr es mir auf gefallen mag - am Ende nur ein Nischenprodukt sein, wenn der Smartphone-Baukasten überhaupt eine Zukunft hat. Denn in der Nische lässt sich nur wenig Geld verdienen - und das wollen Drittanbieter mit ihren Modulen. Ich warte also mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiter geduldig auf Project Ara.


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