Mit dem Galaxy Alpha brachte Samsung Ende 2014 ein Smartphone auf den Markt, das eine neue Design-Ära einläuten sollte. Großmundig als "iPhone-Killer" angekündigt, blieb das Gerät hinter den Erwartungen von Anbieter und Kunden zurück. So kann der schicke Alu-Rahmen zwar überzeugen und auch die Performance kann sich sehen lassen, doch stehen diverse fragwürdige Designentscheidungen sowie der hohe Preis einem rundum gelungenen Vertreter im Weg. Das Galaxy Alpha konnte im Test daher nicht ganz überzeugen.

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Als das Galaxy Alpha am 29. September in Deutschland erschien, war für Samsung noch Plastik das Material der Wahl: Während das Galaxy S5 noch komplett in Kunststoff gehüllt ist, bringt das Alpha immerhin einen Alu-Rahmen mit; Vorder- und Rückseite sind aber weiterhin aus Plastik. Die wahre Wende sollte erst mit dem Galaxy S6 und S6 edge kommen. Ein schlechtes Gerät ist Galaxy Alpha keinesfalls: Im Antutu-Benchmark kommt es mit dem firmeneigenen Exynos-Achtkerner fast auf 50.000 Punkte, und das trotz des für dieses Preissegment unterdimensionierten 2 GB großen Arbeitsspeichers. Die Bedienung geht daher flüssig von der Hand – inzwischen kann Android Lollipop darauf installiert werden – und auch anspruchsvollere Apps laufen ruckelfrei.

Display lässt zu wünschen übrig

Das schafft es aber, weil auch der Bildschirm nur mit 720p auflöst. Damit kommt es auf eine Pixeldichte von 317 ppi, wohingegen das Galaxy S5 es auf knackige 431 ppi bringt. Allerdings kann es sich damit immer noch mit dem iPhone 6 messen, das nur wenig schärfere 326 ppi schafft. Das Samsung-Gerät ist allerdings wenig blickwinkelstabil und nicht farbecht – ein Gelb- oder Grünstich ist stets bemerkbar. Auf der Habenseite ist beim Galaxy Alpha die Kamera zu erwähnen, deren Aufnahmen mit maximal 12 Megapixeln in Sachen Qualität überzeugen. Videos lassen sich sogar in 4K aufnehmen, für die volle Pixel-Pracht bei der Wiedergabe ist ein entsprechender Monitor also Voraussetzung.

Sollte der Akku einmal den Geist aufgeben oder das Smartphone abstürzen, lässt sich der Energiespeicher mit wenigen Handgriffen austauschen. Die Kapazität von 1860 mAh ist allerdings bloß Mittelmaß. Angesichts eines fehlenden Slots für SD-Karten macht sich auch der geringe Speicher von 32 GB negativ bemerkbar, zumal Euch nur rund 25 GB davon tatsächlich zur Verfügung stehen, den Rest schluckt das Betriebssystem.

Aufgrund verhaltener Verkäufe und angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten gab Samsung schon im Dezember 2014 bekannt, das Galaxy Alpha nicht mehr fortzuführen. Dessen Erbe solle das Galaxy A5 antreten, ein günstigeres Mittelklasse-Smartphone mit Metallgehäuse – das im Test aber kein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis offenbarte. Den Nutzern scheint das Gerät dennoch zu gefallen, ein Video-Nachtest erbrachte aber ebenfalls kein merklich besseres Bild.