Smartphones und Tablets könnten bald ein Label für Nachhaltigkeit erhalten

Fairphone 2
Fairphone 2 (© 2016 CURVED )

Nachhaltigkeit könnte auch für Smartphone- und Tablet-Hersteller demnächst ein größeres Thema werden. So lautet zumindest der Plan von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Künftig könnten Elektronikgeräte demnach mit einem zweiten Label versehen werden, berichtet die ZEIT.

Mit ihrem integrierten Umweltprogramm 2030 möchte Hendricks auch die Kennzeichnung der jeweiligen "Umweltwirkung" eines Smartphones oder Tablets einführen. Ähnlich wie bei großen Elektronikgeräten für Küche und Haushalt, bei denen die Energieeffizienz angegeben wird, könnten Mobilfunkgeräte ein Label für Nachhaltigkeit bekommen. Diese Kennzeichnung soll Euch beispielsweise auch zeigen, ob bei dem Produkt seltene Materialien verwendet wurden, wie stark es die Umwelt belastet und ob bei der Herstellung auch generell viele Ressourcen zum Einsatz kamen.

Nachhaltigkeit als Verkaufsargument?

Mit dieser Maßnahme soll in erster Linie Transparenz geschaffen werden; ein Weg, den Apple als Unternehmen bereits ansatzweise freiwillig verfolgt: Das Unternehmen präsentiert auf der Apple-Webseite den eigenen Beitrag zum Umweltschutz. Auch auf der Keynote 2016 war Nachhaltigkeit ein Thema. So wurde bei der Vorstellung des iPhone 7 und der Apple Watch 2 jeweils noch benannt, dass die Geräte aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt worden sind. Zwar bleibt offen, wie viele Interessenten tatsächlich wegen der Umwelt zu einem Apple-Produkt greifen, doch künftig müssten so auch andere Hersteller Angaben zu den verwendeten Materialien machen – nur nicht ganz freiwillig.

Während das Konzept von Hendricks bei Umweltforschern durchaus positiv gesehen wird, soll die CDU/CSU dem Label für mehr Nachhaltigkeit eher in ablehnender Haltung gegenüberstehen. Als Grund wird hier angegeben, dass die Verbraucher nicht bevormundet werden sollen. Ob und wann das Label für Smartphones und Tablets tatsächlich kommt, steht noch nicht fest. Offen bleibt auch, ob sich so ein Label – positiv oder negativ – auf die Absatzzahlen der Hersteller auswirken wird.

Ein Beispiel für ein Gerät, das den von Hendricks angestrebten Prinzipien bereits folgt, ist das Fairphone 2. Die Herausgeber des Smartphones legen großen Wert darauf, dass die Kunden nachvollziehen können, aus welchen Komponenten das Gerät zusammengesetzt ist. Bei der Produktion soll außerdem möglichst auf sogenannte Konfliktmineralien verzichtet werden, zu denen unter anderem seltene Erden gehören. Ein positiver Nebeneffekt für Käufer: Viele der Einzelteile können aufgrund der modularen Bauweise einfach ausgetauscht werden.

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