iCar-Debatte: Das Apple-Auto – Sinn oder Unsinn?

Die Spekulationen brodelten in der vergangenen Woche über: Arbeitet Apple an einem geheimen Auto-Projekt? Und würde ein iCar überhaupt Sinn machen? Über die guten Gründe dafür, aber auch dagegen, habe ich mit CURVED-Reporter Gerd Blank gesprochen.

Der Traum vom Apple-Auto lebt! In der vergangenen Woche überschlugen sich die Gerüchte um ein iCar: Nachdem Tage zuvor ein schwarzer Minivan mit Zulassung auf Apple gesichtet worden war und Blogs Spekulationen befeuerten, veränderte ein Exklusivartikel des Wall Street Journals den Ton der Debatte um ein Apple-Auto.

Die neben der New York Times renommierteste Zeitung der Welt wusste Erstaunliches zu berichten: Seit einem Jahr arbeitet Apple in einer Geheim-Unit namens "Titan" an einem Elektroauto und wirbt dabei massiv Mitarbeiter von Tesla ab. Nur wenige Tage später zog dann der nicht minder respektierte Finanzinformationsdienst Bloomberg nach und konkretisierte Apples Auto-Vorhaben: Schon bis 2020 soll ein iCar in Produktion gehen!

Die Leaks sind zu umfassend, um sie als reine Gerüchte in die Weltgeschichte zu blasen – zumal bei den Quellen. Vor ziemlich genau zwei Jahren war es mit der New York Times ebenfalls ein Prestigeblatt, das völlig überraschend die Pläne einer Apple Watch enthüllte, die sich im Kern dann bewahrheiten sollten.

Man kann davon ausgehen: Ein Zufall ist es nicht, dass das iCar plötzlich zum großen Thema wird – Apple hat offenkundig ein Interesse daran, die Welt wissen zu lassen, dass es eine "Grand Vision" von der Zukunft hat und nicht nur mit der Apple Watch in zwei Monaten endlich wieder ein neues Produkt auf den Markt bringt, sondern längst für die Zeit nach 2020 plant.

Aber ist ein Apple-Auto tatsächlich das richtige Produkt für das nächste Jahrzehnt? Die Automobilindustrie ist notorisch umkämpft und traditionell margenschwach – Weltmarktführer Toyota setzte im vergangenen Geschäftsjahr mit 216 Milliarden Dollar 34 Milliarden mehr um als  Apple, verdiente mit 18 Milliarden Dollar aber weniger als die Hälfte des  iPhone-Herstellers.

Um einmal die Relevanz des iPhones zu besitzen, müsste das iCar also extrem profitabel sein, sich aber auch millionenfach verkaufen. Ein Erfolg in der Größenordung von Porsche, immerhin einer der größten Premiumfahrzeuganbieter der Welt, würde Apple gerade die Nettogewinne von zwei Wochen im jüngsten Weihnachtsquartal in die Kassen spülen.

Bleibt ein Apple-Auto am Ende also doch das Wunschdenken von Fans des iKonzerns – oder könnte etwa die Übernahme des hoch gewetteten Elektroautoherstellers Tesla den Schlüssel zum iCar darstellen? Darüber habe ich mit Curved-Reporter Gerd Blank diskutiert.


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