Wisst Ihr, dass Apple & Google Eure Mails lesen dürfen?

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Ob iCloud, Googlemail, Yahoo oder Hotmail – die Betreiber dürfen Mails mitlesen
Ob iCloud, Googlemail, Yahoo oder Hotmail – die Betreiber dürfen Mails mitlesen(© 2014 CURVED)

Nur, dass Ihr es wisst: Apple, Google, Yahoo und Microsoft behalten sich das Recht vor, in Eure Mail-Accounts reinzuschauen. Letzterer Anbieter hat kürzlich mit einem Präzedenzfall für einigen Aufruhr gesorgt, der aber auch von einem der Mitbewerber hätte stammen können. Die dürfen das, weil Ihr es Ihnen erlaubt habt.

Bei Apple, Google, Yahoo und Microsoft gilt es gleichermaßen, wie The Guardian aus gegebenem Anlass herausgestellt hat: Die Anbieter räumen sich in ihren Nutzungsbedingungen das Recht ein, Eure Account-Daten und sogar Gesprächsverläufe in Verdachtsfällen zu durchsuchen. Dafür ist kein konkretes Ermittlungsverfahren und ein entsprechender richterlicher Beschluss nötig, denn die genannten Mail-Provider behalten sich ein solches Eingreifen vor, wenn sie ihre Rechte gefährdet sehen.

Präzedenzfall Microsoft

Ein Aufschrei ging durch das Internet, als ein Microsoft-Leaker anhand von Mail-Verläufen überführt werden konnte. Möglich machten das Ermittlungen des geschädigten Unternehmens selbst, das einen verdächtigen Account beim hauseigenen Mail-Dienst Hotmail überprüfte – und dabei offenkundig fündig wurde. Das Benutzerkonto stammt allerdings nicht von dem später festgenommenen ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter, der Insider-Informationen nach Außen dringen ließ. Es gehörte dem Blogger, dem diese Infos zugespielt wurden.

Microsoft kontrollierte dessen Hotmail-Account auf Eigeninitiative und ohne gerichtlichen Beschluss. Dieses Recht nimmt sich das Unternehmen in den Nutzungsbedingungen seines Angebots heraus, ebenso wie Apple, Google und Yahoo auch. Konkrete Fälle, in denen die Anbieter von diesem selbst eigneräumten Recht auch tatsächlich Gebrauch machen, sind sonst aber nicht bekannt.


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