Amazon Echo Spot im Test: die Smart-Home-Kugel

Amazons Echo Spot
Amazons Echo Spot(© 2018 CURVED)

Eine runde Sache: In der zylinderförmigen Produktfamilie der Echo-Geräte fällt der "Spot" auf. Amazon bringt das kugelförmige Gadget mit Bildschirm am 24. Januar 2018 auf den Markt. Wir haben das neue Gadget fürs Smart Home schon testen können.

Look & Feel

Kennt ihr noch den "Magic 8 Ball"? Dieses Spielzeug aus den Neunzigern, das durch Schütteln eine Antwort auf die wichtigsten Fragen barg? Genau daran fühlte ich mich erinnert, als ich den neuen Amazon Echo Spot zum ersten Mal in den Händen hielt. Eigentlich möchte man den Knirps gleich schütteln. Doch da würde einem das Stromkabel einen Strich durch die Rechnung machen. Doch auch festinstalliert macht der "Spot" eine gute Figur. Er ist Amazons zweites Echo-Gerät mit Bildschirm. War der Echo Show mit seinem Display doch relativ auffällig und bestachen etwa der Echo Dot oder der normale Echo durch ihr unauffälliges Design, ist der Echo Spot ein guter Kompromiss. So groß wie eine Schneekugel oder ein Wecker lässt er sich in den Farben Weiß und Schwarz etwa auf Nachtischen, in der Küche oder dem Schreibtisch dezent platzieren. Keine Frage: Spot ist das stylischste Echo-Device. Ist er gerade nicht in Benutzung, zeigt er mir nur die Uhrzeit an. Die Ziffernblätter bzw. sogenannten Watchfaces lassen sich anpassen.

Was soll das?

Nun ist die Frage erlaubt: Warum bringt Amazon dieses Gerät in den Handel? Denn schließlich teilen sich alle Echo-Geräte dieselbe Intelligenz. Doch offenbar hat der Konzern aus Seattle verstanden, dass gute Spracherkennung und -steuerung wichtig und richtig ist, aber das Ansprechen mehrerer Sinne durchaus von Vorteil sein kann. So lässt sich der Echo Spot auch komplett ohne Display bedienen und gibt dieselben Antworten wie ein Echo-Device ohne Bildschirm.

Welche Vorteile bringt der Bildschirm?

Erstmal vorweg: Es ist klein, das Display. 2,5 Zoll misst es. Das sind Mäusekino-Dimensionen. Doch der Vorteil sticht im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge. Spielt man etwa Songs ab, zeigt der Bildschirm die Lyrics im Karaoke-Stil an. Frage ich nach einem Aktienkurs oder der täglichen News-Zusammenfassung, bekomme ich beides direkt angezeigt. Frage ich nach dem Wetter, muss ich mir die Temperaturen nicht merken, sondern sehe sie. Will ich etwas bei Amazon shoppen, bekomme ich die Produkte direkt angezeigt und kann per Touch aufs Display durch die Produktseite navigieren.

Sogar die tagesschau-Nachrichten in 100 Sekunden werden mir auf dem Mini-Bildschirm abgespielt. Drollig wird's dann, wenn man auf das Video-on-Demand-Angebot aus Prime Video zugreift und auf dem kreisrunden Schirm "The Grand Tour" aufruft. In 4K! Doch bei all der Spielerei, die möglich ist: Ein Display, dass mir auch direkt anzeigt, ob Alexa mich verstanden hat, schafft Vertrauen. Dem Digital Performer mag das egal sein, doch gerade Smart-Home-Einsteiger dürften sich über das visuelle Feedback freuen. Vor allem, weil man schon bei der Einrichtung seine Amazon-Logindaten direkt auf dem Bildschirm eintippen kann – ganz wie auf dem Smartphone. Ein kurzes Erklärvideo führt dann durch die wichtigsten Funktionen.

"The Grand Tour" als Mäusekino.(© 2018 CURVED)

Hört er mich denn gut?

Die Echo-Geräte bestechen durch die gute Fernfeld-Mikrofontechnik. So versteht mich mein Echo Dot quer durch die Wohnung, ohne dass ich brüllen muss. Echo Spot hat keine sieben, sondern vier Mikrofone rund um das Display verbaut, soll mich aber nach Amazons Angaben genauso gut verstehen wie andere Echo-Geräte. Im Test konnte ich das bestätigen. Sowohl Echo Dot als auch Echo Spot stehen bei mir neben einem Sessel in der Ecke im Wohnzimmer. Beide reagierten gleichermaßen zuverlässig auf Sprachbefehle. Gut: Während die Echo-Geräte ohne Bildschirm über rot bzw. blau leuchtende LED-Ringe signalisieren, ob sie zuhören oder nicht, visualisiert "Spot" das direkt auf dem Display. So erkennt man auch aus der Entfernung, ob das Gerät lauscht.

Wie klingt er?

Um Längen besser als mein Echo Dot. Okay, das ist auch nicht schwer. Aber dennoch bin ich erstaunt, wie solide der 36 mm-Hochtonlautsprecher im Spot tönt. Um etwa in der Küche ein bisschen Hintergrundbeschallung zu haben, reicht das allemal aus. Wer mehr Wumms will, schließt einen Lautsprecher über den Klinkenanschluss an oder verbindet ihn via Bluetooth.

Was muss ich sonst noch wissen?

Der Spot besitzt noch eine Kamera. Die Bildqualität geht völlig in Ordnung. All jene, die bislang überlegt haben, sich den Spot als smarten Wecker ins Schlafzimmer zu stellen, zucken jetzt aber vielleicht kurz zusammen. Denn: Über ein Alexa-Feature namens "Drop-In" kann ich quasi eine direkte Standleitung zu einem anderen Alexa-fähigen Smartphone oder Gadget aufbauen. Dazu muss ich nur den Namen der Person sagen, die ich anrufen will. Wohlgemerkt: Das Feature ist standardmäßig deaktiviert. So gibt es keine bösen Überraschungen, wenn das Gesicht des Vorgesetzten plötzlich auf dem Spot-Display auftaucht, der nur mal schnell kontrollieren will, ob ich den schon auf dem Weg zur Arbeit bin. Trotzdem kann ich mich schon jetzt ausmalen, dass viele Nutzer die Kamera wohl abkleben werden. Abgesehen vom Drop-In-Feature lässt sich die Kamera auch schlicht für den Video-Chat mit Personen, die ebenfalls Alexa-kompatible Geräte besitzen, nutzen.

Die Kamerafunktion lässt sich auch ausschalten.(© 2018 CURVED)

Preise und Verfügbarkeit

Echo Spot lässt sich bereits vorbestellen, die Auslieferung startet am 24. Januar. Erhältlich ist das Gadget in Schwarz und Weiß. 129 Euro ruft Amazon auf und gewährt beim Kauf eines zweiten Spot einen Rabatt von 40 Euro.

Fazit

Dass ein Echo ungemein praktisch ist, steht außer Frage. Ob man gerade nicht weiß, wie alt Harrison Ford eigentlich ist, Musik von einer Band oder bestimmten Musikrichtung hören will, die smarten Lampen an- oder abschalten will oder sich über das Wetter informiere will – Amazons Künstliche Intelligenz Alexa hilft gerne weiter. Doch wohlgemerkt: In seiner Reinform steckt es in identisch in allen Alexa-kompatiblen Geräten. Mit 129 Euro liegt der Spot preislich zwischen dem Standard-Echo und dem größeren Echo Plus, orientiert sich bei der Baugröße aber eher an einem Echo Dot, den es bereits für 59 Euro zu kaufen gibt.

Lohnt also der Aufpreis für das Display? In meinen Augen bringt das, wenn auch kleine, Display signifikanten Mehrwert, der, wenn weitere Anbieter ihre Alexa-Skills überarbeiten, noch steigen kann. Allerdings empfinde ich den Preis als etwas zu hoch angesetzt. Gemessen daran, dass ich für das Geld schon zwei Echo Dots bekomme. So eignet sich das Gerät zum Verkaufsstart wohl vor allem für alle jene, die bei neuer Technik nicht so sehr auf den Preis achten. Interessierte dürften dann wohl bis zum nächsten Prime-Day warten, wenn Amazon vor allem die Preise für seine eigene Hardware drastisch reduziert. So oder so: Amazon hat mit dem Echo Spot nicht nur die größte Smartwatch der Welt im Sortiment. Das Paket aus kompakter Bauform, gutem kleinen Lautsprecher und Display nimmt vor allem Einsteigern die Angst vorm Smart Home.

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