Apple Watch Series 3 im Test: die LTE-Smartwatch im Hands-on [mit Video]

Die Apple Watch wird erwachsen. Und wie das bei Heranwachsenden so ist, strebt das Wearable zunehmend nach Selbstständigkeit. Apple hat am Dienstag die Series 3 vorgestellt, die fast schon ein Smartphone am Handgelenk ist. Wir konnten uns die LTE-Smartwatch bereits anschauen. Ein erstes Hands-on.

Look & Feel

Vertraut fühlt sie sich an, die neue Apple Watch Series 3. Kein Wunder: Denn äußerlich hat sich nicht viel verändert im Vergleich zum Vorgänger. Die Smartwatch ist auch künftig in den Ausführungen 38mm und 42mm erhältlich. Die Maße sind ebenfalls gleichgeblieben. Insofern die gute Nachricht: All das Geld, das Ihr mitunter in Armbänder für eure Apple-Uhr gesteckt habt, bleibt weiterhin gut investiert.

Auffällig hingegen ist der rote Punkt an der digitale Krone. Er ist den Series-3-Modellen mit LTE- bzw. UMTS-Unterstützung vorbehalten. Spätestens beim Blick auf das Display wird der Unterschied zur Series 2 sichtbar: Die Apple Watch Series 3 verfügt über exklusive Komplikationen. Damit gemeint sind die kleinen, im Falle einer Smartwatch konfigurierbaren Einblendungen im bzw. um das Ziffernblatt herum. Hier habt Ihr künftig nicht mehr nur die Möglichkeit, Euch das Datum, die Temperatur oder den Akkustand anzuzeigen zu lassen, sondern bekommt auch Schnellzugriff auf Euer Telefonmenü. Genauer: das Adressbuch, zuletzt angerufene Kontakte sowie ein Ziffernpad zum Wählen von Nummern.

Passend zu den neuen iPhone-Farben hat Apple am Dienstag auch neue Finishes für seine Uhr vorgestellt: einen warmen Goldton für das Sport-Modell aus Aluminium sowie ein dunkles Grau für die Apple Watch Edition aus Keramik, das dem Spacegrau des iPhone X relativ nahe kommt.

Die Hardware: ein Mini-iPhone dank LTE-Modul

Unter dem kleinen Gehäuse hat sich überdies einiges verändert. Der neue Chipsatz, genannt S3, liefert laut dem Hersteller bis zu 70 Prozent bessere Performance im Vergleich zum Vorgänger. Das soll allerdings nicht zu Lasten der Akkulaufzeit gehen. Ob das stimmt, werden wir im ausführlichen Test herausfinden. Auf den ersten Blick wirkten die Wechsel zwischen den Apps und Ladezeiten vorinstallierter Programme noch einen Tick schneller als bei der Series 2, die ich selbst am Handgelenk trage.

Die größte Neuerung ist allerdings das LTE-Modul. Damit ist die Apple Watch nicht mehr auf die mobile Datenverbindung des iPhones angewiesen. Technisch beeindruckend: Apples Ingenieure haben das Gehäuse nicht größer gemacht, um Platz für die Antennen zu schaffen, sondern einen Teil des Displays zur Antenne gemacht.

Damit die Uhr aber auch weiterhin wasserdicht bleibt, gibt es keinen SIM-Kartenslot. Damit Ihr die Series 3 ohne iPhone unterwegs nutzen könnt, bietet Euch die Uhr bei der Einrichtung auf dem Smartphone an, einen entsprechenden Tarif hinzuzubuchen, falls Euer Provider diesen anbietet. Anschließend seid Ihr deswegen auch weiterhin über Eure reguläre Telefonnummer auf der Apple Watch erreichbar.

Gleichgeblieben ist das kontrastreiche OLED-Display mit 272 x 340 Pixeln (38mm) bzw. 312 x 390 Pixeln (42mm), das mit 1000 nits weiterhin hell strahlt und auch bei Sonnenlicht gut zu erkennen ist.

Die Software

watchOS 4 wird auf der Apple Watch Series 3 zum Verkaufsstart vorinstalliert sein. Besonders hier: Siri hat nun ein eigenes Watchface, das Euch mit den wichtigsten Informationen über den Tag versorgt. Dazu gehören unter anderem Kalendereinträge und Szenen aus Homekit. Darüber hinaus soll das Watchface sich dank Informationen vom iPhone oder iPad, das Ihr in Benutzung habt, dazulernen. Also etwa am Morgen das Wetter oder abends die wichtigsten News das Tages automatisch anzeigen. Außerdem gibt es nun ein Kaleidoskop-Watchface. Und: Micky und Minnie Maus bekommen Gesellschaft von Woody, Jessie und Buzz Lightyear aus "Toy Story".

Abgesehen davon steht Fitness weiterhin im Vordergrund der Apple Watch. Monatliche Challenges sollen Euch langfristig zu Höchstleistungen bringen. Dazu verbessert Apple den Schwimmmodus. Die Apple Watch erkennt mit watchOS 4 nun Anschläge am Beckenrand. Außerdem könnt Ihr bald mehrere Workouts zu einer Session zusammenfügen. Das erinnert ein bisschen ans Zirkeltraining in der Schule. Die passende Musik zum Sport könnt Ihr übrigens direkt in der Workout-App starten und mit einem Swipe nach rechts pausieren.

Preise und Verfügbarkeit

Apple Watch Series 3 (GPS + Cellular) wird in Gold, Silber oder Space Grau Aluminium, oder Silber oder Space Black Edelstahl ab 449 Euro erhältlich sein. Apple Watch Series 3 (GPS) wird mit Aluminiumgehäuse in Gold, Silber oder Space Grau mit einem Sportarmband ab 369 Euro verfügbar sein. Apple Watch Series 1 mit Aluminiumgehäusen in Silber oder Space Grau mit einem Sportarmband gibt es für 269 Euro. Die Apple Watch Edition in grauer oder weißer Keramik kostet ab 1.399 Euro. Für die Apple Watch Nike+ zahlt Ihr ab 369 Euro aufwärts, für die Apple Watch Hermès mindestens 1.249 Euro. Vorbestellen lassen sich die Uhren ab dem 15. September, verfügbar sind sie ab dem 22. September.

Vorläufiges Fazit: den Bestseller verbessert

Kaum ein anderes Gerät von Apple ist so sehr Hard-und Software zu gleichen Teilen. Mit watchOS 4 wird aus dem digitalen Zeiteisen und Fitness-Gadget zunehmend ein Assistent am Handgelenk, der mit jedem Tag smarter wird. Wohlgemerkt: Die Software kommt auch auf die Series-2-Modelle. Doch dank des LTE-Moduls in Verbindung mit dem GPS-Chip braucht es bei der Series 3 immer seltener das iPhone.

Oder anders formuliert: Die Apple Watch wird immer mehr zu einem Mini-iPhone am Handgelenk. Ob man nun wirklich ganz auf das Smartphone verzichten kann und wie sich die neuen Funktionen etwa auf die Akkulaufzeit auswirken, das klärt der ausführliche Test, den wir demnächst an dieser Stelle nachliefern.


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