Cat S50 im Test: Outdoor-Smartphone mit Sonnenallergie

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CAT S50: Robustes Outdoor-Smartphone mit LTE.
CAT S50: Robustes Outdoor-Smartphone mit LTE.(© 2015 CURVED)

Das Cat S50 ist nicht nur wasserdicht und stoßfest, wie es sich für ein Outdoor-Smartphone gehört, sondern surft dank LTE-Modem auch besonders schnell im mobilen Internet. CURVED macht den Härtetest.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar hat seine Marke Cat schon vor Jahren für Outdoor-Smartphones zur Verfügung gestellt. Das Cat S50 gehört zu den ersten robusten Handys, die mit LTE-Tempo mobil surfen und verfügt erstmals über einen eigenen App Store mit passenden Anwendungen, wenn Ihr das Smartphone auf die Baustelle, zum Action-Wochenende oder in den Abenteuer-Urlaub mitnehmt.

Keine Angst vor Wasser, Staub und Stürzen

Mit 185 Gramm ist das Cat S50 ein Schwergewicht unter den Smartphones und vor allem durch seine Dicke von 12,7 Millimetern ein echter Brocken. In der Fläche ist es mit 144,5 x 77 Millimetern fast genauso groß wie das LG G3. Das Outdoor-Smartphone lässt sich mit seinen Abmessungen sicher und gut greifen, allerdings dürfen Eure Hände nicht zu klein sein.

Das Gehäuse des Cat S50 verfügt über gummierte Ecken, die leicht hervorstehen und so mögliche Stürze abfedern. Auf den ersten Blick hält man die Beschläge dazwischen für Metall, stellt aber spätestens wenn man das Smartphone in der Hand hält fest, dass es sich um Kunststoff handelt.

Die Abdeckungen über den Anschlüssen sind extra abgedichtet, so dass das S50 eine IP67-Zertifizierung erhalten hat und den US-Militärstandard MIL 810G erfüllt. In der Praxis bedeutet dies, dass der Hersteller garantiert, dass sein Smartphone bei Umgebungstemperaturen von -25 bis 55 Grad Celsius funktioniert, eine halbe Stunde in einem Meter tiefen Wasser ebenso unbeschadet übersteht, wie Stürze aus 1,2 Metern Höhe.

Im Test stellte Wasser keine Herausforderung für das Cat S50 dar, alle Abdichtungen hielten. Auch den Falltest überstand es fast mit Bravour - nur bei einem Sturz auf einen Steinfußboden kam es unglücklich auf. Es landet fast plan auf dem Display, und das war selbst für das verbaute Gorilla Glass 3 zu viel. Damit wäre mal wieder bewiesen, dass ein Outdoor-Smartphone deutlich mehr aushält als herkömmliche Handys, aber eben auch nicht unzerstörbar ist.

Die Sonne wird zum Problem

Das 4,7 Zoll große Display des Cat S50 lässt sich gut mit nassen Händen bedienen. Wenn Ihr das Smartphone komplett untertaucht, solltet Ihr den Touchscreen lieber abschalten, da er auf das Wasser, beziehungsweise den Wasserdruck reagiert. So bedient sich das S50 unter Wasser und beim Herausziehen quasi von selbst. Unter der Wasseroberfläche reagiert es überhaupt nicht auf Eure Finger.

Der Bildschirm hat eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, was bei der Größe für ein scharfes Bild reicht. Allerdings ist das Display nicht besonders leuchtstark und weist zudem vergleichsweise kleine Blickwinkel auf. Für ein Outdoor-Gerät ist es damit im Sonnenlicht zu eingeschränkt nutzbar.

Im Inneren des Cat S50 verrichtet ein mit 1,2 Gigahertz getakteter Snapdragon 400 mit vier Rechenkernen seine Arbeit. Zusammen mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt er dafür, dass die Installierte Android-Version 4.4.2 flüssig läuft. Im Antutu-Benchmark reicht es für 17.572 Punkte und in der Praxis laufen selbst Spiele wie Asphalt 8, die etwas höhere Ansprüche an die Hardware stellen, flüssig - allerdings nicht mit höchster Grafikauflösung.

Der interne Speicher des S50 ist mit acht Gigabyte nicht besonders üppig bemessen, lässt sich aber mit einer microSD-Karte erweitern. Zudem stehen Euch nur knapp 4,5 Gigabyte davon für eigenen Daten zur Verfügung. Der Rest ist vom System und vorinstallierten Apps belegt. Hier hält Cat sich angenehm zurück und installiert nur Links in App-Form zu verschiedenen Angeboten auf seiner Webseite wie den Shop für Baumaschinen und den Shark Tracker auf dem Smartphone.

Bei der letztgenannten Anwendung handelt es sich um ein Projekt zum Schutz der Haie, das Caterpillar als Sponsor unterstützt. Praktisch finde ich den zusätzlich zum Play Store installierten App Store mit einer Auswahl an "rugged Apps", die durchaus auch im Play Store zu finden sind, hier aber schön übersichtlich und passend zu den Einsatzzwecken des Smartphones sortiert sind.

Das Cat S50 verfügt über zwei Kameras, wobei die auf der Rückseite Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln liefert, während die Frontkamera nur eine VGA-Auflösung zu bieten hat. Da man von den 0,3 Megapixeln nicht viel erwarten kann, enttäuscht die Kamera auf der Vorderseite nicht, ist aber nicht wirklich für Videochats geeignet und für Selfies völlig unbrauchbar.

Die rückseitige Kamera verfügt zwar über eine deutliche höhere Auflösung, überzeugt aber in Sachen Bildqualität überhaupt nicht. Die Aufnahmen sind voller Artefakte und haben einen deutlichen Rotstich. Schön geht anders. Für Unterwasservideos eignet sich das Smartphone auch nicht, da wie beschrieben der Touchscreen auf das Wasser reagiert.

Robustes Mittelklasse-Smartphone mit hohem Aufpreis

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Cat S50 beträgt 479 Euro. Ein hoher Aufpreis für die robuste Bauweise, denn ein herkömmliches Smartphone mit der Ausstattung des Cat S50 sollt nicht mehr als 250 Euro kosten, und eher für 200 Euro erhältlich sein. Für andere Smartphones gibt es stabile Outdoorhüllen schon für weniger als 100 Euro, so dass sich der hohe Preis für das Cat S50 nicht in jedem Fall lohnt.


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