Das Huawei Band 3 Pro im Test: Was kann der farbenfrohe Fitnesstracker?

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Das schmale Huawei Band 3 Pro ist dank AMOLED-Touch-Display ein Hingucker – die Performance im Alltag und beim Sport beurteilt unser Test.
Das schmale Huawei Band 3 Pro ist dank AMOLED-Touch-Display ein Hingucker – die Performance im Alltag und beim Sport beurteilt unser Test.(© 2018 CURVED)

Das Huawei Band 3 Pro soll mit dem AMOLED-Touchscreen und spannenden Sportfunktionen nicht nur Farbe, sondern auch Action in den Alltag bringen: Wie das smarte Fitnessarmband aus China für 99 Euro performt, klärt unser Test.

Mit der Vorstellung der Mate-20-Serie hatte Huawei zugleich zwei neue Fitnessarmbänder angekündigt: Als Nachfolger des Huawei Band 3 ist nun die Pro-Variante erhältlich. Außerdem hat der chinesische Technikhersteller einen günstigen Activity Tracker für Einsteiger auf den Markt gebracht: Das Huawei Band 3e haben wir bereits getestet. Jetzt haben wir uns auch nochmal das Band 3 Pro umgeschnallt – und das kann schon deutlich mehr, wie der folgende Test zeigen soll.

Optik und Tragekomfort

Die Fitnesstracker von Huawei werden gerne mit den Armbänder des ebenfalls aus China stammenden Anbieters Xiaomi verglichen. Um es vorwegzunehmen: Der Vergleich des Huawei Band 3 Pro mit dem Xiaomi Band 3 hinkt, denn das Huawei-Modell spielt mit 99 Euro in einer ganz anderen Preisklasse und bietet dafür auch deutlich mehr Funktionen, während das Xiaomi-Band für rund 30 Euro erhältlich und weniger smart beim Sport ist.

Das Huawei Band 3 Pro ist schmal, aber dank des AMOLED-Farb-Displays mit 120 x 240 Pixel gut lesbar, auch im Sonnenlicht. Es misst 45 x 19 x 11 Millimeter, wiegt 25 Gramm und ist in Schwarz, Blau und Sand/Gold verfügbar. Das Armband ist in zwei Längen erhältlich. Optisch wirkt das gut verarbeitete Metall-Gehäuse robust, aber auch etwas derber als beispielsweise das Fitbit Alta HR oder eben Xiaomis Mi-Bänder. Aber dafür bringt es auch einige Sensoren mit: Dazu gehören ein Herzfrequenz-Sensor und GPS, sodass das Smartphone beim Sport nicht zwingend dabei sein muss – wenn man auf Musik verzichten kann.

Für schmale Frauenhandgelenke ist das Display schon relativ lang und und steht etwas hervor, an Männerarmen sieht es sicherlich noch etwas sportlicher aus. Dennoch scheuert und stört hier im Alltag nichts. Trotz seiner schmalen Bauform ist das Band 3 Pro ein Hingucker: Dafür sorgt das bunte Touch-Display.

Funktionen und Steuerung über das farbige Touch-Display

Das lässt sich per Wischgesten intuitiv steuern. Leider verwechselt das Display manchmal wischen mit tippen, das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Derzeit stehen über das Menü direkt auf dem Armband leider nur drei "Watchfaces" genannte Zifferblätter zur Wahl. Sie zeigen viel Blau und Türkis und die Uhrzeit, das Datum, Schritte, Wetterdaten sowie die Bluetooth-Verbindung. Beim Scrollen kommt man zu den Aktivitäten, der Herzfrequenz, den Schlafdaten, dem Workout-Menü, den Einstellungen und Nachrichten. Per Tippen auf den jeweiligen Menüpunkt sieht man die detaillierten Daten. Zudem gibt es bei eingehenden Nachrichten, Anrufen und App-Benachrichtungen Notifications, die man über die App aber auch deaktivieren kann.

Unter "Mehr" hält das Band die Watchfaces – die hier ganz schlecht übersetzt einfach "Gesichter" heißen – Timer, Stoppuhr und Helligkeitseinstellungen bereit. Ein Wecker finden Nutzer nur in der Huawei-Health-App auf dem Smartphone. Aber es gibt die Möglichkeit, über das Armband einen Alarm auf dem Handy auszulösen, wenn ihr es verlegt habt. Trägt man einen Bluetooth-Kopfhörer, kann das Smartphone für eingehende Anrufe auch in der Tasche bleiben, da man diese über das Armband annehmen kann. Außerdem erinnert das Wearable Nutzer daran, sich jede Stunde zu bewegen.

Das Sport-Tracking des Huawei Band 3 Pro

Das Pro-Band unterstützt die Sportarten Gehen und Joggen auf dem Laufband und draußen, Indoor-Cycling, Fahrradfahren draußen sowie Schwimmen im Becken und frei. Alle anderen Sportarten können allgemein unter Training aufgezeichnet werden. Dann trackt das Band die Herzfrequenz und schätzt daraus resultierend den Kalorienverbrauch. Jedes Workout muss, anders als zum Beispiel bei Fitbit, manuell gestartet und gestoppt werden. Man kann sich hier auch direkt Ziele setzen, etwa Distanzen, Zeit und Kalorien, und regelmäßige Alarme aktivieren. Die Herzfrequenz-Zone hat man sowieso immer auf dem Schirm.

Im Test funktionierte das beim Krafttraining ganz gut und das Band erkannte beim Schwimmen sogar den Schwimmstil. Es war mit der Bahnzählung und der Kalorienberechnung zwar etwas großzügiger als die Apple Watch Series 4, die ich zum Vergleich dabei hatte, aber im Großen und Ganzen ist das Fitness-Tracking zufriedenstellend. Mit dem sogenannten SWOLF-Wert bekommt man sogar eine Einschätzung der Schwimm-Effizienz. Die persönliche Fitness berechnet das Band beim Laufen mit dem VO2max-Wert und zeigt auch die voraussichtliche Erholungszeiten an – praktisch. Zudem kann man es mit den Drittanbietern Apple Health sowie mit der Ernährungs-App MyFitnessPal verbinden.

Zum Thema Trainingsfortschritte soll an dieser Stelle noch gesagt sein: Wer Fitnessziele verfolgt, sollte nicht nur sein Training planen und dokumentieren, sondern vor allem auf die passende Ernährung achten und ausreichend schlafen. Viele Fitnesstracker versagen, wenn es darum geht, die Schlafphasen verlässlich abzubilden. Als Alltags- wie Schlaftracker und für das Aufzeichnen von gängigen Sportarten macht das Huawei Band 3 Pro einen guten Job. Anders als der kleine Bruder, das Huawei Band 3e, das nachts einfach aufhörte, meinen Schlaf aufzuzeichnen, nur weil ich nochmal kurz im Bad war, ordnet die Pro-Variante solche Unterbrechungen richtig ein. Aktiviert man die Funktion Huawei TruSleep über die App, lassen sich die Schlafphasen sogar noch genauer analysieren, das geht aber auf Kosten der Akkulaufzeit.

Gute Akku-Laufzeit, mäßige Huawei-Health-App

Apropos Akkulaufzeit: Die beträgt laut Huawei rund sieben Stunden im GPS-Modus. Wer den nicht viel nutzt, kommt auf bis zu eine knappe Woche ohne Aufladen hin. Binnen eineinhalb Stunden ist der Akku ansonsten wieder ganz voll.

Die Daten, die ein Wearable sammelt, sind die Basis, die Kür stellt allerdings die App dar, mit der man darauf zugreift: Die "Huawei Health"-App ist eher clean gehalten und weniger intuitiv als beispielsweise die Anwendungen von Fitbit oder Withings. Sie wirkt wenig ansprechend oder gar motivierend, an seinen Zielen zu arbeiten. Daran ändern auch die Laufpläne nichts, die man sich für 5, 10 Kilometer sowie einen (Halb-)Marathon auf Basis der bisherigen Pace errechnen lassen kann und die auch eher rudimentär bleiben. Außerdem fehlt mir eine Funktion, mit der man Workouts, die vergessen hat zu tracken, manuell nachpflegen kann. Kurzum: Das geht besser und schöner.

Fazit: Für Huawei-Fans eventuell die richtige Wahl

Das Huawei Band 3 Pro bietet erweiterte Fitnessfunktionen für gängigste Sportarten: Beim Laufen, Radeln und Schwimmen macht es dank verbauten GPS eine gute Figur. Wer mehr Sportarten tracken möchte, schaut sich lieber das Fitbit Charge 3 (ab 150 Euro) oder das Garmin vivosmart 4 (ab 120 Euro) an: Sie bieten nicht nur smarte Fitnessfunktionen für den Alltag, wie das Stress-Tracking, sondern sehen auch etwas hübscher aus, sind nicht so störrisch bei der Touch-Bedienung und – was viele bei der Auswahl eines Activity Trackers oft vergessen – sie überzeugen mit einer tollen Companion-App ohne rudimentäre Übersetzungen aus dem Chinesischen.

Frauen werden mit dem Huawei Band 3 Pro vermutlich allein aus optischen Gründen weniger Freude haben, Huawei-Fans werden die Wahl aber auch nicht bereuen: Sie erhalten immerhin einen soliden Fitness- und Alltagstracker für 99 Euro mit Push-Benachrichtigungen.

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