Xiaomi Mi Band 3 im Test: Der supergünstige Fitnesstracker [mit Video]

Lange wurde spekuliert, nun hat Xiaomi das Xiaomi Mi Band 3 auf den chinesischen Markt gebracht. Auch hierzulande ist das Fitnessarmband zum Preis von etwa 30 Euro zu bekommen. Es soll noch mehr Features mitbringen als das beliebte Mi Band 2. Ob der Import lohnt, zeigt unser Test.

Schaut man sich den Wearable-Markt an, ist Apple aktuell der klare Marktführer – dicht gefolgt von Xiaomi (Quelle: Statista). Dabei könnten die Geräte der beiden kaum unterschiedlicher sein: Premium versus Kassenschlager. Der günstige Elektronik-Hersteller aus China bietet geballte Fitnessfunktionen im schlichten Gewand für ganz kleines Geld und hat mit dieser Strategie sogar den Fitnesstracker-Experten Fitbit von Rang zwei verdrängt.

Das Mi Band 3 im Optik-Vergleich zum Vorgängermodell

Natürlich sollte man dabei im Hinterkopf behalten, wie riesig Chinas Absatzmarkt ist. Dennoch steigt auch hierzulande die Nachfrage nach den supergünstigen Fitness-Armbändern – obwohl man das bisher offiziell nur im Xiaomis Heimatland kaufen kann. Viele wählen den Weg über Importeure, die das Mi Band der neuesten Generation immer noch recht günstig anbieten: Momentan bewegen sich die Preise der China-Shops für das Mi Band 3 bei gut 30 Euro. Der Originalpreis in China liegt bei 169 Renminbi, was umgerechnet etwa 22 Euro entspricht.

Wir haben uns den neuesten Wearable-Streich aus dem Reich der Mitte schon umgeschnallt und getestet, was das Schnäppchen wirklich kann: Zunächst zeigte der Activity Tracker nur chinesische Schriftzeichen auf dem Display, aber Nutzer haben bereits eine englische Firmenware gebastelt und im Netz zur Verfügung gestellt. So konnten auch wir die Anzeigen zumindest zum Teil auf Englisch ablesen und mussten nicht jedes chinesische Schriftzeichen übersetzen. Inzwischen hat aber das offizielle Update der Mi-Fit-App in der Version 3.4.6 die App Stores erreicht und so lässt sich das Mi Band 3 inzwischen komplett auf Deutsch bedienen und ablesen.

Im Vergleich zum Vorgängermodell, dem Mi Band 2, ist das monochrome OLED-Display größer und abgerundeter. Allerdings lässt es sich in der Sonne sehr schlecht lesen und die Helligkeit kann man nicht anpassen. Dafür erkennt das Display aber jetzt vertikales wie horizontales Wischen und Tippen – wenn auch manchmal etwas schwerfällig. Der Tracker wechselt dann zwischen der Tages- und Zeitanzeige zu gelaufenen Schritten und Distanzen, verbrannten Kalorien, der Herzfrequenz, einer Stoppuhr, Wetterinfos, Smartphone-Benachrichtigungen und Menü-Optionen: So könnt ihr das Display-Design verändern oder über das Armband euer verschollenes Smartphone klingeln lassen. Außerdem vibriert das Armband auf Wunsch bei Anrufen und fungiert als sanfter Wecker am Handgelenk.

Links seht ihr nochmal das Mi Band 2 zum Vergleich.(© 2018 CURVED)

Die App ist immer noch dieselbe geblieben: Mit Mi Fit habt ihr eure Statistiken über gelaufene Schritte, Aktivitäten und Schlafphasen bis hin zum Puls oder Gewicht auf dem Schirm. Übrigens geht die Synchronisation erstaunlich schnell vonstatten.

Auch bei dem neuen Mi-Modell muss man den Tracker zum Aufladen über USB aus dem Silikon-Armband drücken. Das ist übrigens gut verarbeitet und robust, auch wenn es bei mir Hautirritationen auslöst, wenn ich es Tag und Nacht trage.

Die sportliche Performance des Mi Band 3

Wer sich mit dem Mi Band 3 einen Personal Coach erhofft, den müssen wir an dieser leider Stelle enttäuschen. Das Fitnessarmband erkennt nur Gehen und Laufen automatisch. Über die Aktivitäten in der App könnt ihr leider auch nur Radfahren und Training auf dem Laufband manuell tracken. Kraft- und Intervalltraining werden nicht unterstützt, ebenso wenig wie Schwimmen, obwohl das smarte Armband bis zu 50 Meter Tiefe wasserdicht sein soll.

Positiv aufgefallen sind dafür die nützliche "Hohe-Herzfrequenz-Warnung" sowie die Tempo-Warnung in den Einstellungen der Aktivitäten. Allerdings würde erstere natürlich voraussetzen, dass die Pulsfrequenzmessung zuverlässig erfolgt, was bei Fitnessarmbändern per se schwierig ist: Ein Pulsgurt ist deutlich genauer. Außerdem solltet ihr euch darüber bewusst sein, dass das Mi Band 3 kein eigenes GPS besitzt, sondern das des Smartphones nutzt. Dafür muss die Verbindung aber sehr stabil sein. Sportler, die es genau wissen und ihre Pace tracken wollen oder gar Musik über das Wearable hören wollen, sollten lieber auf eine Sportuhr zurückgreifen, etwa von Garmin, PolarTomTom, Fitbit oder Samsung. Diese Geräten bieten aber nicht nur deutlich mehr, sondern kosten auch ein Vielfaches.

Nutzer des Mi Band 2 kennen aus der Mi Fit App bereits das Feature "Verhaltenserkennung". Der Sinn und Zweck erschließt sich aber auch mit dem neuen Tracker nicht: Oder bringt es euch weiter, Aktivitäten wie Baden, Essen, Zähneputzen, Stehen oder Busfahren zu tracken? Vielleicht ist diese Funktion interessant für Leute, die mal dokumentieren wollen, wie viel Zeit ihres Lebens sie für diese und andere Tätigkeiten aufwenden oder aber Xiaomi nutzt die Daten, um auf Dauer das Tracking zu verfeinern.

Fazit: Solides Fitnessarmband zum Spitzenpreis mit Abstrichen

Die Navigation des Mi Band 3 ist nicht ganz einfach, sie ist etwas verwirrend aufgebaut durch die vertikale und horizontale Menü-Struktur und die Lesbarkeit in der Sonne ist wirklich mies, das kann man nicht anders sagen. Bei einem Preis von derzeit gut 30 Euro sind das allerdings verhältnismäßig geringe Abstriche, die ihr machen müsst. Gravierender sind allerdings die groben Messungen: weder die Schlafdauer noch die gelaufenen Schritte oder die Herzfrequenz waren im Test stimmig.

Wer zu Motiviationszwecken eine leise Ahnung von seinen Fitnessdaten erhalten möchte, und ein günstiges wie unauffälliges kleines Einsteigermodell sucht, der dürfte mit dem Mi Band 3 allerdings zufrieden sein. Immerhin stimmt die Tendenz und Erinnerungen an regelmäßiges Aufstehen und Bewegen gibt es auch. Verlasst euch allerdings nicht darauf, dass Benachrichtigungen vom Smartphone immer durchkommen. Dafür ist die App besonders flott und nutzerfreundlich, während der Wearable-Akku mit einem langen Atem beeindruckt: Ist die automatische Herzfrequenzmessung deaktiviert, reicht die Stromversorgung sogar für über zwei Wochen. Hier machen andere Geräte deutlich schneller schlapp.

Das Testgerät des Xiaomi Mi Band 3 wurde uns freundlicherweise von Tradingshenzhen zur Verfügung gestellt.

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