Fitbit Alta HR im Test: Der kleine Fitnesstracker mit Pulsmessung

Peinlich !78
Fitbit Alta HR
Fitbit Alta HR(© 2017 CURVED)

Fitbit hat seinem dezentesten Fitnesstracker ein Pulsmessgerät verpasst. Der Fitbit Alta HR reicht damit technisch näher an den Charge 2 heran, bleibt aber noch mehr auf Abstand, als die zehn Euro Preisunterschied vermuten lassen.

Mit 15 Millimetern ist der Fitbit Alta HR genauso schmal wie der ein Jahr alte Alta ohne Pulsmessgerät. Am Handgelenk bleibt der Fitnesstracker damit ein Leichtgewicht. Sogar im direkten Vergleich zum Fitbit Charge 2 ist er nicht nur schmaler, sondern auch spürbar leichter. Das hätte ich nicht erwartet.

Klein, leicht und an Eurem Puls

Der Fitbit Alta HR zählt, wie es sich für einen Fitnesstracker gehört, Eure Schritte und berechnet daraus verbrauchte Kalorien und zurückgelegte Strecken. Zusätzlich misst er nicht dauerhaft, aber konstant und in kurzen Abständen Euren Puls und zeigt auch diese Daten in der Fitbit-App ab. Schlaf erkennt das Wearable ebenso zuverlässig, wie es auch per sogenanntem "SmartTrack" zwischen Spazieren, Joggen, Radfahren oder einem Workout unterscheiden kann.

Zusätzlich weist Euch der Alta HR durch Vibrationen und optische Signale auf eingehende Anrufe oder Benachrichtigungen auf dem Smartphone hin – sofern beide dauerhaft per Bluetooth verbunden sind. Nutzt Ihr ein Android-Smartphone, müsst Ihr für die Bluetooth-Verbindung seit Android Marshmallow auch noch GPS aktivieren.

Anders als beim Charge 2 hat der Fitbit Alta HR keine Taste an der Seite. Ihr könnt das Display nur durch Anheben des Armes oder doppeltes Antippen aktivieren. Mit jedem weiteren Antippen wechselt die Anzeige zum nächsten Wert. Das OLED-Display ist bei Sonnenlicht und im Dunkeln gut zu erkennen. Allerdings ist es nur etwa halb so groß wie beim Charge 2 und kann entsprechend weniger Infos auf einmal anzeigen. Beim größeren Fitbit-Wearable gefiel es mir gut, Uhrzeit und Schritte gleichzeitig ablesen zu können. Sehr unglücklich finde ich eine andere Designentscheidung: Sobald Ihr mehr als 999 Schritte gelaufen oder 999 Kalorien verbrannt habt, passt die Zahl nicht mehr in eine Zeile. Stattdessen steht die Tausender-Ziffer alleine in eine Zeile über den anderen drei – und ist auch noch größer. Das verwirrt und ist unschön anzuschauen. Besser sieht es aus, wenn Ihr die Ansicht vom Hoch- ins Querformat umschaltet. Dann schaut man allerdings weniger bequem auf das Display.

Die fehlende Taste ist dann auch ein Grund, warum der Fitbit Alta HR über keinen Multisportmodus verfügt. Sprich Ihr könnt nicht selbst die Überwachung einer Aktivität starten und beenden. Dafür sehe ich aber schon beim Charge 2 kaum noch eine Notwendigkeit, da "SmartTrack" meistens sehr gut funktioniert. Auch praktisch abseits des Sports: Das normale Kunststoff-Armband des Alta HR könnt Ihr ohne Werkzeug austauschen und stattdessen Armbänder aus Leder oder Metall befestigen, die ab 60 bzw. 90 Euro erhältlich sind.

Im Fitbit Alta HR steckt ein Lithium-Polymer-Akku, der trotz Pulsmessung eine Laufzeit von bis zu sieben Tagen haben soll. Die Woche habe ich noch nicht hinter mich gebracht, aber bereits der Charge 2 übertraf zu Beginn die vom Hersteller angegebene Laufzeit. Danach sieht es momentan auch beim Alta HR aus. Über das nur für den Fitnesstracker passende Ladekabel soll die Batterie in ein bis zwei Stunden aufgeladen sein.

Fazit: eine schmale Nische

Die unverbindliche Preisempfehlung für den Fitbit Alta HR liegt bei 150 Euro. Zum Vergleich: Der Alta ohne Pulsmessgerät kostet 120 Euro, der etwas größere und umfangreicher ausgestattete Charge 2 kostet 160 Euro. Und genau zwischen diesen beiden befindet sich auch die Zielgruppe des Fitnesstrackers. Ihr wollt ein möglichst unauffälliges Wearable haben, könnt aber nicht auf die Pulsmessung verzichten? Dann wäre der Alta HR Eure erste Wahl. Ist Euch Eure Herzfrequenz egal, könnt Ihr mit dem Fitbit Alta ein paar Euro sparen. Darf es auch etwas größer sein, erhaltet Ihr mit dem Fitbit Charge 2 ein übersichtlicheres Display und mehr Funktionen.

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