Die besten Fahrrad-Halterungen für Euer Smartphone

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Vier Wege Euer Smartphone am Lenker zu befestigen.
Vier Wege Euer Smartphone am Lenker zu befestigen.(© 2015 CURVED)

Der Sommer lädt zu langen und kurzen Radtouren ein und auf Eurem Smartphone sind die passenden Fitness- und Navi-Apps bereits installiert – doch wie kommt es aus der Hosentasche an den Lenker? Wir haben vier universelle Fahrrad-Halterungen für Smartphones ausprobiert und verraten Euch, welche die Beste ist.

Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und auch sonst ist das in Hamburg mein Haupt-Fortbewegungsmittel. Inzwischen kenne ich viele Wege durch die Hansestadt. Aber gelegentlich komme ich doch in die Verlegenheit, für eine längere Radtour auf eine Navi-App zurückgreifen zu müssen. Das ist natürlich nur richtig sinnvoll, wenn ich die Karte mit den Richtungsangaben sehen kann und das Smartphone nicht in meiner Hosentasche steckt.

Mit Finn, Velo~X, Morpheus Labs M4, Quad Lock, Rubberman und der Universal-Fahrradhalterung von Callstel habe ich sechs Halterungen zur Auswahl, die grob gesagt nach zwei Prinzipien funktionieren und zwischen 3,90 Euro und 54,99 Euro kosten. Trotz des berüchtigten Hamburger Schietwetters verzichte ich auf eine Halterung mit wasserdichter Hülle, da ich bei Regen sowieso keine gemütlichen Fahrradtouren mache, sondern nur schnell von A nach B fahre und mich nicht in unbekannten Stadtteilen herum treibe.

Finn: Spontan und alltagstauglich

Finn besteht aus dehnbarem und trotzdem reißfesten Silikon und wird einmal um den Lenker geschlungen. Erfunden haben die Halterung zwei Fahrradkuriere aus Graz mit ihrer Firma Bike Citizens, zu der auch eine gleichnamige Navi-App für Radfahrer gehört. Damit die Anwendung sich auch wirklich benutzen lässt, muss das Smartphone natürlich an den Lenker und da gefiel den Profi-Radfahrern keines der am Markt erhältlichen Modelle, so dass sie ihre eigene Halterung entwickelt haben.

Finn passt quasi an jeden Lenker – und zum Transport in die Hosentasche. Da Ihr eine Schlaufe durch die Lasche zieht, liegt das Smartphone nicht direkt auf dem Metall auf und verrutscht an der Lenkerstange nicht. In die Halterung lassen sich kleine Smartphones mit vier Zoll-Displays wie das iPhone 5s, mittelgroße Modelle wie das HTC One M9, aber selbst große Phablets wie das Samsung Galaxy Note 4 einspannen.

Wichtig ist, dass man Finn richtig montiert. Ohne Blick in die Bedienungsanleitung passiert es schnell, dass man die Halterung falsch um den Lenker wickelt. Die Konstruktion hält dann trotzdem, ist allerdings wackelig und schaukelt extrem hin und her, wenn man zum Beispiel über Kopfsteinpflaster fährt. Damit sie bombenfest sitzt, müsst Ihr Finn von oben um den Lenker wickeln und nicht von unten. Dann kann man auch problemlos über Kopfsteinpflaster fahren - und nach Angaben des Herstellers sogar Downhill-Rennen machen, was ich in Hamburg aber nicht ausprobieren konnte.

Oso Velo~X: Fest gebunden und trotzdem flexibel

Die Velo~X von Oso befestigt Ihr mit einem Inbusschlüssl und einer Schraube fest an der Lenkerstange. So müsst ihr nicht fürchten, dass jemand die Halterung im Vorbeigehen von Eurem Fahrrad pflückt. Damit die Halterung um verschieden dicke Lenkerstangen – auch von Motorrädern – passt, befinden sich drei Gummistreifen in der Packung. Für Fahrräder musste ich bisher immer auf alle drei zurückgreifen. Ist die Velo~X am Lenker montiert, bleibt die auf einer Kugel gelagerte Halterung flexibel. So könnt Ihr nicht nur den Winkel einstellen, sondern Euer gesamtes Smartphone auch ins Querformat drehen. In die Halterung passen alle Geräte mit einer maximalen Breite von 93 Millimetern – viele Smartphones also auch mit Schutzhülle.

Während der eine Arm der Velo~X mit einer Feder versehen ist und sich selber wieder an das Smartphone schmiegt, müsst Ihr beim anderen an einer Schraube drehen, um ihn zu lösen und nach dem Verschieben wieder zu befestigen. Die zwei Arme halten das Smartphone schon gut und gefühlt auch sicher fest. Zur Absicherung könnt Ihr aber noch eine 4-Punkt-Stretchband aus Silikon über die Ecken des Smartphones ziehen - aber nicht so weit, wie bei Finn. Die Velo~X bietet sich zur festen Montage an und ist trotzdem eine in der Nutzung flexible Halterung. Sie kostet rund 20,00 Euro und firmiert bei einigen Händlern auch als Oso OS1400.

Morpheus Labs M4: das magnetische Case

Die Smartphone-Halterung M4 von Morpheus Labs besteht aus zwei Teilen: einer Halterung für den Lenker und einem Case, in das Ihr Euer Smartphone steckt. Ein Magnet hält die beiden zusammen. Eine Sicherung sorgt dafür, dass sie auch auf Kopfsteinpflaster und Buckelpisten zusammenbleiben. Die Halterung selbst lässt sich mit einer Schraube für Lenkerstangen mit Durchmessern von 22 bis 32 Millimeter anpassen und mit einer weiteren Schraube schnell montieren und auch wieder abnehmen. Die beiden Greifarme sind innen mit einer Gummischicht versehen, die für einen sicheren Halt sorgt und Kratzer auf dem Metall verhindert.

Das Case mit dem Smartphone sucht sich durch die vier Magneten quasi selbst seinen Platz. Ihr könnt aber wählen, ob Ihr es im Hoch- oder Querformat am Lenker haben wollt. Eine Sicherung zum Schieben sorgt dafür, dass Ihr Euch nicht nur auf die Kraft der Magneten verlassen müsst. Bisher gibt es das Morpheus Labs M4 nur für das iPhone 6s und iPhone 6 – es sollen aber bald auch für verschiedene Android-Geräte Hüllen erhältlich sein. Insgesamt gefällt mir die Halterung gut: Sie sieht gut aus, lässt sich problemlos montieren und erledigt ihren Job gut. Wenn Ihr kein Problem damit habt, Euer Smartphone in die Hülle zu packen, bleibt nur noch der vergleichsweise hohe Preis von 54,99 Euro als Gegenargument.

Quad Lock: Für Sportler und unwegsames Gelände

Bei Quad Lock handelt es sich um ein umfangreiches Halterungssystem für Smartphones – ich habe die Universal-Variante ausprobiert: Sie besteht aus einer Halterung, die Ihr mit Kabelbindern oder Gummibändern nicht nur an der Lenker- sondern auch an der Haltestange befestigen könnt, und einem Adapter zum Einklicken. Diesen könnte ich direkt auf mein Smartphone kleben, dann wäre es aber dauerhaft dicker. Deswegen befestige ich ihn lieber an einer Hülle, in die ich mein Nexus 4 für die Fahrt einlege. Je nach Form und Material der Rückseite Eures Smartphones führt mitunter kein Weg an einem Case vorbei. Der Hersteller des Quad Lock bietet selber Hüllen für iPhone-Modelle und einige Android-Geräte sowie Halterungen für das Auto und den Arm zum Beispiel von Joggern an.

Die Halterung ist schnell befestigt und wenn Ihr Gummibänder verwendet, auch zügig wieder demontiert. Der Adapter klickt problemlos ein und sitzt fest und sicher. Zum Lösen schiebt man das Äußere der Quad Lock-Halterung nach unten und dreht den Adapter wieder heraus. In größeren Taschen ist das Handy mit Hülle und Universal-Adapter auch schnell verstaut. Jenseits geteerter Straßen und gepflasterter Radwege erweist sich Quad Lock als gute Alternative zu Finn: Das Smartphone bleibt fest an einem Ort und der Inhalt des Displays ist dauerhaft gut zu erkennen.

Rubberman: Sympathische Idee, mit Schwächen bei der Umsetzung

Der Rubberman vereint Recycling und mit moderner Technik. Die Halterung besteht aus alten Traktorreifen und einem Ring aus Federstahl. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Finn: Halterung um den Lenker legen und das Smartphone an vier Ecken in das aus alten Reifen herausgeschnittene Gummi einspannen. Allerdings ist der Rubberman deutlich weniger flexibel und ich bekam ihn zunächst gar nicht erst um meinen Fahrradlenker herum – bei einem anderen Rad klappte es mit viel Mühe, aber der Start der Fahrradtour verzögert sich mit etwas Pech trotzdem um mehrere Minuten. Schnell und komfortabel geht jedenfalls anders. Falls Euer Lenker besonders schmal ist oder Ihr den Rubberman wie vom Hersteller vorgeschlagen, an anderen Fahrzeugen wie Kinderwagen oder Rollatoren benutzen wollt, so lasst Euch sagen, dass Smartphones mit mehr als fünf Zoll großen Displays nicht mehr herein passen – schon beim Nexus 4 mit seinem 4,7 Zoll großem Display wird es knapp.

Callstel Universal-Fahrradhalterung: Keine günstige Alternative

Die Universal-Fahrradhalterung von Callstel ist schon für weniger als fünf Euro zu bekommen und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Finn. Zu den Unterschieden gehört, dass das Smartphone nicht an seinen vier Ecken in die Halterung aus Silikon eingespannt wird, sondern zwei Schlaufen darum gelegt werden. Die Halterung wiederum wird nicht einmal komplett um den Lenker herum gezogen, sondern nur dahinter längs geführt. Dadurch hat das Smartphone nicht nur direkten Kontakt mit dem Metall, sondern verrutscht auch noch viel leichter als bei Finn. Zudem befinden sich die Striemen der Halterung direkt über dem Display. Finn verdeckt je nach Modell maximal die Ecken des Touchscreens. Mit der Halterung von Callstel lässt sich das Smartphone nicht mehr gut bedienen und die Karte der Navi-App oder andere Anwendungen nicht mehr komplett erkennen. Da ist auch der niedrige Preis kein Kaufargument mehr.

Fazit

Für meine Zwecke ist Finn ideal. Passt in jede Tasche, ist schnell montiert und hält mir die Navi-App immer vor Augen. Selbst Kopfsteinpflaster lässt sich mit der Halterung gut befahren. Als etwas unflexiblere Alternative bietet sich das Quad Lock an, zu dem auch Halterungen für das Auto und zum Joggen gehören. Vorteil hier: Die Universalhalterung lässt sich auch auf wasserdichte Outdoor-Gehäuse kleben. Ohne Klebe, dafür mit Magenten arbeitet das Morpheus Labs M4. Ebenfalls, wenn auch in der Montage etwas aufwändiger, gefällt mit der Nachzügler Velo~X von Oso. Der Rubberman und die Universal-Fahrradhalterung von Callstel funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Finn, bleiben im praktischen Nutzen aber deutlich hinter der Fahrradkurier-Erfindung zurück und haben sich für mich als völlig unbrauchbar erwiesen.

Wollt Ihr nicht nur einfach Euer Smartphone am Lenker befestigen, sondern noch Daten von Eurem Fahrrad und zusätzlichen Sensoren erhalten sowie Euer Smartphone unterwegs mit Strom versorgen, dann solltet Ihr einen Blick auf Cobi werfen. Die Smart-Bike-Halterung ist nach erfolgreicher Finanzierung über Kickstarter gerade in den freien Vorverkauf gelangt und soll schon bald an die ersten Käufer ausgeliefert werden.


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