FreeBuds 3 im Test: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt?

Halten die FreeBuds 3 im Test, was sie versprechen?
Halten die FreeBuds 3 im Test, was sie versprechen?(© 2019 CURVED)

Die FreeBuds 3 von Huawei sind True-Wireless-Köpfhörer, die durch ihr ansprechendes Design und ihren günstigen Preis Apples AirPods Pro den Rang ablaufen sollen. Doch wie steht es im Allgemeinen mit der Qualität der In-Ears – und vor allem mit deren Sound sowie dem Active-Noise-Cancelling?

Zum ersten Mal gesehen haben wir die FreeBuds 3 bereits auf der IFA 2019, auf der mein Kollege Martin Haase sich herumgetrieben hat. Ich selbst habe die kleinen In-Ears vor wenigen Wochen am Münchener Flughafen testen können – genauer gesagt ihre Noise-Cancelling-Funktion. Vor Ort hatte ich dann die Wahl: Möchte ich die FreeBuds 3 in Ceramic White oder Carbon Black?

Interessanterweise griffen die meisten Männer im Raum automatisch zu den weißen FreeBuds 3, während die Frauen – mich eingeschlossen – sowie einige männliche Individuen ein Auge auf die schwarze Variante geworfen hatten. Ich hatte Glück und konnte die dunklen Kopfhörer abgreifen. Viele Kollegen vergleichen das glänzende Schwarz mit der Oberfläche eines dunklen Flügels – bei mir weckt das Design jedoch mehr Erinnerungen an Darth Vaders Maske aus "Star Wars". Was auf keinen Fall negativ gemeint ist.

Auch das runde, aufklappbare Ladecase mit einem USB Typ-C-Anschluss auf der Unterseite kommt im selben Look und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Auf der rechten Seite ist ein unauffälliger Knopf eingelassen, der euch hilft, wenn ihr das Case mit einem Gerät verbinden wollt. Drückt ihr dort lange drauf, wechseln die FreeBuds 3 in den Kopplungsmodus.

FreeBuds 3 Hands-on: erstes Einrichten

Einmal in der Hand, war es kein Problem, die FreeBuds 3 mit meinem Huawei Nova 5T Testgerät zu koppeln. Ich musste dazu nur die AI Life App von Huawei aus dem App Store herunterladen. Dort kann ich den aktuellen Akkustand der Ear-Buds und auch des Ladecases prüfen sowie die aktive Geräuschunterdrückung manuell steuern.Die App gibt es für alle Android-Geräte – für iOS gibt es sie leider noch nicht. Mit dem iPhone lassen sich die Kopfhörer durch Bluetooth koppeln und per Gesten steuern.

Die FreeBuds 3 im kompakten Ladecase.(© 2019 CURVED)

Nachdem wir das geklärt haben, widmen wir uns weniger praktischeren, aber umso schöneren Themen: dem Design der FreeBuds 3. Optisch erinnern die open-fit In-Ears von Huawei stark an die AirPods – was bereits seit Bekanntwerden des Designs für ordentlich Schlagzeilen sorgte. Insbesondere, da Apple sich bis heute nicht dazu durchgerungen hat, die eigenen Kopfhörer neben der klassisch weißen Variante auch in Schwarz anzubieten.

Obwohl die FreeBuds ohne Silikonstöpsel auskommen müssen, liegen sie erstaunlich stabil im Ohr. Lediglich beim schnellen Laufen auf einem Laufband musste ich ab und an mal überprüfen, ob die Kopfhörer noch gut sitzen.

Die FreeBuds 3: eine günstigere Alternative zu Apples AirPods Pro?

Weitere Aufmerksamkeit erlangten die Kopfhörer durch ihren Preis: "Schlappe" 179 Euro möchte Huawei für seine neuen In-Ears haben. Das sind ganze 100 Euro weniger als sie Apple für die AirPods Pro verlangt – und bieten wie bereits erwähnt ebenfalls Noise-Cancelling.

Leider ist jedoch genau die aktive Geräuschunterdrückung, also das Alleinstellungsmerkmal der Kopfhörer, auch das Feature mit den größten Schwächen. Sicher, die Kopfhörer haben es ohne den abdichtenden Silikonstöpsel schwerer als die Konkurrenz, dennoch hilft es im Alltag mehr, die Musik lauter zu drehen. Das liegt vermutlich daran, dass das Noise-Cancelling wirklich nur dann greift, wenn es sich um ein kontinuierliches Rauschen handelt, das es ausblenden muss.

Denn der erste Test am Flughafen, wo bekanntlich ein steter Geräuschpegel durch startende und landende Flugzeuge herrscht, fiel extrem positiv aus. Mit dem Lärmpegel einer U-Bahn-Kakophonie am Morgen haben die FreeBuds 3 dann doch ihre Schwierigkeiten.

Die FreeBuds 3 ermöglichen eine unkomplizierte Nutzung

Steuern könnt ihr die FreeBuds ganz einfach per Gesten, genauer gesagt durch Tippen. Zweimal am linken Hörer tippen signalisiert den In-Ears, das Noise-Cancelling zu aktivieren. Zweimal an den rechten Hörer tippen lässt ein Lied weiter springen. Die Lautstärke und Feineinstellungen der aktiven Geräuschunterdrückung könnt ihr mit dem Smartphone regulieren.

Huawei setzt hier bewusst auf einfache Gestensteuerung mit nur zwei Möglichkeiten, damit der User sich nicht viele unterschiedliche Kombinationen merken muss und am Ende durcheinander kommt. Mir persönlich gefällt dieses Prinzip. Da ich sowieso über das Smartphone Musik höre, tippe ich einfach lieber weiter am Bildschirm herum, bevor ich aufgrund verschiedenster Gestenkombinationen mit den Händen durch die Luft wedele.

Der ultimative Alltags-Check: Telefonate und Akkulaufzeit

Ich gebe zu: Ich bin Viel-Telefoniererin und mache das am liebsten mit Kopfhörern, da ich dann die Hände frei habe. Das Telefonieren gestaltet sich mit den FreeBuds 3 dabei ebenfalls angenehm. Der chinesische Hersteller setzt auf einen sogenannten Knochen-Sprachsensor, der die Knochenschwingungen im Gehörgang aufnimmt und in das "Gesprochene" umwandelt.

Um die Umgebungsgeräusche wie Wind kümmert sich das Mic-Duct-Design am unteren Ende der Kopfhörer, andere Geräusche und Frequenzen filtert das Mikro heraus. Eine gut eingespielte Kombi, die das Telefonieren im Alltag angenehm gestaltet. Am Stück konnte ich die Kopfhörer wie vom Hersteller angegeben bis zu vier Stunden nutzen. Anschließen mussten die Ear-Buds wieder ins mitgelieferte Ladecase und waren nach spätestens einer Stunde wieder voll einsatzbereit.

Für wen eignen sich die FreeBuds 3?

Seid ihr auf der Suche nach günstigen True-Wireless-Kopfhörern mit hochwertigem Design, angenehmen Tragekomfort und gutem Sound, können wir euch die FreeBuds 3 nur ans Herz legen. Insbesondere der vergleichsweise günstige Preis ist natürlich verlockend. Die Bedienung ist einfach, der Akku hält was er verspricht und Telefonate sind kein Problem.

Alles in allem sind die Kopfhörer von Huawei wirklich zu empfehlen – wenn ihr mit dem etwas schwächelnden Noise-Cancelling klarkommt. Wollt ihr euch komplett von der Außenwelt abschirmen, greift ihr besser zu den Sony WF-1000XM3 oder den Apple AirPods Pro, die in dieser Kategorie noch etwas besser abschneiden.

Und noch ganz zum Schluss: Habt ihr ein aktuelles Huawei-Smartphone wie das Mate 20 Pro, P30 Pro oder ein neues Mate 30 Gerät, kommt auch bei den FreeBuds 3 noch die sogenannte Dual-Channel-Übertragungstechnologie zum Einsatz. Dabei verbindet sich jeder FreeBud einzeln mit dem Musik-Ausgabegerät, wodurch die Latenz verringert werden soll.


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