Sechs Tablets mit 10,1 Zoll für unter 200 Euro im Check

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Wer sich von der Masse abheben will, der braucht Extras
Wer sich von der Masse abheben will, der braucht Extras(© 2014 CURVED)

Der Einstieg in die Tablet-Welt ist mit Android nicht teuer. Für weniger als 200 Euro bekommt Ihr zwar keinen iPad-Konkurrenten, aber zum Beispiel eines dieser sechs Geräte von Archos, Hannspree, Huawei, Medion, Prestigio oder Trekstor. CURVED zeigt ihre Vor- und Nachteile und weiß, welches die beste Wahl ist.

Wie viel Tablet bekommt Ihr für 200 Euro? Diese Frage war der Ausgangspunkt für diesen Vergleich, bei dem wir uns zuerst den Modellen mit 10,1 Zoll großen Touchscreens widmen. Obwohl alle Geräte über Displays mit einer zu kleinen Auflösung von 1280 x 800 Pixeln verfügen und für meinen Geschmack zu pixelig sind, lassen sich bei der Bildqualität trotzdem noch weitere deutliche Unterschiede ausmachen.

Widmen wir uns aber zuerst weiteren Gemeinsamkeiten: Bei allen sechs Tablets könnt Ihr den internen Speicher mit einer microSD-Karte erweitern. Eine Audio-Buchse - in erster Linie für Kopfhörer - ist ebenso Standard wie WLAN und Bluetooth. Den ersten Abweichler gibt es dann jedoch schon beim USB-Anschluss: Prestigio setzt die Mini-Version statt der üblichen Micro-Variante.

Gleiches ist beim internen Speicher festzustellen. Während alle anderen Hersteller auf eine Kapazität von 16 Gigabyte setzen, hält Huawei beim Mediapad 10 Link acht Gigabyte für ausreichend. Bei den Prozessoren gehören vier Rechenkerne zum guten Ton, wobei am Ende nicht nur die Taktfrequenzen zwischen 1,2 und 2 Gigahertz für Leistungsschwankungen sorgen. Wenden wir uns jetzt aber den einzelnen Tablets im Detail zu.

Archos 101 Xenon: Schöne Verpackung für langsamen Inhalt

Das 101 Xenon von Archos liegt mit seiner Rückseite aus Metall angenehm in der Hand und fühlt sich gut an. Die Tasten sind angenehm zu drücken und weisen klare Druckpunkte auf. Es verwirrt allerdings, dass sich an der Seite über dem Lautstärkeregler eine Home-Taste befindet, mit der Ihr auf den Startbildschirm gelangt. Der Einschaltknopf sitzt dagegen auf der oberen Kante des Tablets. Da die Tasten nicht beschriftet sind, vertippt man sich nach dem Auspacken nur allzu gern.

Der Quad-Core-Prozessor ist mit 1,2 Gigahertz nicht besonders schnell getaktet, was sich vor allem bei Spielen bemerkbar macht. Die Nutzeroberfläche und kleine, alltägliche Apps laufen flüssig, aber rechenaufwändige Software, wie etwa das Rennspiel Asphalt 8, das bei hoher Grafikqualität stark und bei mittlerer Qualität immer noch leicht ruckelt, machen auf dem 101 Xenon einfach keinen Spaß.

Als Betriebssystem kommt Android 4.2.2 Jelly Bean zum Einsatz. Die 2-Megapixel-Kamera des 101 Xenon liefert Bilder ohne Details, die sich verkleinert gerade noch für Schnappschüsse eignen. Ihr könnt mit dem Tablet von Archos nicht nur per WLAN surfen, sondern auch per UMTS Daten übertragen. Merkwürdig ist nur, dass die Abdeckung über dem SIM-Kartenschacht und dem Einschub für die microSD-Speicherkarte fast über die gesamte Breite der Rückseite geht.

Fazit: Schönes Gehäuse, brauchbare Software, gerade noch ausreichend Rechenkraft und eine Kamera, auf die man gut verzichten kann.

Hannspree Hannspad SN1AT74B2E: KitKat mit wenig Kraft

Mit seiner Rückseite, die größtenteils aus Metall besteht, wirkt das Hannspad SN1AT74B2E von Hannspree hochwertig und fasst sich schön an. Allerdings benötigt das Display nach dem Einschalten eine Sekunde zum Aufwachen. Vorher reagiert der Touchscreen nicht auf Berührungen, so dass ich oft zu schnell war und ein zweites Mal wischen musste, um die Bildschirmsperre zu lösen. Der Einschaltknopf und die Lautstärkeregler haben klare Druckpunkte, sind allerdings vergleichsweise schwergängig.

Der nur mit 1,2 Gigahertz getaktete Prozessor liefert zusammen mit dem ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher gerade genug Leistung, um das Betriebssystem und Standard-Apps flüssig laufen zu lassen. Für rechenaufwändige Spiele müsst Ihr Euch ein anderes Gerät suchen. Asphalt 8 ruckelt selbst bei niedrigster Grafikqualität. Als einziges Tablet in diesem Vergleich punktet das Hannspad mit der fast aktuellsten Android-Version 4.4.2.

Die Kamera nimmt nur Fotos mit einer Auflösung von zwei Megapixeln auf und liefert so Aufnahmen mit wenig Details. Die Farben sind in Ordnung, allerdings bereiten starke Kontraste dem Objektiv Probleme. Ihr könnt das Hannspad über einen Stromanschluss aufladen, aber auch den Micro-USB-Anschluss verwenden, so dass Ihr kein zusätzliches Kabel einpacken müsst. Über den HDMI könnt Ihr Videodateien auf externen Bildschirmen abspielen.

Fazit: Schickes Gehäuse, aktuelle Software, miese Performance und schlechte Kamera.

Huawei Mediapad 10 Link: Wenig Speicher und alte Software

Das Mediapad 10 Link macht sich mit lauten und starken Vibrationen bemerkbar. Schaltet Ihr sie nicht ab, stören sie bei der Nutzung, obwohl sie ja eigentlich unauffällig Rückmeldungen geben sollten. Die Rückseite besteht größtenteils aus glatten, angenehm in der Hand liegendem Metall. Nur der obere Rand besteht aus Kunststoff.

Gleiches gilt für den weißen Rand auf der Vorderseite, der den schwarzen Rahmen um das Display umschließt. Die Blickwinkel des Display fallen groß genug aus, und die Leuchtkraft sowie die Farben sind in Ordnung. Die Tasten haben deutliche Druckpunkte und sind angenehm zu drücken.

Der interne Speicher ist mit acht Gigabyte nur halb so groß wie bei den anderen Tablets im Vergleich. Die 3,1-Megapixel-Kamera liefert gute Farben, die Bilder sind allerdings pixelig und für Schnappschüsse gerade noch OK. Der Quad-Core-Prozessor ist allerdings nur 1,2 Megapixel getaktet und schafft es zusammen mit dem ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher die Nutzeroberfläche und Standard-Apps flüssig laufen zu lassen. Für Spiele eignet sich das Setup nur eingeschränkt - bei Titeln mit aufwendiger Grafik geht es in die Knie. Asphalt 8 ruckelt zum Beispiel bei mittlerer Grafikqualität.

Mit Android 4.1.2 läuft auf dem Mediapad 10 Link eine veraltete Version von Googles Betriebssystem, der einige praktische Funktionen der aktuellen Version 4.4 fehlen. So ist es nur ein kleiner Bonus, dass Ihr eine SIM-Karte einlegen könnt, um unabhängig von WLANs im Internet zu surfen.

Fazit: Ansprechendes Design, veraltete Software, langsame Hardware und gerade noch akzeptable Schnappschüsse.

Medion Lifetab E10317: Viele Apps vorinstalliert

Medion verpasst dem Lifetab E10317 eine Rückseite aus leicht aufgerautem Metall, versieht sie allerdings mit einem breiten Kunststoffrand. So spürt Ihr mit der Hand auf der Rückseite immer zwei verschiedene Materialien, was sich merkwürdig anfühlt. Die Vorderseite wartet ebenfalls mit einem breiten Rahmen um das Display auf, dessen Kante noch einmal extra abgesetzt ist. Die Tasten haben klare Druckpunkte, sind aber vergleichsweise schwergängig. Das Display wirkt und hat vergleichsweise kleine Betrachtungswinkel, weist aber eine ausreichende Leuchtkraft auf.

Der Quad-Core-Prozessor ist zwar mit 1,6 Gigahertz getaktet und der Arbeitsspeicher ein Gigabyte groß, trotzdem ruckelt Asphalt 8 bei mittlerer Grafikqualität. Android läuft flüssig, aber beim Starten von Apps fallen lange Ladezeiten auf und teilweise ruckeln sogar Standard-Apps.

Mit Android 4.2.2 ist das LifeTab nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber auch noch nicht total veraltet. Medion installiert Euch einige zusätzliche Apps, aber weder die Tablet Security von Kaspersky noch der Gutschein für Bild+ oder der Music Maker Jam lösten bei mit Begeisterungsstürme aus.

Die Kamera mit einer Auflösung von 5 Megapixeln löst mit einer deutlichen Verzögerung aus, liefert aber eine Bildqualität, die für Schnappschüsse in Ordnung ist. Über den HMDI-Ausgang spielt Ihr Filme mit hoher Auflösung auf externen Bildschirmen ab.

Fazit: Das Design ist verbesserungswürdig, Software noch in Ordnung, Leistung ausreichend und Kamera für Schnappschüsse geeignet.

Prestigio Multipad 4 Ultimate 10.1 3G: Der Schein trügt

Im ersten Moment wirkt das Multipad 4 Ultimate 10.1 3G sehr ansprechend. Zum Lieferumfang gehört eine Tasche aus Kunstleder, die Vorderseite ist in schlichtem schwarz gehalten und die Rückseite mit einem rauen, sehr griffigen Kunststoff überzogen. Dieser ist leider markant mit Hersteller-Logo, Gerätenamen und den notwendigen Logos bedruckt. Schaltet man zudem das Display ein, erstrahlt es viel zu hell und wirkt ausgeblichen. In die gleiche Richtung geht die 2-Megapixel-Kamera, die mit starken Kontrasten überhaupt nicht zurecht kommt und sehr blass wirkenden Farben abliefert.

In dem schicken Gehäuse stecken darüber hinaus ein mit 1,6 Gigahertz getakteter Quad-Core-Prozessor und ein ein Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Zusammen sorgen sie dafür, dass die installierte Android-Version 4.2.2 - die nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist - ebenso flüssig läuft wie Standard-Apps. Bei rechenaufwändigen Anwendungen stößt die Hardware allerdings an ihre Grenzen. Ein aktuelles Rennspiel wie Asphalt 8 lässt sich zum Beispiel bei mittlerer Auflösung nicht spielen, da es zu stark ruckelt.

Darüber hinaus verzichtet Prestigio auf den typischen micro-USB-Anschluss und verbaut stattdessen die Mini-USB-Variante. Die kleinen Lautsprecher, die in Tablets sprechen, sind sowieso nichts für einen audiophilen Hochgenuss, aber beim Multipad 4 Ultimate klingt der herauskommenden Ton deutlich schlechter als bei den anderen Tablets in diesem Vergleich. Einen kleinen Pluspunkt gibt es für den SIM-Karten-Slot, der dafür sorgt, dass Ihr mit dem Multipad auch unterwegs per UMTS surfen könnt.

Fazit: Schickes Design, Software noch OK, Leistung ausreichend und eine unbrauchbare Kamera.

Trekstor Surftab Xintron i 10.1: Atom-Prozessor sorgt für Leistung

Das Surftab Xintron i 10.1 von Trekstor wartet ebenfalls mit einem Rückseite aus Metall auf. Die Tasten sind leichtgängig und haben trotzdem klare Druckpunkte. Für Verwirrung sorgt der Home-Button neben Lautstärkeregler und Einschaltknopf, denn eigentlich gibt es dafür bei Android inzwischen eine Schaltfläche auf dem Touchscreen.

Die Lautsprecher befinden sich vorne am Gehäuse, so dass sie den Ton direkt in Eure Richtung abgeben. Die Kamera liefert mit einer spürbaren Auslöseverzögerung Bilder mit einer Auflösung von fünf Megapixeln, die farblich in Ordnung sind und sich für Schnappschüsse eignen, wenn die Fokussierung klappt - was nicht bei jedem Bild der Fall ist.

Im Testfeld überzeugt das Surftab mit der leistungsfähigsten Hardware. Sein Atom-Prozessor von Intel ist mit zwei Gigahertz getaktet. Ihm steht ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Zusammen sorgen sie dafür, dass auch ein grafikintensives Spiel wie Asphalt 8 bei hoher Qualität flüssig läuft. Beim Betriebssystem müsst Ihr Euch mit Android 4.2.2 zufrieden geben und noch auf KitKat verzichten.

Fazit: Alltagstauchliches Design, flotte Hardware, nutzbare Software und eine Kamera auf die man nicht voll vertrauen sollte.

Nicht an der falschen Stelle sparen

Keines der sechs günstigen Tablets hat mich restlos überzeugt. Mindestens einen groben Schnitzer leistet sich jeder Hersteller; für Spiele mit aufwendiger Grafik eignet sich kein Modell. Da gefällt mir das auf dem Datenblatt perfekt rein passende und nur wenig teurere, aber schon etwas ältere Samsung Galaxy Tab 3 immer noch besser.

Müsste ich mich für eines der sechs Geräte entscheiden, würde ich das SurfTab Xintron 10.1 von Trekstor wählen, da das Display mich am meisten anspricht und es die beste Leistung bietet. Um wirklich zufrieden zu sein, würde ich aber eher doch ein paar Euro mehr ausgeben oder mich für 200 Euro bei den sieben und acht Zoll großen Tablets umsehen.


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