Garmin vivosport im Test: Fitnesstracker mit GPS müssen nicht klobig sein

Der Garmin vivosport berechnet u.a. die verbrauchten Kalorien.
Der Garmin vivosport berechnet u.a. die verbrauchten Kalorien.(© 2018 CURVED)

Der Garmin vivosport ist mit seinem integrierten GPS eine kleine und leichte Alternative zu großen Jogging-Uhren. Im Test muss sich der Fitnesstracker mit Pulsmessung aber auch im Alltag bewähren.

Bisher musste man sich zwischen einer großen Laufuhr mit GPS oder einem dezenten Fitnesstracker ohne GPS entscheiden. Die verfügen zwar schon länger über eine Pulsmessung, aber für eine Standortbestimmung mussten sie auf ein Smartphone zurückgreifen – falls sie diese Funktion überhaupt unterstützen. Der Garmin vivosport ist klein und ortet seine Position trotzdem alleine.

Klein, leicht und mit GPS

Der Garmin vivosport ist viel leichter als Jogging-Uhren, wie etwa die Forerunner 735XT, und sitzt bequem am Handgelenk. Im Alltag merkt man ihn kaum und auch beim Sport stört er nicht. Mit dem klassischen Verschluss lässt sich das Armband bequem einstellen, schließen und öffnen.

Beim Funktionsumfang steht der vivosport den großen Laufuhren kaum in etwas nach. Er misst dauerhaft den Puls, aktiviert für manuell getrackte Aktivitäten das GPS, ermittelt konstant den Stress-Level, zeigt Benachrichtigungen vom Smartphone an und bietet eine VO2max-Berechnung und eine Sport-Alter-Bestimmung. Dabei ist der Fitnesstracker von Garmin nicht nur auf Laufen und Radfahren beschränkt, sondern kommt auch mit Workouts, Training im Fitnessstudio oder Joggen auf dem Laufband zurecht. Schwimmen könnt ihr mit den Wearable ebenfalls, denn es ist wasserdicht.

Die verbrauchten Kalorien errechnet der Garmin vivosport und überwacht auch euren Schlaf. Er fungiert zudem als Timer sowie Stoppuhr und zeigt das Wetter an. Ihr könnt mit ihm die Musikwiedergabe auf dem Smartphone steuern oder ein verlegtes Telefon suchen. Seid ihr zu lang inaktiv, erinnert euch das Armband daran, dass es an der Zeit ist, sich wieder zu bewegen. Mich störte die Funktion allerdings eher, als dass sie mich motivierte. Aber zum Glück lassen sich die Bewegungserinnerungen deaktivieren.

Im Alltag erweist sich die Bewegungserkennung MoveIQ als sehr praktisch. Ohne dass man das Tracking extra manuell einschalten muss, erkennt sie zuverlässig, wenn man mindestens zehn Minuten lang zu Fuß geht, läuft oder Rad fährt. Bei der automatischen Erkennung bleibt das GPS deaktiviert, dafür vergisst man aber auch nicht die Aktivität zu beenden, wenn man z.B. nach Feierabend zuhause direkt auf dem Sofa landet.

Alle Infos in der Connect-App

Das Display des Garmin vivosport ist dauerhaft eingeschaltet und auch ohne Beleuchtung konstrastreich und gut zu erkennen. Auf eine Armbewegung oder durch Antippen schaltet man die Beleuchtung an und kann es auch bei Sonnenlicht gut erkennen. Allerdings ist das Display klein. Bei 72 x 144 Pixeln bleibt nicht viel Platz für Informationen, so dass man man immer nur einen Messwert zur Zeit sehen kann. Für mehr Übersicht und detailliertere Infos muss man die App "Garmin Connect" auf dem Smartphone nutzen.

Die Connect-App ist meiner Meinung nach aber nicht optimal aufgebaut und unübersichtlich. Für Nutzer, die nur im Alltag Schritte zählen und ab und zu mal Joggen gehen, ist sie zu umfangreich. Wer jedoch mit ihrer Hilfe sein Training analysieren und verbessern will, wird sich über den Umfang an Informationen freuen. Und genau wie die großen Laufuhren liefert der vivosport die hierfür nötigen Daten.

Knöpfe oder Tasten hat der Garmin vivosport nicht. Stattdessen erfolgt die Bedienung des Fitnesstrackers durch einmaliges oder doppeltes Antippen, gedrückt halten oder Streichen über das Display. Das geht mit der Zeit gut und fix, erfordert aber eine kurze Eingewöhnung.

Garmin gibt die Laufzeit des vivosport mit bis zu sieben Tage an, die sich auf maximal acht Stunden verkürzt, wenn das GPS aktiv ist. Im Test hielt der Akku mit deaktivierten GPS im Alltag immerhin fünf Tage durch.

Fazit

Die unverbindliche Preisempfehlung für den Garmin vivosport erscheint mit 200 Euro im Vergleich zu anderen Fitnesstrackern hoch. Achtet man aber weniger auf das Erscheinungsbild, ist er im Vergleich zu anderen GPS-Wearables wie der Fitbit Ionic, die zum Verkaufsstart 349 Euro kostete, günstig und verfügt über einen ähnlich großen Funktionsumfang. Der vivosport überzeugte im Test zudem mit einem bequemen Sitz. Eine Schwachstelle bleibt die zu umfangreiche und dadurch unübersichtliche App.

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