GoPro Hero7 Black im Test: Die Actionkamera, die keinen Gimbal braucht

Für die neue GoPro Hero7 Black braucht man keinen Gimbal mehr. Das verspricht zumindest der Hersteller. Die Kamera soll selber Bewegungen ausbalancieren und so für ein ruhiges Video sorgen. Das haben wir im Test natürlich ausprobiert, genau wie die neue TimeWarp-Funktion oder die neue Bedienoberfläche auf dem Touchscreen.

Hypersmooth nennt GoPro die neue Bildstabilisierung der Hero7 Black. Sie funktioniert auch noch bei 4K-Aufnahmen, sofern man 16:9 als Seitenverhältnis wählt. Die Software in der Kamera gleicht dabei mit der Rechenkraft des verbauten Chipsatzes die Bewegungen aus.

Hypersmooth: Bildstabilisierung ohne Gimbal

Das Ergebnis sind auch wirklich stabilere Bilder. Natürlich kann auch Hypersmooth nicht jede ruckartige Bewegungen verschwinden lassen, wie man im Testvideo beim Flag-Football-Training sieht. Aber da wäre auch jeder andere Gimbal an seine Grenzen gekommen. Bei ruhigeren Aufnahmen, etwa wo ich mich selber filme, sorgt Hypersmooth für einen ruhigen Bildlauf.

Allerdings sieht man den Aufnahmen die Nachbearbeitung durch Hypersmooth an. Vor allem wenn die Kamera nicht bewegt wird, fangen die Bilder an zu "pumpen". Es sieht aus als bewege sich da etwas, obwohl dem gar nicht so ist.

Ingesamt sorgt Hypersmooth für ein ruhigeres Bild aus der Hand bei der Hero7 Black als bei jeder anderen GoPro. Qualitativ reicht es aber noch nicht an externe Gimbals heran. Die kann man auch weiterhin verwenden und die Bildstabilisierung deaktivieren. Dafür funktioniert Hypersmooth aber in Situationen, in denen ein Gimbal versagt oder nicht nutzbar ist: unter Wasser, bei starken Erschütterungen oder wenn es sehr windig ist.

Let's do the Timewarp

Ein besseren Eindruck als Hypersmooth hinterlässt der neue Timewarp-Modus bei mir. Bei ihm handelt es sich um eine Zeitraffer-Funktion. Aber anstatt nur in einem vorher festgelegten Abstand Fotos aufzunehmen und sie zu einem Video zusammen zu fügen, nimmt die GoPro Hero7 Black im Timewarp-Modus ein durchgängiges Video auf und speichert, bzw. spielt es in erhöhter Geschwindigkeit ab. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Statt eines abhakten Zeitraffers fließen die Bilder nun durchgängig und schnell vor dem Auge vorbei.

GoPro hat nach eigenen Angaben den Ton bei der Hero7 Black verbessert. So soll sich der Dynamikumfang erhöhen und eine neuartige Mikrofonmembran Vibrationen verhindern, wenn die Kamera irgendwo beschäftigt ist. Bei älteren Modellen hört man teilweise jede Fingerbewegung am Handgriff. Das ist nun nicht mehr der Fall. Allerdings bietet sich das interne Mikrofon der Hero 7 Black weiterhin eher nur zum Einfangen der akustischen Atmosphäre an. Für gute Sprachaufnahmen braucht man weiterhin ein externes Mikrofon, wie man in unserem Testvideo gut hören kann. Dort macht sich die leichte Brise an der Elbe deutlich bemerkbar.

Dabei wird die Tonübertragung bei der GoPro Hero7 Black deutlich wichtiger. Denn mit der Actionkamera kann man jetzt auch Livestreams machen. Dazu muss die Hero 7 Black per WLAN mit einem Smartphone verbunden sein. Dort startet man in der GoPro-App die Liveübertragung über die mobile Internetverbindung. Aktuell funktioniert das allerdings nur über Facebook. Weitere Dienste wie Instagram, Twitch, YouTube oder Vimeo sollen aber folgen.

Neben der App ist der Touchscreen der Hero7 Black weiterhin mit die erste Wahl bei der Bedienung der Kamera. GoPro hat die Nutzeroberfläche für das neue Modell überarbeitet und in meinen Augen nicht nur schöner und moderner, sondern auch übersichtlicher gemacht.

Hilfreiche Automatik und praktische Sprachsteuerung

Nehmt ihr Fotos mit der Hero7 Black auf, hat GoPro nach eigenen Angaben den Automatikmodus verbessert. Im HDR-Modus soll er das Rauschen reduzieren und das lokale Tone Mapping verbessern. Im Test macht sich der HDR-Modus durchaus positiv bemerkbar. Allerdings lag unser Fokus auf den bewegten Bildern.

Die Automatik der GoPro Hero7 Black soll nicht nur bei Fotos helfen. Die Kamera soll jetzt auch die Umgebung erkennen und ihre Belichtungseinstellungen zum Beispiel an Berge mit Schnee oder einen Wald mit viel Licht und Schatten anpassen. Die Nachbearbeitung der Videos mit der App soll durch automatisch erkannte Highlights verbessert werden. Jubelnde Menschen oder lächelnde Gesichter gehören zu den Aktivitäten, die automatisch markiert werden sollen. Mit der App "Quik Stories" bekommt man dann mit wenigen Klicks ein Video erstellt.

Man kann in der Hero7 Black ein GPS für die Aufnahmen aktivieren. Dies liefert dann Daten zur Geschwindigkeit oder Bewegungen, die man in der GoPro-App in die Videos einblenden kann. Mit der Standortbestimmung nimmt allerdings die Akkulaufzeit ab. Ich konnte im Test die Kamera mit aktiven GPS nur etwas länger als eine Stunde benutzen. Für die meisten Action-Sequenzen immer noch völlig ausreichend und bei Bedarf kann man den Akku fix austauschen.

Die maximale Auflösung der GoPro Hero7 Black liegt immer noch bei 4K. Die Actionkamera ist weiterhin wasserdicht und soll mit Erschütterungen keine Probleme haben. Außerdem kann man weiterhin auf die praktische Sprachkontrolle zurückgreifen. Die ist besonders hilfreich, wenn man die Kamera an schlecht erreichbaren Orten montiert oder Handschuhe trägt.

Fazit

Die neue GoPro Hero7 Black soll am 27. September in den Handel kommen. Ihre unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 429,99 Euro und damit ist sie deutlich günstiger als die Hero6 Black bei ihrem Verkaufsstart. Schlechter geworden ist die Actionkamera aber nicht, sondern hat praktische Funktionen dazu bekommen. Vor allem die TimeWarp-Funktion, die neue Nutzeroberfläche und die Livestream-Funktion – sofern demnächst weitere Dienste dazu kommen – sind gute Argumente für die neue Kamera. Die Hypersmooth-Bildstabilisierung sorgt einerseits wirklich für ruhige Videos, hat aber Auswirkungen auf die Bildqualität, so dass externe Gimbals bei hohen Ansprüchen an die Bilder immer noch unverzichtbar sind.

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