Huawei Mate 20 Lite im Test: Zwei Dualkameras und Hilfe beim Fotografieren

Das neue Huawei Mate 20 Lite.
Das neue Huawei Mate 20 Lite.(© 2018 CURVED)

Eine Dualkamera ist nicht genug: Das Huawei Mate 20 Lite hat vorne und hinten je zwei Kameralinsen und beim Fotografieren steht einem eine künstliche Intelligenz hilfsbereit zur Seite.

Das Huawei Mate 20 Lite schmiegt sich angenehm in die Hand, ist allerdings verdammt groß. Die Tasten an der Seite und den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite erreicht man trotzdem mit einer Hand problemlos. Den 6,3 Zoll großen Touchscreen erreicht man jedoch nur mit der zweiten Hand komplett. Das Display ist mit einem Seitenverhältnis von 19,5:9 sehr in die Länge gezogen und hat eine bisher ungewöhnliche Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln, die aber problemlos für ein detailreiches Bild ausreicht.

Doppelte Dualkamera mit künstlicher Intelligenz

Auf der Rückseite des Huawei Mate 20 Lite befindet sich eine Dualkamera. Während die 20-Megapixel-Linse die Fotos aufnimmt, liefert die 2-Megapixel-Linse zusätzliche Infos für den Bokeh-Effekt. Bei diesem wird der Hintergrund extra unscharf gemacht, damit der Betrachter sich auf die Person oder den Gegenstand im Vordergrund konzentriert. Das funktioniert in der Praxis ganz ordentlich, aber nicht perfekt. So hält die Kamera nur eine Schulter für Vordergrund und macht die zweite wie den Hintergrund unscharf. Kleine Lücken im Motiv, wie bei dem eingerahmten Straßenschild, stellen die Kamera ebenfalls vor Probleme. Ein Zoom wie bei anderen Dualkameras ist nicht vorhanden.

Die Farben der Fotos wirken natürlich und strahlen trotzdem kräftig. Die Aufnahmen zeigen viele Details und selbst bei Dunkelheit in der Nacht sind die Bilder zwar dunkel, aber nicht komplett verrauscht. Der HDR-Modus gleicht nicht nur Kontraste aus und passt helle und dunkle Bereiche aneinander an, sondern lässt auch die Farben kräftiger wirken. Panorama-Bilder setzt die Software ordentlich zusammen – sofern sich kein Auto durch das Bild bewegt und man die Hand ruhig und nicht zu schnell bewegt.

Die zweite Linse der Dualkamera auf der Vorderseite liefert mit ihrer Auflösung von zwei Megapixeln ebenfalls zusätzliche Infos und ermöglicht der Hauptkamera bei den Selfies mit 24 Megapixeln einen Bokeh-Effekt, der aber mit Schultern das gleiche Problem wie die Hauptkamera hat. Für eine Frontkamera fällt die Detailgenauigkeit sehr hoch aus, für schöne Farben ist der HDR-Modus aber dringend zu empfehlen.

In der Kamera kann man, von einigen Aufnahmemodi abgesehen, immer eine künstliche Intelligenz, bzw. AI wie sie in der Kamera-App heißt, aktivieren. Sie lässt die Fotos nicht natürlicher wirken, schafft es aber in der Regel sie besser aussehen zu lassen. Das kann man nicht von jeder KI bei Smartphone-Kameras behaupten. Anders als etwa beim LG G7 ThinQ kann man die künstliche Intelligenz vom Mate 20 Lite guten Gewissens aktiviert lassen. Nur den HDR-Modus muss man bei Bedarf händisch dazuschalten.

Schnelle Hardware und Android Oreo

Mit dem Kirin 710 verbaut Huawei einen hauseigenen Mittelklasse-Chipsatz ein und stellt ihm vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Bei grafisch anspruchsvollen Spielen wie PUBG Mobile muss er zwar ordentlich arbeiten und wird spürbar warm, lässt das Spiel bei mittlerer Grafikqualität aber flüssig laufen. Die Nutzeroberfläche lässt sich sowieso ruckelfrei bedienen und die Apps starten zügig. Der interne Speicher ist mit 64 Gigabyte ausreichend groß und lässt sich sogar noch mit einer microSD-Karte erweitern.

Als Betriebssystem installiert Huawei Android 8.1 auf dem Mate 20 Lite und versieht das Betriebssystem von Google mit seiner hauseigenen Benutzeroberfläche EMUI 8.2. Dazu gehören neben den typischen Google-Apps auch zahlreiche Apps von Huawei, die meisten davon sind aber kleine Werkzeuge, die man auch auf anderen Geräten findet. Die ebenfalls vorinstallierten Spiele und "Top-Apps" lassen sich mit einigen Klicks in wenigen Minuten deinstallieren und so etwas mehr Speicherplatz frei räumen.

Der Akku des Mate 20 Lite weist mit 3750 mAh eine recht große Kapazität auf. Für einen Tag typischer Nutzung reicht er bei dem großen Display auch aus, spätestens im Verlauf des zweiten Tages muss man ihn über den USB-C-Anschluss wieder aufladen. Für Kopfhörer ist noch ein alter analoger 3,5-mm-Anschluss vorhanden. Anstelle des oder zusätzlich zum Fingerabdrucksensor kann man auch eine Gesichtserkennung aktivieren. Die ist schnell eingerichtet und arbeitet auch zügig, ist aber selbst Huawei zufolge nicht so sicher, wie der Fingerabdrucksensor.

Preis und Verfügbarkeit

Huawei hat das Mate 20 Lite am 31. August offiziell vorgestellt. Wir konnten das Smartphone vorab testen und reichen die Angaben zur Verfügbarkeit und der unverbindlichen Preisempfehlung nach, sobald sie uns vorliegen.

Fazit

Bei der Software würde ich zwar etwas aufräumen, aber die Hardware des Huawei Mate 20 Lite hat für den Alltag mehr als genug Leistung. Es ist zwar groß, fühlt sich in der Hand aber trotzdem gut an und macht auch optisch etwas her. Die Verarbeitung ist ordentlich, das Display erfreut das Auge und die Kamera erreicht zwar kein Flaggschiff-Niveau, liefert für eine Lite-Versiond dennoch sehr gute Fotos.

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