LG V30 im Test: der Smartphone-Star der IFA im Hands-on [mit Video]

Mit dem LG V30 hat LG sein Flaggschiff-Smartphone für 2017 vorgestellt. Wir haben auf der IFA einen ersten Blick auf sein großes Display und das dennoch kompakte Gehäuse geworfen.

So viel vorweg: LG setzt mit dem V30 den mit dem LG G6 eingeschlagenen Weg fort. Das Ziel war es, ein möglichst großes Display in einem möglichst kleinen Gehäuse unterzubringen. Bei seiner IFA-Neuvorstellung hat der Hersteller zudem einige Kritikpunkte an seinem Frühjahrsmodell ausgebessert.

Nur noch ein großes OLED-Display

Optisch erinnert das LG V30 mehr an das Galaxy S8 als das LG G6. Das Display ist an den langen Kanten praktisch randlos. Der Rand oben und unten hat sich den Berechnungen von LG zufolge im Vergleich zum Vorgängermodell V20 um 20 und 50 Prozent verkleinert. Das liefert auch eine Erklärung, warum das Gehäuse des V30 trotz größeren Displays kleiner als beim V20 geworden ist. Es liegt trotz des großen Displays gut in der Hand und fühlt sich überraschend leicht an.

LG G6 (links) und LG V30 (rechts): Noch mehr Display und noch weniger Rand.(© 2017 CURVED)

Die V-Serie von LG zeichnete sich bisher durch ein zweites Display aus. Damit ist beim V30 Schluss. Es gibt nur noch einen Bildschirm. Der ist sechs Zoll groß und beherrscht HDR 10. LG setzt nach über zwei Jahren wieder auf OLED als Displaytechnologie bei einem Smartphone. Die Auflösung des Touchscreens im 18:9-Format liegt bei 2880 x 1440 Pixeln. Das reicht locker für ein scharfes Bild. OLED sorgt für kräftige Farben und ein sattes Schwarz. Ein Kritikpunkt am G6 behebt LG beim V30: Das Always-on-Display leuchtet wieder heller und ist bei Sonnenlicht besser zu erkennen. Auch sind die runden Ecken des Bildschirms feiner geworden. Die schwarze Vorderseite lässt zudem den beim G6 störenden schwarzen Rand um das Display verschwinden.

Als Ersatz für das verschwundene zweite Display hat LG sich eine "Floating Bar" für das V30 ausgedacht. Dabei handelt es sich um ein Bedienelement, das über dem Displayinhalt schwebt und sich ausblenden lässt, wenn man es nicht nutzen will.

Aktuelle Hardware für AR und VR

Bei der Leistung liegt das LG V30 auf einem Niveau mit den anderen Flaggschiff-Modellen. Bei einem Snapdragon 835 sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher kann man davon ausgehen, dass das Smartphone nicht nur alltägliche, sondern auch anspruchsvolle Aufgaben flott meistert. Beim ersten Ausprobieren des Geräts störten keine Verzögerungen oder langen Wartezeiten das Erlebnis.

Das Display und die Hardware vom LG V30 sind gut genug, um von Google als "Daydream ready" ausgezeichnet zu werden. Damit läuft Googles VR-Plattform auf dem Smartphone. Das Gerät wiederum passt außerdem in das VR-Brillengestell Daydream View. Zudem soll der erst kürzlich vorgestellte ARCore von Google in naher Zukunft auf das V30 kommen. Das konkurriert damit direkt mit dem iPhone 8 und ARKit.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite des LG V30. Dort ist er gut zu erreichen, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Aber schlecht, wenn man es auf dem Tisch liegen hat. Das LG V30 lässt sich auf vier Wegen entsperren: Per Knock Code, über den Fingerabdrucksensor, mit der Gesichtserkennung oder einer Spracherkennung, die auf bestimmte Wörter reagiert.

Dualkamera und cineastische Videos

Die Dualkamera des LG V30 ist sehr lichtstark. Der Hersteller spricht davon erstmals in einem Smartphone eine Blende von f/1.6 zu verbauen. Die Linse besteht aus Glas und nicht aus Kunststoff, was positive Auswirkungen auf die Bildqualität haben soll. Diese können wir allerdings erst im ausführlichen Test richtig bewerten. Die ersten Probefotos sahen auf dem Display des Smartphones trotz schlechter Lichtverhältnisse ordentlich aus.

Die Dualkamera dient wie beim G6 dazu, neben den herkömmlichen auch Weitwinkel-Fotos aufzunehmen. Die Hauptkamera verfügt über eine Auflösung von 16 Megapixeln, die Weitwinkelkamera über 13 Megapixel. Sie soll zudem weniger an den Rändern verzerren als die vom LG G6. Die Frontkamera bietet dagegen nur eine Auflösung von fünf Megapixeln und hinterließ einen enttäuschenden ersten Eindruck. Das V30 ist kein Smartphone für Selfie-Liebhaber.

Dafür sollen aber Film-Liebhaber auf ihre Kosten kommen. Zumindest bei der Erstellung eigener Videos. Dafür gibt es einen neuen "Cine Video"-Modus. Dieser verfügt über 15 Filter für unterschiedliche Filmstimmungen wie Dokumentation, Thriller oder romantische Komödie. Zudem erlaubt der Point Zoom angenehme Zoom-Fahrten auf Motive, die man manuell mit einem Smartphone nicht hinbekommen würde.

Quad-DAC und nur ein Lautsprecher

Beim Audio-Feintuning des V30 kooperiert LG mit Bang & Olufsen und verbaut eine Quad-DAC-HiFi-Chip. Allerdings verfügt das Smartphone nur über einen Lautsprecher. Da hat HiFi-Sound keine Chance. Mit den Kopfhörer von B&O, die dem V30 beiliegen, sieht das womöglich schon anders aus.

Der interne Speicher des LG V30 fällt mit 64 Gigabyte ausreichend groß aus. Da sollte auch nach der Installation von Android 7.1.2. und LGs eigener Nutzeroberfläche LG UX genug Platz für Nutzerdaten bleiben. Sollte trotzdem Bedarf an mehr Speicherplatz bestehen, kann man die Kapazität mit einer microSD-Karte erweitern. Alternativ steht mit dem V30 Plus eine zweite Version des Smartphones bereit, die abgesehen vom 128 Gigabyte großen Speicher baugleich ist. Das Update auf Android 8.0 Oreo für das V30 plant LG momentan im ersten Quartal 2018 zu veröffentlichen.

Auch wenn das LG V30 nicht wie ein typisches Outdoor-Smartphone aussieht, scheint es doch sehr robust zu sein. Es hat nicht nur eine IP68-Zertifizierung für sein wasser- und staubdichtes Gehäuse erhalten, sondern auch die Falltests nach dem Standard MIL-STD 810G des US-Militärs überstanden.

Den 3300-mAh-Akku und das Schnellladen über den USB-C-Anschluss konnten wir auf der Messe noch nicht ausprobieren. Ebenso lassen sich die Komfort-Vorteile vom Wireless Charging noch nicht einschätzen. Erfahrungen hierzu reichen wir den Test demnächst nach.

Preise und Verfügbarkeit

Der Verkauf des LG V30 startet am 21. September, aber vorerst nur in Südkorea. In Deutschland wird das Smartphone in den Farben Silber und Blau zum Preis von 899 Euro (UVP) erhältlich sein. Ein stolzer Preis und auch erst im November.

Vorläufiges Fazit

Viele Kritikpunkte, die nicht nur ich am LG G6 hatte, hat der Hersteller beim LG V30 behoben. Den Quad-DAC-Chip gibt es für alle, das Display ist heller, der interner Speicher größer und der Chipsatz der aktuell schnellste. Für einen perfekten Sound ist ein Lautsprecher am Smartphone aber zu wenig. Die Kamera muss sich dann im finalen Test beweisen.


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