LG G6: Test, Preise und Fotos

Verfügbar seit Apr 2017 | aktualisiert am 07. August 2017 17:44

LG hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona am 26. Februar 2017 den Nachfolger des modularen G5 vorgestellt: Die Präsentation stand unter dem Motto "See More, Play More". 

Das am schlechtesten gehütete Smartphone des MWC? Schon vor der offiziellen Präsentation waren zahlreiche Leaks zum LG G6 durchgesickert - viele davon stellten sich als wahr heraus.(© 2017 LG)

[Update vom 27. Juli 2017] Die Verkaufszahlen des G6 liegen wohl hinter den Erwartungen von LG. Grund dafür könnte der zeitnahe Release des Galaxy S8 gewesen sein.

[Update vom 20. Juli 2017] Das Sicherheitsupdate für Juni 2017 wird ausgerollt.

[Update vom 21. Juni 2017] Nach dem Vergleichstest mit dem Galaxy S8 haben wir das LG G6 weiteren Smartphones gegenüber gestellt: Im Vergleichstest musste sich das G6 gegen das Galaxy S8, das OnePlus 5, das HTC U11 und das P10 behaupten.

[Update vom 20. Juni 2017]LG hat das G6 Plus vorgestellt. Die neue Variante des G6 verfügt über hierzulande fehlende Features wie kabelloses Aufladen und den Hi-Fi-Chip für verbessertes Audio. Darüber hinaus legt der Hersteller ein Paar Kopfhörer von Bang & Olufsen bei. Ob und wann das G6 Plus nach Deutschland kommen wird, hat LG noch nicht verraten.

Das neueste Smartphone der G-Reihe von LG wurde am 26. Februar 2017 auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Damit steht auch fest, wie das LG 6 tatsächlich aussieht. Etliche Leaks und Renderbilder hatten bereits im Vorfeld vermuten lassen, dass das Display einen großen Teil der Front des Gerätes einnehmen würde und nur schmale Seitenränder vorhanden sein werden. Der Lautstärkeregler befindet sich beim G6 nicht mehr auf der Rückseite, sondern an der linken Seite. Rückseitig hat LG eine Dualkamera und einen Fingerabdrucksensor verbaut. Droid Life hatte die Dualkamera auf mehreren geleakten Fotos gezeigt.

Außergewöhnliches Seitenverhältnis

An der im offiziellen Teaser-Video gezeigten Größe des Screens hat sich logischerweise nichts mehr geändert: Das IPS-Display misst in der Diagonale 5,7 Zoll in einem 5,2-Zoll-Gehäuse bei einer Auflösung von 2880 x 1440 Pixel, was einer Pixeldichte von 564 ppi entspricht. Die Abmessungen des LG G6 belaufen sich auf 148,9 x 71,9 x 7,9 mm bei 163 Gramm. Das ungewöhnliche Seitenverhältnis von 18:9 bzw. 2:1 kommt damit erstmals beim LG G6 zum Einsatz. In ihrem Newsroom bezeichnet LG den Bildschirm als "Full Vision"-Display, der sich durch das 18:9-Format, das sogenannte Univisium-Format, gut für Multitasking eignen soll. LG hatte vor der offiziellen Präsentation zwei kurze Videos veröffentlicht, die die Möglichkeiten des "Full Vision"-Displays bzw. des Univisium-Formats veranschaulichen. Darüber hinaus hat LG seinem Flagschiff Dolby Vision, den direkten Konkurrenten zu HDR 10, spendiert. Diese Technologie erlaubt eine kontrastreiche Bild- und Videowiedergabe.

Das derzeit noch eher selten Seitenverhältnis des G6 macht eine Anpassung der Apps erforderlich. Zum Start des Geräts hatte LG bereits etwa 200 Anwendungen für das 18:9-Verhältnis optimiert. Doch LG will das Angebot im Laufe der Zeit nach und nach vergrößern.

Wie schon beim Vorgänger ist auch das LG G6 mit einer optionalen Always-On-Funktion ausgestattet, die die wichtigsten Informationen, wie Uhrzeit und Benachrichtigungen, ununterbrochen auf dem Display anzeigt.

Als Prozessor kommt beim LG G6 der Qualcomm Snapdragon 821 zum Einsatz, der auch im OnePlus 3T verbaut ist. Das neuere Modell, der Snapdragon 835, war anfangs exklusiv Samsung und dem Galaxy S8 vorbehalten.

Das Display des LG G6 misst 5,7 Zoll und weist das noch ungewohnte Seitenverhältnis von 18:9 auf.(© 2017 LG)

Features: sicher und wasserdicht mit Google Assistant

Laut der koreanischen Webseite des Herstellers ist im LG G6 ein sogenannter "Quad DAC" verbaut, das zumindest berichtete PhoneArena vorab. "DAC" steht für "Digital Audio Converter", also "Digital-Analog-Umwandler" (DAU). Die Technologie kommt bereits im hierzulande (noch) nicht erschienenen LG V20 zum Einsatz. Für das G6 will der Hersteller laut eigener Aussage die Komponenten noch verbessert haben, um den linken und rechten Kanal bei Kopfhörern separat kontrollieren zu können. Darüber hinaus sollen die neuen 32-bit Quad-DAU auf einem einzigen Chip verbaut sein, um den Datenverlust bei der Übertragung zu minimieren. Allerdings hat LG auf dem MWC angekündigt, dass die Sound-Technologie nicht in der europäischen Version des G6 verbaut sein wird, sondern ausschließlich asiatischen Käufern vorbehalten ist.

Während es im Vorgängermodell LG G5 noch den sogenannten Magic Slot gab, über den Zusatzmodule angedockt werden konnten, wird das Gehäuse des neuen Smartphones von LG wasserdicht sein, dies hatte LG auf einer eigens für den US-Markt eingerichteten Webseite zum G6 bestätigt. Das metallene Unibody-Gehäuse hat eine IP68-Zertifizierung erhalten, so dass G6 für 30 Minuten bei 1,5 Metern Tiefe unter Wasser durchhält. Um zu gewährleisten, dass weder Staub noch Wasser ins Innere des Smartphones dringen, ist der Akku fest verbaut und lässt sich nicht mehr ohne Weiteres austauschen. Mit 3300 Milliamperstunden dürfte das LG G6 aber immerhin einen Tag durchhalten, bevor es wieder geladen werden muss. Der Vorgänger, das LG G5, musste mit 2800 mAh auskommen. Allerdings müssen Käufer in Europa auch hier Vorlieb mit einer abspeckten Version des G6 nehmen: Kabelloses Aufladen wird es nämlich nur in den USA geben. Hierzulande müssen sich Käufer mit Quick Charge 3.0 begnügen.

Allerdings besteht auch nach Release des Smartphones weiterhin die Chance, dass die "Quad DAC"-Variante nach Europa kommt. Je nachdem, wie groß die Nachfrage danach sei, wolle der Hersteller eine mögliche Ausweitung des Angebots in Erwägung ziehen.

Der Akku steht nach dem Samsung-Galaxy-Note-7-Debakel im Fokus und LG hat vorgesorgt: Das Top-Smartphone wird durch ein besonderes Kühlsystem aus Kupfer versorgt, mit dem ein Überhitzen des Akkus verhindert werden soll. Zudem wurden scheinbar weitere Tests, die weit "über den Industriestandard hinausgehen" durchgeführt.

CNET und Business Korea hatten es im Vorfeld bereits angedeutet: Das LG G6 wird als erstes Smartphone neben dem Pixel und Pixel XL mit dem Google Assistant ausgeliefert. Zur Auswahl stand auch Amazons KI Alexa, die dem Hersteller jedoch nicht ausgereift genug war.

Das G6 per Gesichtserkennung zu entsperren, ist bislang nicht möglich. Eventuell bringt die LG diese Option aber per Software-Update nachträglich auf das Smartphone.

Um die Features im Detail vorzustellen, hat LG das G6 in einem ungewöhnlichen Marketingvideo präsentiert. In einer Rube-Goldberg-Maschine durchläuft das Smartphone zwei Minuten lang nonstop diverse Tests am laufendem Band. Unter anderem will der Hersteller damit die Sturzfestigkeit und die Hitzeresistenz demonstrieren.

Dualkamera mit 13 Megapixeln

Die beiden Linsen der Dualkamera auf der Rückseite des LG G6 lösen jeweils mit 13 Megapixeln auf. Dies bestätigte der Hersteller auf seinem koreanischen Unternehmensblog. Wie beim LG V20 kommen auch beim G6 ein Tele- (82 Grad) und ein Weitwinkelobjektiv (125 Grad) zum Einsatz. Die Frontkamera deckt einen Sichtbereich von 100 Grad bei 5 Megapixeln ab. Auch die in dem Blog-Eintrag beschriebenen Features finden sich im LG G6 wieder: Das G6 verfügt über verschiedene Foto- und Video-Modi, zum Beispiel einen Panorama-Modus, der 360-Grad-Aufnahmen ermöglicht. Der Modus "Guide Shot" erlaubt es eine Hälfte des 18:9-Displays zum Betrachten eines bereits geschossenen Fotos zu nutzen, während ein neues Foto geknipst werden kann.

Im Einzeltest haben wir die Kamera des G6 bereits genauer betrachtet. Um einen Vergleich zu anderen Premium-Telefonen ziehen zu können, haben wir die Kamera von LGs Flaggschiff gegen die des iPhone 7, des Galaxy S8 und des Huawei P10 knipsen lassen.

Tipps und Hilfestellung

Das G6 bietet nicht zuletzt aufgrund seines 18:9-Seitenverhältnisse einige besondere Features. Hier findet Ihr eine Übersicht über die Tipps, die wir zum G6 erstellt haben:

Release und Preis

In Europa wird das LG G6 mit nur 32 Gigabyte (GB) Speicher ausgeliefert – dies bestätigte LG im Rahmen des MWC. Der Speicher lässt sich aber via MicroSD-Karte erweitern. Darüber hinaus sorgen vier GB Arbeitsspeicher für flüssige Menüwechsel.

Das Gerät ist in den Farben Schwarz, Grau und Weiß erhältlich und ist am 24. April zu einem Preis von 749 Euro auf den Markt gekommen.

Gerüchte zufolge könnte LG eine kleinere Variante des Smartphones als G6 mini in den Handel bringen. TechnoBuffalo berichtet, dass das G6 mini über einen Display von 5,4 Zoll verfügen könnte.

Alle Spezifikationen
Größe148,9 x 71,9 x 7,9 mm
Gewicht163 g
Display5,7 Zoll IPS
Kamera-Auflösung13 Megapixel
ProzessorQualcomm Snapdragon 821
Speicherkapazität32GB
BetriebssystemAndroid 7.0 Nougat
Erweiterbarer Speicherja
Front-Kamera-Auflösung5 Megapixel
FarbeWeiß, Schwarz, Grau
ProdukttypSmartphone
Arbeitsspeicher4GB
4G/LTEja
DatentransferUSB-C, Micro-SD, Bluetooth, WLAN, GPS, NFC, GPRS/EDGE, UMTS, LTE
Kerne / Taktfrequenz4 / 2 x 2.35 + 2 x 2.16GHz
Grafik-ChipAdreno 530
Akkuleistung3300 mAH
Dual-Simnein
Stylusnein
Fingerabdruckscannerja
Preis bei Markteinführung749 €
StatusErhältlich
MartkeinführungApr 2017
Preise ohne Vertragsbindung
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