Logitech Circle 2 im Test: die Allzweck-Kamera

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Klein, unscheinbar und universell einsetzbar: die Circle 2 von Logitech.
Klein, unscheinbar und universell einsetzbar: die Circle 2 von Logitech.(© 2017 CURVED)

Die Themen "Smart Home" und "Sicherheit" sind gern gesehene Messe-Gäste, doch oft noch zu teuer oder aufwendig in der Installation. Bietet sich mit der Überwachungskamera Circle 2 von Logitech eine günstige Alternative? Wir machten den Test.

Für den Test hat uns Logitech die Circle 2 in der kabelgebundenen Variante zur Verfügung gestellt. Diese kostet 199 Euro und besteht aus Kamera und drei Meter langem USB-Kabel für den Innenbereich. Die kabellose Variante kostet 229 Euro und besteht aus der Kamera samt 6400-mAh-Akku und USB-Ladekabel. Ob dieser tatsächlich, wie angegeben, bis zu drei Monate am Stück durchhält, konnten wir dementsprechend nicht testen. Ansonsten sind die beiden Geräte in Aufbau und Funktionsweise identisch.

Man muss kein Privatdetektiv sein, um zu wissen: Bei Überwachung geht es um Diskretion. Es sei denn, sie soll der Abschreckung dienen. Wer aber ernsthaft observieren will, stellt sich nicht mit Feldstecher und Lauschmikrofon direkt vors Fenster. Ähnlich handhabt Logitech die Weiterentwicklung ihres Heimüberwachungssystems: Für eine Überwachungskamera ist die Circle 2 nicht nur äußerst unscheinbar (anders als etwa die Somfy One), sondern auch erstaunlich flexibel.

Überall einsetzbar – wo es WLAN gibt

Allerdings hat auch die Flexibilität ihre Grenzen, nämlich zufällig genau dort, wo das WLAN-Signal des eigenen Routers endet. Wer die Circle 2 in der Garage oder im Gartenhaus platzieren will, sollte sicherstellen, dass sie dort noch Zugriff auf das heimische Netzwerk hat. Darüber hinaus bietet die verbesserte Version der Circle angenehm viel Spielraum bei der Anwendung.

Logitech hat gegenüber der ersten Circle an genau den richtigen Stellen nachgebessert. So ist nicht nur die Kamera insgesamt kleiner und kompakter geworden, sondern verfügt gleichzeitig über einen größeren Weitwinkel. Musste sich die ursprüngliche Version noch mit einem Radius von 135 Grad zufriedengeben, sind es bei der Circle 2 schon 180 Grad. Theoretisch würden somit bereits zwei Circle 2 reichen, um einen Raum in alle Richtungen zu überwachen. Außerdem ist das Gehäuse nun endlich wetterfest, sodass die Kamera bedenkenlos im Außenbereich installiert werden kann. Sofern die Temperatur nicht unter -10 oder über 50 Grad Celsius steigt. Außerdem ist zu beachten, dass das mitgelieferte Kabel ausschließlich für innen konzipiert ist. Für die Nutzung im Freien bedarf es eines zusätzlich erhältlichen Kabels, das weitere 30 Euro kostet.

Kinderleichte Einrichtung und Nutzung

An der Funktionsweise hat Logitech glücklicherweise nichts verändert: Die Einrichtung des kleinen Beobachters funktioniert weiterhin genauso tadellos wie beim Vorgänger. Über die Circle-App wird die Kamera ins Netzwerk integriert, kurz darauf blicken wir bereits über das Display des Smartphones durch das zyklopische Auge. Doch die App ist nicht nur Einrichtungshilfe und Monitor. Sie dient auch der Steuerung der Kamera. Mit einem einfachen Klick schalten wir die Kamera ein oder aus, setzen sie in den Privatmodus (streamt weiter, ohne aufzunehmen) oder verknüpfen sie mit Amazons Sprachassistentin Alexa.

Während die Kamera die Aufnahme prinzipiell live auf das Smartphone überträgt (mit etwa einer Sekunde Verzögerung), habe ich die Möglichkeit, jederzeit die letzten 24 Stunden erneut anzuschauen: Entweder indem ich manuell durch die Timestamps scrolle oder aber indem ich mir eine Zusammenfassung des Tages mit den wichtigsten Ereignissen in einem 60-sekündigen Resümee anschaue. Die Kamera erkennt automatisch, wenn sich etwas in ihrem Blickfeld bewegt oder Personen ins Bild treten und markiert die entsprechenden Stellen in der Rückschau mit einem Zeitstempel. Außerdem versendet sie automatisch "intelligente Benachrichtigungen" ans Smartphone, die auf Aktivitäten hinweisen. In den Einstellungen der App lässt sich festlegen, in welchen Intervallen die Kamera Mitteilung macht und zu welchen Ereignissen.

Kostenpflichtige Zusatzdienste und Zubehör

Üblicherweise speichert die Circle 2 Aufnahmen der vergangenen 24 Stunden in der Cloud und löscht diese nach Ablauf der Zeit automatisch. Einen längeren Zeitraum der Datenspeicherung bietet Logitech gegen Aufpreis an. Die Abos "Circle Safe Basic" und "Circle Safe Premium" behalten die Aufnahmen 14 bzw. 31 Tage in der verschlüsselten Cloud (TLS 1.2 und AES 256). Zudem lassen sich Personen als Bekannte oder Fremde identifizieren und Bewegungszonen festlegen, die die Kamera gezielt überwachen soll. Die Abos sind optional und jeweils an eine Kamera gebunden. Sind mehrere Circle 2 im Haushalt installiert, bedarf es für jede einzelne ein eigenes Abo.

Neben dem Abo-Modell für mehr Individualität bei den Sicherheitsvorkehrungen stellt Logitech der Circle 2 reichlich Zubehör zur Seite. Besonders spannend ist dabei die Fensterhaltung, mit der sich die Kamera von innen an die Scheibe kleben lässt. So hat man jederzeit den Blick nach draußen, ohne die Kamera selbst außen befestigen zu müssen. Ebenfalls sinnvoll ist die Steckhalterung. Der Adapter verwandelt die Circle 2 quasi in ein Nachtlicht, das direkt in die Steckdose gesteckt wird. So spart man sich lästiges Anschrauben und Kabelverlegen.

Gegensprechanlage und Babymonitor

Aufgrund ihrer unkomplizierten Handhabung und Multifunktionalität ist die Circle 2 mehr als nur eine Sicherheitskamera. Dank eingebautem Mikrofon und Lautsprecher eignet sie sich genauso gut als Babymonitor für den Nachwuchs oder als Gegensprechanlage über der Haustür (eben auch, weil sie wetterfest ist). Die Soundqualität ist für die kurze Begrüßung oder die beruhigende Stimme der Mama mehr als ausreichend – die Bildqualität in HD oder Full-HD erst recht. Für längere Gespräche sollte man sich dann vielleicht doch an die Haustür bequemen.

Wer das Gefühl hat, dass sich nachts Waschbären über die Mülltonnen hermachen oder Unbefugte im Garten herumtreiben, nutzt die Nachtsicht-Funktion der Circle 2. Diese hat allerdings eine beschränkte Sichtweite von 4,5 Metern und überträgt die Bilder ausschließlich in Schwarzweiß. Einmal laut ins Mikrofon brüllen, dürfte aber reichen, um die Störenfriede zu verjagen.

Da die Kamera die Daten direkt in die Cloud überträgt und gar nicht erst auf dem Gerät zwischenspeichert, nützt es Eindringlingen auch nichts, die Kamera zu beschädigen oder zu entwenden. Selbst wenn sie die Kamera entdecken und entfernen sollten – an die Aufzeichnungen kommen sie nicht heran.

Fazit: eine Kamera für alle Fälle

Das Thema "Smart Home" stößt nicht nur dank Alexa auf wachsendes Interesse. Logitech hat deshalb gut daran getan, Amazons Sprachassistentin neben Apples HomeKit direkt in die Circle 2 zu integrieren. Während mir noch keine KI zuhause das Wetter ansagt, lasse ich mir von der Circle 2 gerne zeigen, was tagsüber so vor meiner Haustür passiert ist. Dabei geht es weniger um Kontrolle als vielmehr um das Gefühl von Sicherheit. Und mit der Circle 2 bietet mir Logitech ein zufriedenstellendes Gesamtpaket zu einem fairen Preis. Über die Zusatzkosten der Abo-Modelle lässt sich sicherlich streiten. Da diese aber optional sind und die Kamera bereits in ihrer Grundfunktion überzeugt, kann ich darüber hinwegsehen.

Die Circle 2 ist bei weitem nicht die einzige – und vielleicht auch nicht die beste – Überwachungskamera auf dem Markt. Aber so günstig, einfach in der Handhabung und gleichzeitig so flexibel in der Nutzung dürfte derzeit kaum eine andere sein.


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