Logitech Keys-to-go + AnyAngle = iPad Air à la Surface

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Logitech Keys-to-go und AnyAngle: eine modische Kombination
Logitech Keys-to-go und AnyAngle: eine modische Kombination(© 2015 CURVED)

Kann man mit der Logitech AnyAngle und der mobilen Tastatur Keys-to-go aus dem iPad Air 2 ein Hybrid im Stile des Microsoft Surface machen? Ein Test.

Spätestens als das Surface Pro 3 von Microsoft erschien, dachte ich mir: Verdammt, genau so würde ich gerne mein iPad nutzen. Mal mit echter, angedockter Tastatur und höhenverstellbarem Display, mal einfach nur als reine Unterhaltungsmaschine in Tablet-Reinform. Doch die verfügbaren Hüllen machten das Tablet entweder zu schwer und unhandlich oder waren verhältnismäßig zu teuer.

An dieser Oberfläche prallt alles ab

Logitech scheint mein Flehen erhört zu haben. Seit einiger Zeit vertreibt der Zubehörspezialist die mobile Tastatur Keys-To-Go-Keyboard. Ergänzt wird die Peripherie nun durch das AnyAngle, ein neuartiges Case für das iPad Air, das größere Betrachtungswinkel zulässt. Wie schlägst sich diese Kombo im Alltagstest und wie nah kommt das Ganze dem Surface-Erlebnis?

Beginnen wir einmal beim wichtigsten Utensil für die tägliche Arbeit: der Tastatur. Die Keys-to-go ist mit einer FabricSkin-Oberfläche überzogen. Die soll in den Farben Schwarz, Rot und Grünblau vor Staub, Schmutz und Flüssigkeiten schützen. Ich bin ganz ehrlich: Auch wenn ich ein Testgeräte benutzte, brachte ich es nicht über mich, eine Tasse Kaffee über dem Zubehör zu vergießen, so wie der Hersteller auf seiner Seite für die Qualität seines Produktes wirbt. Allerdings kann ich versichern: In diese Tastatur dringt nichts ein. Das liegt daran, dass die einzelnen Tasten zwar haptisch abgetrennt sind, aber die gesamte Oberfläche aus einem Material ist, dass nur an den Seiten durch die Anschlüsse für micro-USB, den Powerbutton und … unterbrochen ist. Damit auf der Ober- oder Unterseite Flüssigkeit oder Schmutz eindringen könnte, müsste man die Tastatur schon mutwillig aufschneiden. Weiterer Pluspunkt: Ist die Keys-to-go einmal ein wenig schmutzig geworden in der Tasche oder beim Schreiben, könnt Ihr sie feucht abwischen.

Allerdings ist diese Oberfläche auch zweifelsohne gewöhungsbedürftig. Ich bin beim Tippen nicht nur haptisches, sondern auch ein akustisches Signal gewöhnt, wenn eine Taste einrastet. Bei der Keys-to-go hingegen: absolute Stille. Das lässt sich ungefähr damit vergleichen, auf einem Wasserbett zu tippen. Insofern habe ich mich zu Beginn öfters dabei ertappt, beim Tippen den Blick viel häufiger zwischen der Tastatur und dem Display hin- und herwandern zu lassen.

Läuft und läuft und läuft

Praktisch sind die iOS-Shortcuts. Über eigene Tasten komme ich zurück auf den Homescreen, kann die Spotlight-Suche öffnen, Siri starten, zwischen Apps switchen, einen Screenshot aufzeichnen, Musik und Videos starten und die Lautstärke kontrollieren. Diese Zusatzfunktionen haben aber ihren Preis: Weil die Keys-to-go mit dem integrierten Akku gerade einmal 24,2x13,7 Zentimeter misst und nur sechs Millimeter dünn ist, bleibt schlicht kein Platz für ein normal großes Tastaturlayout, wie Ihr es von Euren Notebooks kennt. Vertipper sind also erstmal an der Tagesordnung. In der Praxis sind die Tasten aber dennoch noch weit genug voneinander entfernt, um auch ohne Knoten in der Fingern längere Texte zu schreiben. Denn während Tasten wie Shift, Backspace und Return am stärksten beschnitten wurden, haben die Buchstaben beinahe Normalgröße.

Und trotz intensiver Nutzung ist es mir nicht gelungen, den Akku des Keys-to-go zu leeren. Logitech gibt drei Monate an. Das scheint tatsächlich, obwohl das Device kabellos arbeitet. Respekt!

So ist der größte der Pluspunkt der Keys-to-go, von Laufzeit, Mobilität und Robustheit einmal abgesehen, die Tatsache, dass Logitech auf die Hülle verzichtet. Bislang musste ich mich entweder zwischen zu großen mobilen Tastaturen oder eine Zwangskombo aus Hülle und Tastatur für das iPad entscheiden. Die Keys-to-go gibt mir mehr Freiheit - und macht gleichzeitig mehr mit als herkömmliche Tastaturen. Der Preis von 69 Euro UVP ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Zumal das Zubehör nun auch mit Android- und Windows-Phone-Geräten kompatibel ist.

AnyAngle bringt Flexibilität

Etwas zu meckern gibt es dennoch: Logitech, spendiert der Keys-to-go bitte kleine Anti-Rutsch-Noppen. Auch wenn das Zubehör auf Pressebildern lässig auf dem Schoß liegt, so wird sie auch unterwegs meist auf eine Ebenen Oberfläche Platz finden. Und weil die Oberfläche nicht nur Schmutz abweist, sondern generell rutschiger ist, verschiebt sich das Ganze beim Tippen immer um ein paar Millimeter. Das nervt auf Dauer.

Abhilfe könnte, wer denn trotzdem sein iPad schützen möchte und zudem mehr Flexibilität beim Blickwinkel haben möchte, das AnyAngle. Schon auf den ersten Blick ist dieses Case vor allem eines: robust. Die Kanten des iPads sind durch dickes Gummi vor Stößen geschützt, die Rückseite mit durchsichtigem, aber dickem Kunststoff. Die Displayabdeckung verfügt auf der Oberseite über eine Textilstruktur, lässt sich zudem am unteren Drittel abknicken und über Magneten auf der Rückseite andocken. Dann nämlich ist das AnyAngle nicht nur ein Case, sondern ein Kickstand - vergleichbar mit dem, der im Surface Pro 3 verbaut ist.

Um das AnyAngle bzw. das iPad in den gewünschten Winkel zu bringen, braucht es durchaus Kraft. Zunächst hatte ich Angst, dass ich diese Soll-Knick-Stelle ausleiere, wenn ich es zu stark abknicke. Doch auch nach zwei Wochen zeigen sich keine Ermüdungserscheinungen. Das Material bleibt sogar dann stabil, wenn ich das iPad mitsamt der Hülle aufhebe und woanders abstelle.

“Warum nicht einfach die Standard-iPad-Hülle nehmen”, mag sich jetzt manch einer fragen. So elegant diese auch aussieht: In der Praxis sind mir die zwei Aufstellmodi - nahezu 90 Grad und ein extrem flacher Winkel - einfach zu unflexibel. Je nachdem, wie das Sonnenlicht auf mein Macbookdisplay strahlt, verändere ich den Betrachtungswinkel durch Kippen relativ häufig. Mit dem AnyAngle kann ich das jetzt auch auf dem iPad. Für 59 Euro UVP.

Fazit: fast perfekt

In Kombination mit dem neuen iPad-Case rutscht die Keys-to-go dann auch nicht mehr davon auf glatten Oberflächen. Aber stellt sich bei mir als iPad-Nutzer mit diesen beiden Accessoires ein Surface-ähnliches Arbeitsgefühl ein? Nun ja, fast. Ich kann den Betrachtungswinkel flexibler wählen und bekomme eine physikalische Tastatur, die kaum Strom verbraucht und dazu noch kaum auffällt. Ganz im Gegenteil zum sehr "bulkigen" Case. So praktisch das AnyAngle auch ist: Aus dem dünnen iPad Air 2 macht es einen Brocken. Aus 6,1 Millimetern "Dicke" werden so schnell 14,3 Millimeter - mehr als das Doppelte. Wenn Logitech mit der nächsten Generation nachbessert, sein Case verschlankt und zudem seiner Keys-to-go noch Anti-Rutsch-Noppen verbessert, dann ist das Duo perfekt.


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