Motorola Moto Z2 Force im Test: das Hands-on [mit Video]

Gibt es für Smartphone-Besitzer etwas Ärgerlicheres als ein gesprungenes Display? Beim Moto Z2 Force soll so etwas nicht passieren. Warum, erklären wir im Hands-on.

Ein Smartphone mit bruchsicherem Display gibt es nicht? Gibt es doch. Anfang 2016 brachte Lenovo das Motorola Moto X Force nach Deutschland. Das Gerät kam mit dem sogenannten ShatterShield-Display, welches sich auch in unserem Test als äußert robust erwiesen. Auch das Smartphone hinter dem Display war eigentlich in Ordnung. Trotzdem hat Lenovo darauf verzichtet, den Nachfolger, das Moto Z Force, nach Deutschland zu bringen. Das ändert sich mit dem Nachfolger: Das Motorola Moto Z2 Force wird es auch hier zu kaufen.

Dünn, aber robust

Wie viele Geräte der Moto-Z-Serie ist auch das Z2 Force extrem dünn. Für einen Kopfhöreranschluss war zum Beispiel kein Platz mehr im Gehäuse. Dafür stimmt es beim Material. Der Rahmen aus Aluminium und das bruchsicherere 5,5 Zoll große Display fühlten auf dem Messestand sehr gut an. Ein Augenschmeichler ist das Smartphone dagegen nicht.

Weil Lenovo nach wie vor auf das Konzept für die Moto Mods setzt, sind auf der Rückseite die Pogo-Pins sichtbar, über die man Erweiterungen unter anderem mit Strom versorgt. Außerdem steht die Dualkamera arg weit hervor. Das liegt natürlich daran, dass der Hersteller davon ausgeht, dass Ihr das Smartphone in Verbindung mit Mods benutzt. Einmal darüber gelegt, ragt die Kamera schon nicht mehr heraus. Dafür ist das Smartphone dann insgesamt deutlich dicker.

Die Rückseite des Moto Z2 Force zieht Fingerabdrücke magisch an.(© 2017 CURVED)

Bei Ausstattung und Leistungsdaten gibt es nur eine kleine Überraschung: Statt die bei anderen Herstellern üblichen 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher verbaut Lenovo satte 6 GB. Damit ist das Smartphone auf Augenhöhe mit der günstigen Variante des OnePlus 5. Ansonsten steckt drin, was in einem Top-Gerät 2017 in ein Smartphone gehört: der Snapdragon 835 von Qualcomm und 64 GB Speicher, der sich per microSD-Karte aufrüsten lässt.

Am Messestand waren zwar keine Spiele installiert, die Bedienung ging aber flott von der Hand. Benchmark-Ergebnisse von anderen Top-Geräten wie dem OneOlus 5 lassen aber schon vermuten, was vom Moto Z2 Force zu erwarten ist. Was leistungstechnisch von dem SMartphone Etwas Sorgen macht der Akku: 2730 mAh klingen nicht nach einem ganzen Tag Smartphone-Spaß.

Dualkamera und Fast-Stock-Android

Die Dualkamera löst mit zwölf Megapixeln auf. Sie bietet unter anderem einen "Selective Focus"-Modus, der mit dem Bokeh-Modus von Huawei-Smartphones gleichzusetzen ist. Objekte im Vordergrund lassen sich schön hervorheben, während der Hintergrund unscharf wird. Außerdem könnt Ihr auf Schwarzweißfotos Bereiche kolieren. Beides sind nette Spielereien, die sich aber am Messestand bei schlechtem Licht nicht ausprobieren ließen.

Über die Pogo-Pins schließt Ihr die Mods an.(© 2017 CURVED)

Dafür konnten wir uns kurz mit dem Betriebssystem beschäftigen, das sich gewohnt nahe an Stock-Android bewegt. Lenovo installiert also nur wenige eigene Apps und keine eigene Oberfläche. Das spricht eigentlich für schnelle Updates. Allerdings kommt ab Werk Android 7.1 Nougat zum Einsatz, Android 8.0 Oreo soll erst im ersten Quartal 2018 folgen. Schade!

Vorläufiges Fazit: unzerstörbar, aber auch unbezahlbar

Das Moto Z2 Force gefällt nicht unbedingt durch Design. Stattdessen überzeugt es mit dem bruchsicheren Display under "smoothen" Android-Bedienung durch die gute Ausstattung. Beides lässt sich Lenovo sehr gut bezahlen. Denn das Moto Z2 Force wird für 799 Euro in den Handel kommen. Ob bei dem stolzen Preis wenigstens ein Mod beiliegt, hat der Hersteller nicht verraten. Ohne wird es sicherlich noch einmal deutlich schwerer, sich gegen das Galaxy S8 oder auch das OnePlus 5 zu positionieren.


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