Motorola Moto Z2 Force im Test: Stabiles Display und eine gute Dualkamera

UPDATEHer damit !20
Das Display vom Moto Z2 Force ist extra bruchsicher
Das Display vom Moto Z2 Force ist extra bruchsicher(© 2018 CURVED)

Ein Bruchfestes Display, eine Dualkamera und mit den Moto Mods um viele Funktionen erweiterbar: Das Motorola Moto Z2 Force hat neben einer Top-Ausstattung viele Besonderheiten zu bieten. Wie es sich als Gesamtpaket schlägt, erfahrt ihr im Test.

Trotz Unibody-Aluminiumgehäuse hat das Moto Z2 Force eine abnehmbare Rückseite, die mit Stoff bezogen und leicht schraffiert ist. Bei mir hat sie positive Erinnerungen an die Sandstone-Rückseiten von OnePlus geweckt, andere in der Redaktion dachten eher an Autositze. Auf jeden Fall fühlt sich das dünne Smartphone dadurch wärmer und gemütlicher an, als Geräte mit Rückseiten aus Metall oder Glas.

Erweiterungen auf der Rückseite und ein stabiles Display vorne

Abnehmbar ist die Rückseite des Moto Z2 Force, damit man die sogenannten Moto Mods an dem Smartphone befestigen kann. Dabei handelt es sich um modulare Erweiterungen wie etwa einen Zusatzakku, einen Beamer, eine Kamera mit optischem Zoom, einen Lautsprecher oder einen Fotodrucker. Ohne Moto Mods ist das Z2 Force zwar nicht wasserdicht, verfügt aber immerhin über eine wasserabweisende Beschichtung. Das 5,5 Zoll große Display des Moto Z2 Force soll durch eine extra Schutzfolie besonders bruchfest sein und verfügt über eine Quad-HD-Auflösung. Die sorgt mit 1440 x 2560 Pixeln für ein gestochen scharfes Bild. Das POLED-Display ist für sehr kräftige Farben und ein sehr dunkles Schwarz verantwortlich.

Das Motorola Moto Z2 Force hat sich Zeit gelassen. Wir konnten es zum ersten Mal auf der IFA im September 2017 in die Hand nehmen, doch erst jetzt, im Februar 2018, ausgiebig testen. Die lange Wartezeit macht sich bei der Ausstattung bemerkbar. Sie ist zwar immer noch sehr gut, wirkt aber angesichts der in den nächsten Wochen erwarteten neuen Flaggschiff-Modelle veraltet. So ist der Snapdragon 835 immer noch ein sehr leistungsstarker Chipsatz, dem sechs Gigabyte zur Seite stehen. Zusammen erreichen sie Top-Ergebnisse in Benchmarks und sorgen dafür, dass das Moto Z2 Force flüssig läuft, Apps schnell starten und die Bearbeitungszeiten bei den Aufnahmen der Dualkamera kurz ausfallen. Trotzdem steht mit dem Snapdragon 845 die nächste und wahrscheinlich noch bessere Chipsatz-Generation vor der Tür.

Beim Betriebssystem hat Lenovo die lange Zeit genutzt und dem noch mit Android 7.1.1 präsentierten Moto Z2 Force ein Update auf Android 8.0 Oreo spendiert. Im Vergleich zu anderen Herstellern nimmt Lenovo nur wenige Änderungen an der Benutzeroberfläche von Googles Betriebssystem vor. Neben eher kleinen optischen Veränderungen und einer eigenen Kamera-App ist die Moto-App die größte Ergänzung. Sie erlaubt mit den "Moto Actions" die Auswahl verschiedene Bewegungssteuerung – wie etwa zwei Hackbewegungen zum Einschalten der Taschenlampe. "Moto Infos" macht Benachrichtigungen in der Nacht dezenter und enthält den Nachtmodus für das Display. Zu guter Letzt versteht "Moto Sprache" noch andere Sprachbefehle als der ebenfalls vorhandene Google Assistant.

Zur Bedienung verfügt das Moto Z2 Force nur über ein Taste auf der Vorderseite, in der sich der Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Smartphones befindet. Bei nur einer statt den sonst üblichen drei Tasten, muss man sich bei der Bedienung etwas umgewöhnen. Aber spätestens nach ein bis zwei Tagen hat man die ungewöhnliche Steuerung verinnerlicht. Antippen bringt einen auf den Startbildschirm, eine Wischbewegung über die Taste nach rechts ruft die Multitasking-Übersicht auf und mit einem Wisch nach links geht man einen Schritt zurück. Alternativ könnt ihr aber auch die virtuellen Android-Tasten auf dem Bildschirm aktivieren.

Mit 64 Gigabyte sollte das Moto Z2 Force ausreichend Speicherplatz bieten und falls er doch nicht genügt, kann man die Kapazität mit einer microSD-Karte erhöhen. Der Akku hat mit 2730 mAh ein etwas geringere Kapazität als andere Top-Smartphones, hält aber trotzdem bei normaler Nutzung einen kompletten Tag durch. Falls ihr ihn schneller leer bekommt, ist er dank Schnellladefunktion auch zwischendurch schnell wieder nachgefüllt. Kopfhörer könnt ihr nur über den USB-C-Anschluss oder kabellos per Bluetooth anschließen. Ein 3,5mm-Audioanschluss hat das Z2 Force nicht.

Dualkamera mit Bokeh-Effekt und SW-Hintergrund

Auf der Rückseite des Moto Z2 Force befindet sich eine Dualkamera, die Fotos mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln liefert. Die zweite Linse dient dazu, einen Bokeh-Effekt mit unscharfen Bereichen zu erzeugen. Wie gut der Effekt klappt, hängt vom Motiv ab, sieht aber in der Regel gut aus. Nachträglich kann man die Stärke der Unschärfe sowie den Fokuspunkt verändern. Diese Funktion bieten viele Dualkameras, aber Lenovo ergänzt die Bearbeitung beim Z2 Force noch um einen Schwarz-Weiß-Effekt. Die Unschärfe verschwindet dann und der entsprechende Bereich wird monochrom. So lassen sich bunte Elemente im Vordergrund extra hervorheben.

Aber das Moto Z2 Force fördert nicht nur die Kreativität beim Fotografieren, sondern liefert auch eine sehr gute Bildqualität ab. Die Aufnahmen überzeugen mit einer sehr hohen Detailgenauigkeit sowie kräftigen und trotzdem noch natürlichen Farben. Bei starken Kontrasten lohnt es sich den HDR-Modus zu aktivieren, der vor allem dunkle Bereiche aufhellt. Wird es dunkel, nimmt die Bildqualität ab. Allerdings bleiben die Aufnahmen bei Zimmerbeleuchtung und in der Nacht vorzeigbar. Das ist in dieser Preisklasse zwar Standard, aber immer noch ein deutlicher Unterschied zu den meisten Mittelklasse-Smartphones.

Die Frontkamera des Moto Z2 Force hat zwar nur eine Auflösung von fünf Megapixeln, liefert mit seiner f/2.2-Blende bei Tageslicht aber trotzdem sehr schöne Selfies. Mit ihrer hohen Detailgenauigkeit und den natürlich wirkenden Farben teilt man die gerne. Der HDR-Modus bringt zusätzlich etwas mehr Helligkeit in dunkle Bereiche.

Fazit: Nur die Zeit lässt es schlecht aussehen

Das Motorola Moto Z2 Force überzeugt im Test auf ganzer Linie. Schönes Design, leistungsfähige Hardware, mal eine andere Bedienung, aktuelles Android und eine sehr gute Dualkamera. Dazu kommen noch die Erweitungsmöglichkeiten durch die Moto Mods. Manch einer wird den Kopfhöreranschluss vermissen, doch als wirkliches Problem könnte sich der Preis erweisen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt zum Verkaufsstart bei 799 Euro. Schaut man sich dagegen zum Beispiel das ebenfalls nicht schlechte und ähnlich ausgestattete Galaxy S8 von Samsung an, bekommt man das schon deutlich günstiger, da in wenigen Wochen der Nachfolger erscheint.

Weitere Artikel zum Thema
Moto Z2 Force: Smart­phone mit bruch­si­che­rem Display ist im Handel
Guido Karsten
Das Moto Z2 Force unterstützt auch Motorolas Erweiterungsmodule
Auf der IFA 2017 hatten wir das Moto Z2 Force bereits in der Hand, jetzt kommt es auch in den Handel – so wie die Moto 360 Cam zum Anstecken.
Die IFA-Neuzu­gänge LG V30, Xperia XZ1 und Moto Z2 Force im Vergleich
Jan Johannsen
Motorola Z2 Force, LG V30 und Sony Xperia XZ1: Die Flaggschiffe der IFA.
Die Auswahl an Top-Smartphones wird größer. Das LG V30, Xperia XZ1 und Moto Z2 Force sind die neuen Spätsommer-Flaggschiffe ihrer Hersteller.
Moto Z2 Force: Bild­schir­min­halt wabert beim Scrol­len
Christoph Groth2
Moto Z2 Force Edition
Das Moto Z2 Force weist offenbar das gleiche Phänomen wie das OnePlus 5 auf: Beim Scrollen treten leichte Verzerrungen des Inhalts auf.