Netgear Arlo und Arlo Q im Test: Zwei Kameras sehen mehr als eine

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Die Live-Bilder der Arlo (r.) und Arlo Q sind per App einsehbar.
Die Live-Bilder der Arlo (r.) und Arlo Q sind per App einsehbar.(© 2016 CURVED)

Die eine ist kabellos, die andere kommt ganz ohne Basisstation aus – und beide liefern als Smart-Home-Sicherheitskameras Livebilder aus Eurem Zuhause, die auf Eurem Smartphone abgerufen werden können. Traut Ihr Eurer Katze nicht über den Weg oder wollt Ihr Eure Briefmarkensammlung doch lieber zusätzlich absichern, bieten die Netgear-Kameras die Lösung für Euch.

Netgear hat mit der Arlo und der Arlo Q zwei Smart-Home-Kameras auf den Markt gebracht, die einen Blick in Euer Zuhause erlauben, egal wo Ihr Euch gerade befindet. Wir haben beide Systeme für Euch getestet – ein Kurztrip nach London war da bestens geeignet, um daheim reinzuschauen und nach dem Rechten zu sehen.

Unkomplizierte Installation

Das Setup für beide Kameras ging schnell und war unkompliziert. Die Arlo Q wird über ein Kabel an den Strom angeschlossen und kann – dank eines magnetischen Standfußes – überall angebracht werden. Dieser hält die kleine rautenförmige Kamera auch problemlos über Kopf an der bevorzugten Stelle. Da sie ohne Basisstation auskommt, installiert Ihr lediglich die App, paart beide Geräte über den Scan eines QR-Codes miteinander und schon ist die Kamera einsatzbereit.

Die Arlo gibt es nur im Doppelpack mit der Basisstation.(© 2016 CURVED)

Die Arlo wird magnetisch dort befestigt, wo sie eingesetzt werden soll. Die kleine fast eiförmige Kamera wiegt knapp 200 Gramm und wird mit vier mitgelieferten CR123-Batterien betrieben. Sie ist wasserdicht und garantiert per IP65-Standard auch einen Einsatz im nasskalten Eingangsbereich oder auf dem Balkon. Praktisch ist das Kugelgelenk der Halterung. So kann die Arlo tatsächlich überall angebracht werden. Das Setup dauert etwas länger als bei der Arlo Q, da noch die Basisstation, die aussieht wie ein WLAN-Router, vor Inbetriebnahme eingerichtet werden muss.

Der Vorteil der kleinen, unauffälligen Kamera wird durch die große Basisstation etwas verringert. Ist die Kamera über die Low-Power-Wifi-Verbindung mit der Basisstation verbunden, kann sie über die Installation der App ihren Dienst antreten. Kleiner Wermutstropfen: auch wenn die Installation der Basisstation reibungslos und schnell abläuft, ist die ausschließlich in Englisch gehaltene Kurzanleitung unvollständig.

Scharfer Livestream Tag und Nacht

Weitere Kameras können über die App hinzugefügt werden. Da die Arlo Q ohne Stromkabel auskommt, habt Ihr sogar bei Änderung des Standortes einen durchgehenden Live-Feed und mit einer Batterie-Lebensdauer von vier bis sechs Monaten müsst Ihr Euch keine Sorgen um den Betrieb machen. Beide Kameras nehmen einen großzügigen Bereich auf: während die Arlo Q mit 1080p und einem Blickwinkel von 130 Grad aufnimmt, unterstützt die Arlo Aufnahmen mit bis zu 720p und einem Sichtfeld von 110 Grad. Die Kameras können überall im Raum platziert werden und nehmen trotzdem genug auf, um eine gute Übersicht über das Areal zu geben. Unsere Kameras standen bei mir im Wohnzimmer und in der Küche. So konnte ich den Eingangsbereich, die Sitzecke und den Übergang zur Küche mit der einen und den Fressplatz meines Katers mit der anderen Kamera im Auge behalten.

Dank integrierter Infrarot-LEDs funktionieren die Kameras nicht nur am Tag gut, sondern auch nachts oder bei schwierigeren Lichtverhältnissen. Die wasserfeste Arlo hat bei Nachtsicht eine Reichweite von ungefähr sieben bis acht Metern, was für grün glühende Katzenaugen und scharfe Konturen sorgt – selbst im Livestream konnte ich alles kontrastreich und gut erkennen. Die Arlo Q überzeugt nachts mit ebenso scharfen und definierten Bildern. Beide Geräte haben mich als Katzenmutter mit einem fast ruckelfreien Livestream, der nur um Millisekunden zeitversetzt war, und detailgetreuen Fotos und Videos überzeugt.

Push-Benachrichtigungen aufs Smartphone

Über die App wird das eigentlich Entscheidende eingestellt. Beide Kameras haben einen Bewegungssensor, der für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Für meine Katze hieß das: In einem Zeitraum von Mitternacht bis sieben Uhr morgens hat jede Bewegung eine Aufnahme und eine Push-Benachrichtigung ausgelöst – ein weiteres Zeitfenster wurde von neun Uhr morgens bis 17 Uhr eingerichtet, um jede Bewegung und jedes Geräusch einzufangen.

Die Arlo Q kann, ähnlich wie die Smart-Home-Cam Logi Circle, über ein eingebautes Mikrofon die leisesten Geräusche wahrnehmen und als Push-Benachrichtigung zur App senden. Hier müsst Ihr ein wenig an den Einstellungen drehen. Nachdem ich die Sensibilität des Sensors und die Benachrichtungsfrequenz angepasst hatte, bekam ich auch nur bei wirklich interessanten Meldungen eine Push-Benachrichtigung. Eine zusätzliche E-Mail-Benachrichtigung rundet das Paket ab – nach Landung in London habe ich doch die E-Mails schneller als die App-Notifications erhalten. Habt Ihr ein einsames Häuschen im Wald oder wollt die Kamera vielleicht als Babyfon nutzen, so schlägt diese bei den geringsten Geräuschen und Bewegungen im Umkreis von bis zu 15 Metern Alarm.

Und ähnlich wie auch im Test mit der Logi Circle, machte ich mir einen Spaß daraus, über die Arlo Q mit meinem Kater zu kommunizieren. Der Lautsprecher funktioniert über eine Walkie-Talkie-Funktion als direkter Kommunikationskanal mit den Bewohnern der Wohnung – der Kater war allerdings eher verwirrt von meiner Stimme und suchte die Quelle des Geräusches, anstatt wirklich mit mir über die Kamera zu kommunizieren. Nützlich könnte diese Funktion im Ernstfall dennoch sein. Denn welcher Langfinger hört gerne die Stimme des Hauseigentümers, wenn er durch das Fenster einsteigen möchte?

Die App, die beide Kameras nutzen, ist sehr übersichtlich und bietet neben den Streams der Netgear-Kameras auch Möglichkeiten zur Anpassung der Benachrichtigungsfrequenz. Die einzelnen Kameras können hier auch umbenannt werden. Außerdem habt Ihr den Batterieladestand im Blick. Entdeckt Ihr im Livestream etwas Seltsames, könnt Ihr mit den Kameras hineinzoomen.

Preise und Speicher

Um die iOS- oder Android- App zu nutzen, registriert man sich einmalig als Nutzer und kann kostenlos bis zu fünf gleichzeitige Videostreams verfolgen. Im Test hat das ohne Weiteres funktioniert. Ich konnte von Zimmer zu Zimmer zwischen den verschiedenen Geräte-Streams mit meinem Kater "mitgehen" – auch über den Browser konnte ich mich schnell einloggen, und aus London in meine Wohnung schauen.

Die Arlo Q sieht aus wie eine Mischung aus der Pixar-Lampe und dem Roboter Wall-E.(© 2016 CURVED)

Die Videos werden kostenfrei bis zu sieben Tagen in der bis zu ein Gigabyte großen Cloud gespeichert – wer länger etwas von seinen Aufnahmen haben will, muss auf die Premier- (8,99 Euro monatlich, 30 Tage Cloud-Speicher) und Elite-Pakete (13,99 Euro monatlich, 60 Tage Cloud-Speicher) upgraden oder die Videos manuell speichern. In den kostenpflichtigen Angeboten können bis zu 15 Kameras verbunden werden. Die Arlo Q kann bei Bedarf auch rund um die Uhr wie eine Überwachungskamera aufzeichnen. Dafür zahlt Ihr aber ebenfalls extra: die Preise bewegen sich zwischen 8,99 Euro und 17,99 Euro pro Kamera im Monat oder 89 Euro und 179 Euro pro Kamera im Jahr.

Auch wenn Arlo Wert darauf legt, dass die Kameras nur über das eigene WLAN eingerichtet werden, liegen die sensiblen Daten dann in einer Cloud. Der AES-Verschlüsselungsstandard soll die dort gespeicherten Daten schützen.

Fazit: Sicher, zuverlässig, smart

Das kleine blaue Lämpchen der Arlo hat mich zuerst etwas gestört, hatte aber einen interessanten Effekt: So ertappte ich mich neulich dabei auf der Suche nach einem kleinen blauen Licht etwas paranoid in der Wohnung zu schauen, ob nicht doch noch irgendwo eine Kamera installiert war.

Während des London-Trips auf meinen Kater zu schauen war schön und gut, aber auch da fiel mir bereits auf, dass mein Freund zu Hause auffallend selten im Bild war. Denn auch er fand die Möglichkeit seltsam, permanent von mir beobachtet werden zu können. Wir haben uns darauf geeinigt, höchstens fest definierte Zeitfenster – während der Arbeitswoche, wenn keiner außer dem Kater zu Hause ist – für den Test zu nutzen.

Die Kameras sind bei einem Preis von 229 Euro für die Arlo mit Basisstation sowie 219 Euro für die Arlo Q mit Zwei-Wege-Audio nicht unbedingt günstig, aber die umfassenden Funktionen, gute Verarbeitung und klare Aufnahmen machen die Kameras zu gelungenen Allroundern.


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