Nokia 2 im Test: ein großer Akku und pures Android für knapp über 100 Euro

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Das Nokia 2
Das Nokia 2(© 2018 CURVED)

Das Nokia 2 ist sehr günstig. Es kostet nur 129 Euro und hat einen großen Akku an Bord. Natürlich muss man für den Preis auch Abstriche hinnehmen. Welche und ob das Smartphone trotzdem taugt, erfahrt ihr im Test.

Im Vergleich zu vielen anderen Smartphones wirkt das Nokia 2 klein und kompakt. Es liegt angenehm in der Hand und lässt sich gut mit einer Hand bedienen. Das Gehäuse besteht aus einem Metallrahmen und einer abnehmbaren Kunststoff-Rückseite. Äußerlich merkt man dem Nokia 2 seinen günstigen Preis nicht an. Die Verarbeitung ist ordentlich und das Gehäuse zwar nicht wasserdicht, aber immerhin vor Spritzern geschützt. Ein wenig Regen sollte also kein Problem sein.

Wenn das Smartphone nicht schnell sein muss

Das fünf Zoll große Display des Nokia 2 verfügt nur über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Die genügt bei dem kleinen Display aber für ein scharfes und detailreiches Bild. Die Farben und die Blickwinkelstabilität fallen ebenfalls zufriedenstellend aus. Die Helligkeit des Bildschirms ist freilich nicht besonders hoch, was vor allem im Sonnenschein dazu führen kann, dass die Inhalte auf dem Display nur schwer zu erkennen sind. Ebenfalls nicht ideal ist der Verzicht auf Sensortasten unterhalb des Touchscreens. Der Rand wäre breit genug. Durch die Onscreen-Tasten wird der sichtbare Bereich des Displays bei den meisten Apps deswegen noch kleiner.

Unter der Haube des Nokia 2 steckt mit dem Snapdragon 212 der schwächste von Qualcomms aktuellen Smartphone-Chipsätzen. Ihm steht ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. WhatsApp und Co. sind damit kein Problem, an grafisch aufwändige Spiele oder AR- und VR-Anwendungen sollte man beim Nokia 2 aber nicht denken. Die Ladezeiten sind selbst in den Einstellungen oder in der Kamera-App spürbar länger als bei etwas besser ausgestatteten Smartphones. Das wird nur Nutzern gefallen, die erstmals ein Smartphone in der Hand haben oder deren vorheriges Modell noch langsamer war. Wer bereits ein schnelleres Gerät genutzt hat, wird sich über die langen Wartezeiten und verzögerte Reaktionen auf Touchscreen-Berührungen ärgern.

Vom acht Gigabyte großen internen Speicher des Nokia 2 sind bereits 5,5 Gigabyte durch Android und vorinstallierte Apps belegt. Viel Platz für Fotos und weitere Apps bleibt da nicht. Zwar lässt sich die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erweitern. Die vernünftige Auslagerung von Daten auf die Speicherkarte erfordert allerdings immer mehr Aktivität vom Nutzer als ein größerer interner Speicher.

Pures Android, schnelle Updates und ein großer Akku

Als Betriebssystem läuft Android 7.1.1 Nougat auf dem Nokia 2. Der Hersteller lässt das Betriebssystem von Google – von Kleinigkeiten abgesehen – unverändert und schafft es so, zügig Android-Updates zur Verfügung zu stellen. So konnte ich beim Test Anfang Januar direkt das Sicherheitsupdate für den Dezember installieren. Das Update auf Android 8.0 Oreo soll das Smartphone ebenfalls erhalten. Wann genau, konnte Nokia allerdings noch nicht genau sagen. Vorher sind die Modelle mit höheren Nummern dran und haben, wie etwa das Nokia 8, das Update teilweise bereits erhalten. Als Nutzer profitiert man aber nicht nur von schnellen Updates, sondern auch davon, dass das Smartphone nicht ab Werk mit Apps und unzähligen Funktionen vollgestopft ist, sondern sich der Hersteller auf Grundfunktionen beschränkt. Apps, die man vermisst, lassen sich ja problemlos aus dem Play Store installieren.

Der Akku des Nokia 2 fällt mit 4100 mAh vergleichsweise groß aus. Angesichts der Hardware und des Displays, die weniger Energie als bei den Top-Smartphones benötigen, kann man mit dem Smartphone wirklich zwei Tage durchhalten, bevor man es wieder aufladen muss. Aber auch das Nokia 2 muss man täglichen Aufladen, wenn man es nicht aus der Hand legt und quasi dauerhaft nutzt. Die Aufladung erfolgt über den Micro-USB-Anschluss ohne Schnellladefunktion, aber dafür kann man noch einen Kopfhörer per Klinkenkabel an den 3,5mm-Anschluss des Nokia 2 anschließen.

Kamera für schönes Wetter

Die Hauptkamera des Nokia 2 liefert Bilder mit einer Auflösung von acht Megapixeln und ist auf helles Tageslicht angewiesen. Dann sind die Farben zwar schick, aber die Schärfe und Detailgenauigkeit lassen sehr zu wünschen übrig. Steht weniger Licht zur Verfügung, wird es nicht besser. Wer mehr als nur ab und zu ein Foto machen will, wird mit der Kamera keine Freude haben.

Bei den Selfies mit der Fünf-Megapixel-Kamera ist immerhin das Gesicht scharf gezeichnet und gut zu erkennen, der Hintergrund aber ebenfalls unscharf. Auf viel Licht ist aber auch die Kamera auf der Vorderseite angewiesen.

Fazit

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 129 Euro ist das Nokia 2 sehr günstig. Positiv fallen bei diesem Preis das Display, die Verarbeitung und das Design sowie das pure Android auf, das fix mit Updates versorgt wird. Für alltägliche Aufgaben ist das Smartphone trotz seiner langsamen Hardware gerüstet, aber etwas Geduld muss man mitbringen.

Entscheidet man sich für das Nokia 2, muss einem klar sein, dass man keine Spiele mit aufwändiger Grafik oder großem Speicherbedarf spielen kann. Der interne Speicher fällt sehr knapp aus. Da die Kamera mit ihrer Bildqualität nicht gerade zur ständigen Knipserei verführt, überladen aber zumindest nicht Unmengen von Fotos den Speicher. Allerdings gibt es als Entschädigung einen sehr großen Akku. Habt ihr höhere Ansprüche an ein Smartphone und wollt nicht viel Geld ausgeben, dann ist zum Beispiel das Nokia 5 einen Blick wert.

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