Samsung DeX Station im Test: das Galaxy S8 als PC-Ersatz? [mit Video]

Das Galaxy S8 ist nicht nur eines der schönsten, sondern auch eines der leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt. Es hat sogar so viel Power, dass Ihr es mit Hilfe der DeX Station als PC-Ersatz benutzen könnt. Wie gut das klappt und wo es hakt, klärt der Test.

Neu ist die Idee, ein Smartphone mittels Dock zum PC zu machen, nicht. Schon Ende 2015 hatte Microsoft Continuum vorgestellt. Durch das vermeidliche Killer-Feature von Windows 10 Mobile sollten Windows-Phones wie das Lumia 950 XL zum Hosentaschen-PC werden. Das Problem: Die App-Auswahl und die Möglichkeiten des abgespeckten Systems waren zu gering, Continuum setzte sich nicht durch. Die restliche Geschichte zum Thema Windows Phone ist bekannt, hat Samsung aber nicht davon abgehalten, zusammen mit dem Galaxy S8 ein ähnliches Konzept zu präsentieren.

Mit der DeX Station wird das S8 zum PC

Denn auch das Top-Gerät der Südkoreaner kann zum PC werden. Möglich macht es die DeX Station. Dieses kreisrunde Smartphone-Dock sieht im geschlossenen Zustand eher aus wie ein Qi-Ladepad. Klappt Ihr es auf, offenbart sich ein Einschub fürs Galaxy S8 (oder Galaxy S8 Plus). Per USB-C verbindet sich das Gerät mit der Dex Station. Die wiederum schließt Ihr per HDMI an einen Monitor an. Es gibt zwar auch einen USB-C-Eingang am Dock. Der dient aber zur Stromversorgung.

Für die müsst Ihr das mit dem Smartphone gelieferte oder ein anderes eigenes Kabel nutzen, denn dem Dock liegt keines bei. Maus und Tastatur könnt Ihr wahlweise per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden oder über die beiden USB-2.0-Ports an die Dex Station anschließen. Ein LAN-Anschluss rundet das Angebot ab. Habt Ihr einmal alles verkabelt und angeschlossen, braucht Ihr das Smartphone nur in die Station schieben. Es verbindet sich dann automatisch mit dem Monitor und wechselt in die Desktop-Ansicht. Positiver Nebeneffekt: Das S8 wird nebenbei aufgeladen.

Android auf dem großen Bildschirm

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, handelt es sich beim Betriebssystem natürlich nicht um Windows 10, sondern um eine für den großen Bildschirm sehr sinnvoll angepasste Android-Version. Die bietet aber einige Elemente, die es auch bei Microsoft gibt. Dazu gehören ein Startmenü, das alle Apps anzeigt, die auf dem Galaxy S8 installiert sind und eine Taskleiste, die geöffnete Anwendungen anzeigt und Schnellzugriff auf gängige Einstellungen wie Bluetooth oder WLAN gewährt. Außerdem habt Ihr Zugriff aufs Benachrichtigungscenter des Smartphones. Bekommt Ihr eine neue Nachricht, seht Ihr das unten rechts in der Ecke. Auch telefonieren ist möglich. Kurzum: Wer schon einmal einen PC benutzt hat, wird sich in der DeX-Lösung schnell zurechtfinden.

Bildbearbeitung in Photoshop Express ist am Schreibtisch kein Problem.(© 2017 CURVED)

Bei den Apps müssen wir zwischen zwei Arten unterscheiden. Jene, die für den Betrieb mit der DeX Station angepasst sind und den Rest. Ist eine App für den Desktop-Modus optimiert, könnt Ihr deren Fenster beliebig klein oder groß ziehen oder die Anwendung im Vollbildmodus laufen lassen. Zu den angepassten Apps gehören alle auf dem S8 vorinstallierten Samsung-Anwendungen, aber auch Chrome, Google Drive, Google Docs diverse Apps von Adobe und die Office-Anwendungen von Microsoft.

Was gut läuft – und was nicht

Mit diesen optimierten Anwendungen könnt Ihr am Galaxy S8 ganz gut arbeiten. Texte schreiben in Google Docs oder Word, Fotos in Photoshop Express (rudimentär) bearbeiten, oder mit Chrome im Netz surfen, all das stellte das Smartphone im Dock vor keine Probleme. Ihr könnt auch mehrere Apps gleichzeitig laufen lassen und fix zwischen diesen hin und her wechseln. Entweder klickt Ihr dafür die Fenster an oder Ihr benutzt die von Windows und macOS bekannten Shortcuts wie "Command + Tab", um zu wechseln.

Auch im Browser funktionierte vieles ordentlich. Google Drive und YouTube ließen sich zum Beispiel ohne Probleme benutzen, auch wenn Android uns immer wieder gern in die installierte App geschickt hätte. Das war auch bei Netflix der Fall. Anhand des Streaming-Dienstes wird aber auch deutlich, dass DeX noch viel Luft nach oben hat. Denn einloggen konnten wir uns zwar, zum Abspielen eines Videos wurden wir aber in die App geleitet. Die ist nicht für DeX optimiert, läuft also nur im Telefonmodus. Das heißt: Das Fenster hat nur die Größe des Telefon-Displays und läuft auch nicht im Vollbildmodus. Ihr könnt zwar noch in die Landscape-Ansicht wechseln, "House of Cards" und Co. bleiben aber Mäusekino.

YouTube ließe sich auch im Vollbild-Modus nutzen. Bei Netflix funktioniert das dagegen nicht.(© 2017 CURVED)

Außerdem funktionierten zumindest die Spiele, die wir auf dem Gerät installiert haben, nicht im Desktop-Modus. "Super Mario Run" akzeptierte Eingaben mit der Maus nach dem Tutorial nicht mehr, "Asphalt 8: Airborne" startete gar nicht erst. Deswegen kam das Galaxy S8 auch am großen Bildschirm nicht an die Leistungsgrenze. Sollte das Gerät doch einmal warm werden, würde aber der Lüfter der Dex Station für Abkühlung sorgen.

Fazit: gute Office-Lösung mit Luft nach oben

Die DeX Station kostet 149 Euro (UVP). Ob sich die Investition lohnt, hängt von Euch ab. Braucht Ihr einen PC nur, um ab und an einen Text zu schreiben, im Web zu surfen oder um längere E-Mails zu verschicken? Dann ist DeX genau das, wonach Ihr sucht. Smartphone rein, glücklich sein. Für alles, was darüber hinausgeht eignet sich DeX dagegen noch nicht so gut. Das kann sich aber in Zukunft ändern, wenn weitere Entwickler ihre Apps für das System anpassen.

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