Sonos One im Test: Alexa klang noch nie so gut

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Fügt sich gut ins Interieur ein: der Sonos One mit Alexa
Fügt sich gut ins Interieur ein: der Sonos One mit Alexa(© 2017 CURVED)

"Dinge mit Alexa" waren der große Trend auf der IFA 2017. Unser Highlight: ein Sonnenschirm (!) mit der Künstlichen Intelligenz von Amazon. Sinniger ist da schon, wenn die KI heimische Klangkörper smart macht. So geschehen beim Sonos One. Wir haben den neuen Lautsprecher der Multiroom-Spezialisten getestet und verraten, ob sich der Aufpreis gegenüber einem Amazon Echo lohnt.

"Mensch, das hat aber auch gedauert!" Und: "Endlich!" Das dachte ich, als Sonos vor wenigen Tagen Sonos One vorgestellt hat. Denn schon auf der IFA 2016 hatte die Klangschmiede angekündigt, seine Speaker Alexa-kompatibel zu machen. Nun dauert es dann doch mehr als ein Jahr. In der Zwischenzeit stellte Sonos die sehr überzeugende Playbase vor. Die wird auch smart – vorausgesetzt, ich habe ein Echo oder Echo Dot in Benutzung. Denn im Rahmen des Events gab man bekannt, dass nun auch ältere Modelle sich mit den Alexa-Geräten verbinden lassen. Ich wiederhole mich gerne: Endlich!

Denn machen wir uns nichts vor: Mit Sonos verhält es sich wie mit iPhones. Man ist entweder bereit, für ein stimmiges Paket mit guter Verarbeitung und sehr guter Qualität ein paar Euro mehr zu bezahlen – oder eben nicht. Und wer von den Sonos-Geräten überzeugt ist, wie ich es bislang war, der hat mit scharrenden Hufen auf den Alexa-Skill gewartet.

Der Look: schön schlicht

Dass im Sonos One eine Alexa wohnt, verrät das kleine Mikrofon-Symbol auf der Oberseite. Sowieso wirkt die neue Oberseite zeitgemäßer. Waren beim Play:1 noch Buttons für die Lautstärke sowie Play/Pause untergebracht, hat Sonos beim One die Buttons gestrichen und die gesamte Oberfläche touchfähig gemacht. Ähnlich kamen solche kapazitiven Menübuttons auch schon bei der Playbase zum Einsatz. In der Mitte signalisiert eine LED, ob mit dem Gerät alles in Ordnung ist und ob Alexa auch zuhört. Von der Seite hingegen sieht der One dem Play:1 zum Verwechseln ähnlich.

Die Hardware: ein Play:1 mit sechs Mikrofonen

Das liegt auch daran, dass er abgesehen von der Alexa-Hardware dieselben Treiber beherbergt. Der Lautsprecher verfügt ebenfalls über zwei Verstärker der Klasse D, einen Hoch- und einen Mitteltöner, die genau an seine "akustische Architektur" angepasst sein sollen. Neu sind die sechs verbauten Fernfeld-Mikrofone, die auch Alexa-Sprachbefehle aus der Entfernung aufschnappen sollen – so wie es Amazons Echo und Dot schon können. Zum Lieferumfang zählen noch ein Ethernet- und das Stromkabel.

Die Software: auch für Alexa-Anfänger geeignet

Eingerichtet wird der Sonos-Lautsprecher über die offizielle Sonos-App. Bei der Einrichtung müsst Ihr Euch dieses Mal mal aber ein bisschen mehr Zeit nehmen. Denn nicht nur möchte sich die Sonos-Software etwa mit Apple Music oder Spotify verbinden. Damit Alexa mit Euch sprechen kann und wiederum Befehle verarbeiten kann, braucht es noch die Verknüpfung zur Alexa-App. Ist die mit einem kleinen Switch zwischen den Anwendungen vollzogen, solltet Ihr noch den Sonos-Skill aktivieren in der Alexa-App. Dann könnt Ihr den Speaker auch über einen Echo Dot im Nebenzimmer oder ein Stockwerk tiefer steuern.

Nun bin ich ein Echo-Nutzer der ersten Stunde. Aber auch Alexa-Neulinge dürften sich schnell zurechtfinden. Denn die Software gibt während der Einrichtung immer wieder Vorschläge, was man mit der KI anstellen kann. So beendet man das Setup mit einem "Alexa, starte das Radio." Und schon zeigte mir die App an, welcher Song gerade im Radio läuft. So soll's sein. Wichtig: Per Sprachbefehl könnt Ihr dann auf die Musikdienste zugreifen, die sich mit der Alexa-App verbinden lassen. Das sind aktuell Amazon Music und Spotify.

Die Bedienung: mit dem gewissen Touch

Umgewöhnen musste ich mich, was das optische Feedback angeht. Bei meinem Echo Dot seh ich auch aus der Ferne, ob er mich hört. Dem großen blauen Ring sei Dank. Beim Sonos One sitzt die Status-LED auf der Oberseite. Liege ich auf der Couch oder bin nicht in direkter Nähe zum Gerät, brachte mir die LED wenig.

Auf der Oberseite hat Sonos kapazitive Buttons verbaut.(© 2017 CURVED)

Stand ich direkt davor, empfand ich die neue Touch-Steuerung als recht angenehm. Über Wischgesten konnte ich leicht die Lautstärke anpassen, zwischen den Tracks hin- und herspringen und pausieren sowie das Mikrofon stummschalten. Und dann ist da ja auch noch die Möglichkeit, über die App das Sonos-System zu steuern.

Alexa ist im Sonos One etwas schwerhörig

Wohlgemerkt: Den Sonos-Skill braucht es nicht, wenn Ihr das Sonos One nutzt. Schließlich ist hier Alexa schon an Bord. Das gilt auch für den Fall, dass Ihr nur mit dem One im Schlafzimmer sprecht, um die Musik im Wohnzimmer auf der Playbase zu starten. Andersherum ginge das nur, wenn die Playbase mit einem Echo (Dot) verknüpft wäre. Umdenken müsstet Ihr dafür nicht, denn Amazons KI lässt sich auf allen Geräten absolut gleich bedienen und kann überall gleich viel. So konnte ich auch den One nach dem Wetter, den neuesten Nachrichten oder dem Fernsehprogramm fragen.

Tatsächlich ist der Eindruck, wenn man einen Raum weiter schon ein Alexa-Gerät stehen hat: Jo, funktioniert. Dass es funktioniert, war für mich als Alexa-Kenner keine Offenbarung. Vielmehr war ich nun zufrieden, dass es funktioniert und der Hersteller sein Versprechen gelungen in die Tat umgesetzt hat.

Unterschiede in der Ansprache konnte ich dann schon feststellen. So musste ich "Alexa" nicht brüllen oder über die Maßen laut werden. Doch von meinem Echo Dot bin ich es gewohnt, ihn in dem Tonfall anzusprechen, in dem ich auch gerade ein Gespräch mit einer Person führe. Der Sonos One hingegen hörte in meiner Wahrnehmung vor allem dann zu, wenn ich "Alexa" soll laut und in einem anderen Tonfall spreche, als würde ich etwa im Büro eine Person ansprechen wollen, die gerade mit etwas anderem beschäftigt ist und deren Aufmerksamkeit ich möchte. Hätte ich ein Echo Dot nicht im Einsatz, wäre mir das wohl nicht aufgefallen. Letzten Endes ist es auch nur eine Gewöhnungssache. Die Antworten und die Sprachausgabe wiederum sind absolut identisch zum Amazon-Produkt. Mit dem großen Unterschied, dass einfach alles besser klingt aus dem Sonos-Speaker.

Der Klang: gewohnt gut

Dass der Sonos One besser klingt als ein Amazon Echo, sollte auch nicht verwundern. Zum einen kostet er mehr, zum anderen hat Sonos weitaus mehr Sound-Expertise, die in den Bau des Speakers geflossen ist. Der ist akustisch betrachtet eine Kopie des Play:1. Und genauso klingt er auch. Gemessen an der Größe überzeugt der Lautsprecher mich vor allem in der Tiefe. Die Bassleistung, aber auch die Höhen lassen sich zudem in einem Equalizer nochmal individuell anpassen. Gelungen: Auch wenn ich den One mal aufgedreht habe, konnte ich mit einem "Alexa" und dem anschließenden Sprachbefehl den Track wechseln, die Lautstärke regulieren oder auf installierte Alexa-Skills zugreifen und so etwa mit MyTaxi einen Fahrer ordern.

Preis und Verfügbarkeit

Vorbestellen lässt sich der Sonos One bereits in den Farben Schwarz und Weiß für 229 Euro. Die Lieferung erfolgt bis zum 24. Oktober.

Fazit: für Alexa-Anfänger und Sonos-Liebhaber

Sonos hat seinen ersten Speaker smart gemacht. Und damit letzten Endes auch seine Produkte zukunftssicher. Hier ergibt der Einsatz von Alexa nicht nur Sinn, er war letzten Endes notwendig – und für mich vergleichbar mit der Entwicklung des Fernsehers von der dummen Mattscheibe hin zum Smart-TV. Mit der Amazon-KI setzt man zudem auf die derzeit erfolgreichste und damit meistverbreitete Lösung. Wer Alexa schon kennt, fühlt sich direkt aufgehoben. Neulinge, die bereits ein Sonos-System besitzen, werden sich schnell reinfinden. Und wer bislang weder mit Sonos, noch mit Alexa in Berührung gekommen ist, dem sei gesagt: Sonos One ist der bestklingende Alexa-Lautsprecher. Allerdings sollten die Ingenieure die Spracherkennung verbessern. Da haben Amazons Produkte noch klar die Nase vorn.

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