Sony Xperia L2 im Test: Wie viel Premium gibt es für 249 Euro?

Das Sony Xperia L2
Das Sony Xperia L2(© 2018 CURVED)

Mit einem Preis von 249 Euro ist das Xperia L2 ist Sonys aktuell günstigstes Smartphone. Was ihr für das Geld bekommt – und was nicht, das verraten wir euch im Test.

Sonys Xperia-Smartphones gehören jedes Jahr zu den besten Geräten auf dem Markt. Scharfe Displays und starke Kameras sorgen regelmäßig für gute Platzierungen in unseren Toplisten. Allerdings reißen die Premium-Geräte auch ein ganz schönes Loch in den Sparstrumpf. Dass es auch ein, zwei Nummern günstiger geht, zeigt der Hersteller mit der L-Serie. Dessen neuester Ableger, das Xperia L2, hatte Sony gerade erst Anfang Januar 2018 auf der CES vorgestellt. 249 Euro soll das Gerät kosten. Klar, dass Käufer da auf manchen Luxus verzichten müssen.

Dicke Ränder und viel Plastik

So besteht das Gehäuse etwa nicht aus Aluminium oder einer Aluminium-Glas-Kombination, sondern aus Kunststoff. Der fühlt sich zwar nicht ganz so hochwertig an, aber das lässt sich vertreten. Denn bei der Verarbeitung haben die Japaner gute Arbeit geleistet. Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt und am Gehäuse knackt und knarzt nichts. Nur wasserdicht ist das Smartphone nicht. Das sind in dieser Preisklasse die wenigsten.

Dazu kommt ein Gehäuse, das durch die Abrundung der Rückseite zwar gut in der Hand liegt, insgesamt aber ganz schön klobig wirkt und nur in ganz tiefen Hosentaschen wirklich verschwindet. Das liegt daran, dass der Bildschirm mit einer Diagonale von 5,5 Zoll ganz schön groß ist und Sony weiterhin auf dicke Balken ober- und unterhalb des Displays setzt. Andere Hersteller verbauen auch in dieser Preisklasse schon Displays mit möglichst dünnen Rändern. Sicher, das Aussehen ist charakteristisch für die Xperia-Reihe, sieht aber nicht mehr wirklich modern aus.

Bei der Hardware wurde zu viel gespart

Wenig modern mutet auch die Ausstattung an. Ein 4K-Display dürft ihr hier zwar nicht verlangen. Full-HD darf, beziehungsweise sollte, es bei dieser Größe aber schon sein. Das Xperia L2 zeigt Inhalte aber nur mit 1280 x 720 Bildpunkten an. Das ist 2018 bei kleineren Geräten wie dem Nokia 2, das weit unter 200 Euro kostet, gerade noch verschmerzbar – beim Xperia L2 allerdings nicht. Die Folge: Inhalte wirken nicht so brillant wie man es von anderen Sony-Smartphones gewohnt ist, Farben stellt der Bildschirm ziemlich blass dar.

Auch bei der Hardware spart der Hersteller an einigen Stellen zu viel. Dass im L2 nicht der schnellste Chip auf dem Markt zum Einsatz kommen kann, ist logisch. Die verbaute Lösung reicht aber gerade ebenso aus, um ruckelfrei durch die Menüs zu navigieren. Apps starten erst nach kurzer aber merklicher Verzögerung. Für Zocker ist das Xperia L2 somit nicht geeignet. Aufwendige Spiele wie "Asphalt 8: Airborne" könnt ihr kaum flüssig spielen.

Großes Display, geringe Auflösung und dicke Ränder.(© 2018 CURVED)

Immerhin ist mit 32 Gigabyte für den Anfang genügend Platz für Apps, Musik und Videos vorhanden. Braucht ihr mehr Platz könnt ihr maximal 400 Gigabyte mit einer passenden microSD-Karte nachrüsten. Ein weiterer Lichtblick ist der Akku, der euch locker über den Tag und darüber hinausträgt. Nachladen solltet ihr am Abend aber trotzdem: Das Xperia L2 bietet keine Schnellladefunktion. Ein Rätsel bleibt, warum Sony bei einem Neugerät im Jahr 2018 nicht Android Oreo installiert. Das installierte Android 7.1.1 ist zwar aufgeräumt, aber schon über ein Jahr alt.

Kamera mit Problemen

Die Kamera machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die Farbdarstellung und Details überzeugten beim in der Redaktion beliebten Graffiti-Bild. Sobald die Bedingungen aber nicht mehr stimmen, wird es eng. Im Hamburger Winter hat der Schnee dafür gesorgt, dass dunklere Bereiche auf Bildern kaum noch zur Geltung kamen. Dazu kommt die lange Zeit, die das Xperia zum Auslösen braucht. Wer nicht lang genug still hält, der muss mit verwackelten Bildern rechnen. Stimmen die Bedingungen, ist das L2 aber durchaus für den einen oder anderen Schnappschuss zu gebrauchen.

Die Frontkamera liefert bei guter Belichtung immerhin Selfies mit ausreichend Details, vorausgesetzt, ihr schaltet die Kantenglättung ab. Tut ihr das nicht, wirken Selbstporträts sehr künstlich. Sony bewirbt außerdem das 120-Grad-Weitwinkelobjektiv. Damit passen bequem noch zwei, drei Freunde auf Selfies. Das funktioniert tatsächlich ganz gut.

Fazit: Die Frontkamera reicht nicht aus

Ihr merkt es schon: Eine echte Kaufempfehlung kann man für das Sony Xperia L2 nicht aussprechen. Für die gebotene Leistung ist das Smartphone, gemessen an der Konkurrenz, einfach zu teuer. Für zehn Euro bekommt ihr zum Beispiel mit dem Huawei P Smart ein Smartphone mit Dualkamera, aktuellem Android und deutlich mehr Leistung. Weitere günstige Geräte unter 200 Euro haben wir für euch in diesem Artikel verglichen.

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