Sony Xperia XZ3 im Test: Super OLED-Display, einfache Kamera

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Tolles Display, äußerst leistungsstarker Prozessor, vernünftige Kamera: Sonys Xperia XZ3 kann sich sehen lasssen
Tolles Display, äußerst leistungsstarker Prozessor, vernünftige Kamera: Sonys Xperia XZ3 kann sich sehen lasssen (© 2018 CURVED)

Sonys erstes Smartphone mit OLED-Display überzeugt auch mit weiteren Features: Neues Design, superschneller Prozessor, überarbeitete Kamera-App. Wir haben das Xperia XZ3 getestet.

Darf’s ein bisschen mehr sein? So lautet anscheinend aktuell das Motto für Sonys Smartphone-Sparte, denn die Japaner hauen dieses Jahr ein neues Gerät nach dem anderen raus: Rund ein halbes Jahr nach dem Start des XZ2 kommt nun mit dem XZ3 schon der Nachfolger. Und mit dem XZ2 Premium ist gerade erst ein weiteres Premium-Smartphone von Sony erschienen.

Das Wichtigste zuerst: Sonys erstes Smartphone mit OLED-Display macht ordentlich was her: Ein frisches Design, ein leuchtendes Display mit knackigen Farben und sattem Schwarz. Sony setzt auf ein gängiges Seitenverhältnis von 18:9, Gesichtserkennung, drahtloses Laden und Stereolautsprecher. Zudem bekommt das XZ3 als eines der ersten Smartphones Android 9 Pie - noch bevor Google sein eigenes Flaggschiff mit Android 9, das Pixel 3 vorstellt. Kurzum: Das Xperia ist ein Up-to-date-Smartphone, mit dem Sony die Chance wahrt, verloren gegangenen Boden wett zu machen.

Eckig war gestern - Sony macht's jetzt rund

Die Japaner haben wieder auffällig am Design geschraubt: Bis Anfang 2018 hatte sich Sony an seine OmniBalance-Designsprache mit ihren spitzen Winkeln und scharfen Kanten gehalten, aber damit ist jetzt Schluß. Schon beim Vorgänger sah man das gewölbte Glas am linken und rechten Rand, beim XZ3 geht zusätzlich auch das Display in die Kurve, so dass es mit seinen gekrümmten Seitenrändern stark an Samsungs Galaxy-Reihe erinnert. Sieht schick aus, auch wenn man insbesondere auf weißem Hintergrund eine Verfärbung im gewölbten Rand beobachten kann. Der Fingerabdruckscanner sitzt rückseitig, wieder unterhalb der Kamera und damit leider etwas zu tief, so dass die Finger gerne irrtümlich auf der Kameralinse landen.

Die Ränder am oberen und unteren Ende sind geschrumpft, im Gegensatz zu den meisten anderen Flaggschiff-Handys im Jahr 2018 leistet sich das Xperia XZ3 allerdings nicht die als Notch bekannte Kerbe im Display. Stattdessen hat sich das Unternehmen dafür entschieden, dickere Blenden entlang der Ober- und Unterseite des Displays zu verwenden, um dort Lautsprecher und Frontkamera unterzubringen. Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite sind mit Gorilla Glass geschützt, eingefasst wird das Gerät von einem 3 mm starken Aluminiumrahmen an der Außenseite des Telefons. Mit 9,9 mm ist es insgesamt ziemlich dick, weil es aber zum Rand hin schmaler wird, liegt es dennoch gut in der Hand.

Sonys erstes OLED-Display: Gelungen!

Der Killerfaktor beim XZ3 ist sicherlich das OLED-Display. Ein sehr schönes, helles Panel, das auch im Freien gut zu erkennen ist, mit sechs Zoll in der Diagonale und einer Auflösung von 2880 x 1440 Pixeln. Das mag auf einem Bildschirm dieser Größe etwas übertrieben scheinen, aber so sehen auch beim HDR-Upscaling alle Inhalte gestochen scharf aus, vom selbst gedrehten Video bis zum Netflix-Movie. Was die Farbdarstellung angeht, so gibt es neben den Standardeinstellungen für authentische Farben und Kontraste auch einen superlebendigen Modus, der die Farben allerdings sehr poppig verzerrt - sicherlich Geschmacksache.

Für ihr erstes OLED-Mobiltelefon haben die Video-Experten bei Sony das Know-How ihres Bravia TV-Teams angezapft, genauer gesagt: Die X-Reality-Engine, die bei TV-Geräten die Bildqualität verbessert, für Smartphones adaptiert, um die Videowiedergabe zu verbessern. Das ist zweifellos gelungen, jedenfalls sind die Farben sind lebendig, das Schwarz ist satt und das auch draußen, wenn die Sonne scheint. Wahrscheinlich ist es der beste Smartphone-Bildschirm, den wir je von Sony gesehen haben.

Bei Sony sitzen nicht nur Video- sondern auch Audio-Experten – und das merkt man: Das XZ3 unterstützt eine Vielzahl von hochauflösenden Audioformaten, unter anderem den von Sony entwickelten LDAC-Codec, der die Klangqualität über Bluetooth um einiges verbessert - kompatible Kopfhörer vorausgesetzt. Eine Kopfhörerbuchse gibt es allerdings nicht. Die im Rahmen verbauten Stereo-Lautsprecher hingegen sind für das YouTube-Video zwischendurch okay, ein Klangerlebnis liefern sie allerdings nicht. Dafür wartet Sony mit einem kleinen Gimmick auf, dem Dynamic Vibration System: Das Gerät gibt im Takt der Musik ein sensorisches Feedback – es vibriert. Definitiv ein Gimmick, aber ein interessantes. Man kann den Grad dieser dynamischen Schwingung selbst wählen, so dass jeder die passende Einstellung für sich finden kann. Wie beim XZ2 Premium entfällt auch beim XZ3 der Kopfhöreranschluss, dafür ist ein Adapter von USB-C auf 3,5- mm-Stecker im Lieferumfang enthalten.

Prozessor: Besser geht's nicht

Im Xperia XZ3 ist mit Qualcomms Snapdragon 845 eine der schnellsten mobilen Chipsätze verbaut, die es derzeit auf dem Markt gibt. Sonys Flaggschiff hat also keine Probleme mit dem reibungslosen Betrieb der neuesten Version des Betriebssystems, Android 9. Beim Arbeitsspeicher hat Sony sich zwar für etwas magere vier Gigabyte entschieden, was aber selbst bei Spielen ausreicht, die ordentlich Ressourcen fordern. So läuft beispielsweise PUGB Mobile einwandfrei. Daher sollte es im Play Store nichts geben, was das Smartphone vor ernsthafte Probleme stellen könnte.

Für ein Smartphone dieser Dimension wirkt der Akku mit 3.330 mAh zwar etwas unterdimensioniert, in der Praxis reicht er jedoch aus. Da hilft es, dass die OLED-Bildschirmtechnologie die Batterie nicht so stark beansprucht wie ein LCD-Bildschirm. Solange man nicht dauerhaft rechenintensive Anwendungen betreibt, kommt man mit einer Akkuladung auch über den Tag.

Sonys neue Dualkamera aus dem Xperia XZ2 Premium hat der japanische Hersteller hier nicht verbaut, stattdessen kommt das 19-Megapixel-Modul zum Einsatz, das wir vom Xperia XZ2 kennen. Die Begründung ist relativ einfach: Das Bauteil aus dem Premiummodell ist schlicht zu groß. Entsprechend müssen Käufer mit einem einzelnen Objektiv vorlieb nehmen. Die Ergebnisse können sich trotzdem sehen lassen, detailreich und farbentreu. Wie so oft kann man auch hier zwischen einem Automatik- und einem manuellen Modus wählen, wobei der manuelle Modus in unseren Aufnahmen zu natürlicheren Ergebnissen geführt hat. Auch Nachtaufnahmen stellen die Linse nicht vor große Probleme und der HDR-Modus sorgt auch bei starken Helligkeitsschwankungen im Bild für eine ausgeglichene Belichtung. Im Innenbereich oder bei schlechtem Licht rauscht das Bild lediglich ein wenig.

Nichts Neues in Sachen Kamera, Verbesserungen bei der Software

Im Vergleich zum Vorgänger hat Sony beim XZ3 eine besser Selfiekamera springen lassen. Die 13-Megapixel-Knipse auf der Vorderseite macht einen anständigen Job, hakelig wird es bei den sogenannten Beauty-Effekten. Ohne übermäßig eitel zu sein: Mit den Froschaugen des Effekts “Augen vergrößern” sehe ich beinahe aus wie ein Alien. Zugegeben, man kann die Effekte in der Stärke anpassen, aber letztlich wirken sie allesamt etwas surreal. Auch der Bokeh-Effekt, der hier mit nur einer Linse errechnet wird, wirkt mit seinen Weichzeichnungen recht unnatürlich und die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund funktioniert nicht zu 100 Prozent genau. Daher unsere Empfehlung: Entweder herunterdrehen oder komplett ausschalten. Außerdem unterstützt die Kamera 4K-Videos und Zeitlupenaufnahmen mit bis 960 Bildern pro Sekunde. Und, ja, auch bei diesem Gerät ist der bei Sony obligatorische mechanische Button zum Auslösen verbaut.

Sony hat die Kamera-App überarbeitet - und das ist zunächst einmal ein Gewinn. Einfache, große Symbole zeigen euch nun die wichtigsten Funktionen an. Das neue einfache Layout ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem komplexen Vorgänger, wenn auch hier und da noch etwas zu verschachtelt - ein Umstand, der hoffentlich mit der nächsten Version weiter verbessert wird. Neu ist auch die "Smart Launch" genannte Gestensteuerung für die Kamera: Holt ihr das Smartphone aus der Tasche und haltet es quer, geht die Kamera automatisch in Bereitschaft. An sich eine praktische Sache, leider funktionierte der Modus im Praxistest nur jedes zweite Mal. Außerdem findet sich auch Sonys 3D-App auf dem XZ3, mit der man 3D-Modelle erstellt. Mit etwas mehr Übung bekommt man bestimmt auch Ergebnisse, die man auch ausdrucken kann.

Und noch eine Erfindung hat Sony in dem Gerät untergebracht: "Side Sense". Über die Seitenflächen öffnet man mit einem Doppeltipp ein Kontextmenü, das euch eure meistgenutzten Apps und Funktionen anzeigt, so dass Ihr sie auch auf dem großen Screen bequem mit einer Hand erreichen könnt. Mit der Zeit soll Side Sense sogar eure Gewohnheiten lernen und euch in jeder Situationen die richtigen Apps anbieten. Auch hier funktioniert die Anwendung nicht hundertprozentig, manchmal löst man sie versehentlich aus, manchmal reagiert sie gar nicht. Das mag aber auch an der fehlenden Übung des Anwenders liegen.

Fazit

Das Xperia XZ3 repräsentiert die nächste Ära der Flaggschiff-Smartphones von Sony. Mit einem neuen Design, Sonys erstem OLED-Display, verbesserten Kamera-Funktionen, optimierter Software, und innovativen, wenn auch nicht ganz ausgereiften Erleichterungen wie Smart Launch und Side Sense macht das XZ3 im Vergleich zum XZ2 einen großen Schritt nach vorne. Mit diesem Gerät hält Sony technisch wie auch im Design Anschluss an die Spitzenmodelle der Mitbewerber wie dem Samsung Galaxy S9 oder dem Huawei P20 Pro.

Preis und Verfügbarkeit

Das Sony Xperia XZ3 ist ab sofort erhältlich, in Weiß-Silber, Schwarz, Wald-Grün und Bordeaux-Rot. Der Preis liegt zum Marktstart bei stolzen 799 Euro

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