Bluetooth-Speaker Soundboks 2 im Test: der Lautestsprecher [mit Video]

Ich mag es, wenn Hersteller ihre Geräte nicht mit Dutzenden Features halbherzig ausstatten, sondern in einer Disziplin glänzen wollen. Im Falle der Soundboks 2 heißt die: Lautstärke. Der "tragbare" Bluetooth-Speaker will der lauteste der Welt sein. Das haben wir getestet – zum Leidwesen der Nachbarn.

Falls es Euch wie unserer Fotografin geht und Ihr denkt "Häh, den hattet Ihr doch letztes Jahr schon getestet?": Tatsächlich hat das Team hinter Soundboks schnell reagiert und mit der Soundboks 2 schon das Nachfolgeprodukt auf den Markt gebracht. Pünktlich zur Festivalsaison.

Der Look: Back in Black

Und das unterscheidet sich optisch schon mal deutlich vom ersten Wurf: In der von uns getesteten "Black Edition" ist der Rahmen nun nicht mehr unbehandeltes, verkratztes Aluminium, sondern Schwarz pulverbeschichtet. Das sieht cleaner, hochwertiger, cooler aus. Auch ist der Rest des Gehäuses zwar immer noch aus Holz gefertigt, allerdings wirkt das schwarze Finish nun hochwertiger.

Ebenfalls, und das auch bitter nötig, überarbeitet: der Akkublock. Er glich zuvor im Look und mit seinen Kabeln einer Autobatterie. Die neue Batterie ist ebenfalls Schwarz gehalten und verfügt über stoßdämpfende Bumper an der Unterseite, einen Tragegriff sowie eine LED-Anzeige zum Ladestand. Jede Leuchte steht für 20 Prozent der Kapazität. Wieder voll aufgeladen ist die Batterie im Schnitt nach dreieinhalb Stunden. Sie wird einfach in die Ausbuchtung an der Gehäuseseite eingeschoben und per Kabel mit der Soundboks 2 verbunden.

Neuer Indoor-Modus

Ansonsten schon vom Vorgänger bekannt sind neben dem Stromanschluss für das Netzteil und dem Aux-Eingang die Drehregler auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite. Auch sie sind besser verarbeitet. Zudem verfügt die Soundboks 2 über einen neuen Indoor-Modus. Dann ist der Lautsprecher unseren Messungen zufolge knapp sechs Dezibel "leiser", der Akku hält aber auch länger. Im Outdoor-Modus wird zudem die Bassleistung verstärkt – natürlich auf Kosten der Akkulaufzeit. Und wenn Ihr die Soundboks 2 mal im Dunkeln benutzt: Im Indoor-Modus leuchtet eine LED Blau, im Outdoor-Modus blinkt sie Rot.

Ein wichtiges Detail: Der Laustärkeregler reicht, Ihr lest ganz richtig, bis 11! Das ist kein Versehen, sondern eine Hommage an die legendäre Rock-Doku-Komödie "This is Spinal Tap". In der zeigt der Protagonist stolz auf seinen Verstärker, der sich nicht - wie sonst üblich - "nur" bis 10 aufdrehen lässt. Sondern bis 11, also "one louder". Auch die Soundboks will "einen lauter" sein als die Konkurrenz.

Der Sound: brachial

Nur laut reicht aber nicht. Und so war der Klang war mein größer Kritikpunkt am Vorgänger. Ich zitiere aus der Review der Soundboks 1:

"Im Test konnte uns der Bass nicht recht überzeugen. Da kommen andere tiefer. Mitten können mitunter etwas schwammig klingen. Am wohlsten fühlt sich die Soundboks bei Musik mit elektronischer Musik. Ich behaupte mal: Wenn man das Gerät auf einem Elektro-Festival mit einer guten Playlist auf voller Lautstärke bespielt, dürfte das recht schnell den Hauptacts auf der Bühne Konkurrenz machen. Rockfans hingegen dürften bei der Soundboks am wenigsten auf ihre Kosten kommen."

Für die Soundboks 2 kann ich attestieren: Der Klang hat sich deutlich verändert. Zum Guten. Der Lautsprecher ist weiterhin relativ neutral eingestellt ab Werk, überzeugt aber mit detailreichen Höhen und einem neutralen Mitteltonbereich. Im Indoor-Modus ist Bassleistung vorhanden, die aber mehr Präsenz vertragen könnte. Aber dafür gibt es ja den Outdoor-Modus. Dann tönt die Box nicht nur noch lauter, sondern liefert auch deutlich sehr viel mehr Bass. Die Druckwellen dieser hüfthohen Box hört spürt Ihr auch noch in einigen Metern Entfernung. Insgesamt wirkt das Klangbild im Outdoor-Modus nicht mehr so präzise, doch ist das Sound-Setup insgesamt deutlich besser gelungen als beim Vorgänger. So "suppen" etwa die Höhen nicht mehr weg, wenn Ihr voll aufdreht. Am besten klingt nach wie vor EDM aus der Soundboks.

Die Akkulaufzeit reduziert sich natürlich, je lauter Ihr Musik hört. Rund acht Stunden verspricht der Hersteller bei einem Schalldruck von 119 Dezibel. Bitte verzeiht uns, aber so lange in einem Wohnviertel Musik so laut wie auf einem Musikkonzert zu hören, das war einfach nicht möglich. Interessanter sind abseits des Festival-Geländes da schon eher die versprochenen 100 Stunden bei 100 Dezibel. Letzten Endes wird der Speaker, wenn Ihr laut, aber eben nicht krachlaut Musik hören wollt, locker über mehrere Tage kommen. Ziemlich beeindruckend.

Die Lautstärke: one louder!

Aber reicht es tatsächlich für die Auszeichnung zum lautesten Bluetooth-Lautsprecher der Welt? Gemessen mit einem Meter Abstand kommt der Speaker auf 118,5 Dezibel, also nahezu auf die versprochenen 119 Dezibel. Zum Vergleich: Der Teufel Rockster kommt auf 113 Dezibel. Das mag nach nur ein paar Prozentpunkten mehr klingen, doch de facto verdoppelt sich die wahrgenommene Lautstärke pro sechs Dezibel. Ergo ist die Soundoks 2 hörbar lauter. Dafür punktet der Teufel-Lautsprecher mit mehr Einstellmöglichkeiten bei Tiefen, Mitten und Höhen. Dennoch bleibt festzuhalten: Soundboks 2 ist der lauteste Bluetooth-Lautsprecher der Welt.

Und damit polarisiert der Speaker nach wie vor: Beim Dreh zu unserem Testvideo gingen die Fenster in der Nachbarschaft entweder schlagartig zu – oder Kollegen rissen sie begeistert auf und fragten, ob wir die Soundboks noch länger behalten dürfen. Für Gesprächsstoff wird das Gerät immer sorgen, wenn Ihr auf 11 dreht. So viel steht fest.

Fazit: besser, aber auch teurer

Gut gemacht, Soundboks! Die Version 2 ist besser verarbeitet, sieht cooler aus und klingt besser. Dafür ist sie aber auch teurer geworden. 699 Euro kostete die Soundboks 1 zunächst, nach Ablauf der Crowdfunding-Kampagne stiegt der Preis auf 750 Euro. 850 Euro werden nun fällig für die Soundboks 2. Zusatz-Akkus kosten 150 Euro. Bleibt die Frage, für wen sich ein solches Gadget lohnt. Die Macher haben ganz klar das Partyvolk im Visier, das sich gerne bei gutem Wetter im Freien zu lauter Musik bewegt. Hier gehört die Soundboks 2 auch hin. Der Indoor-Modus ist ein nettes Gimmick, doch wer sich diesen Lautsprecher gönnt, hat vor allem eines im Sinn: Die Lautstärke auf 11 drehen und abtanzen!


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