Star Wars Jedi Challenges im Test: Lichtschwert-Kämpfe im Wohnzimmer

Im Wohnzimmer auf den Spuren von Luke Skywalker, Obi-Wan Kenobi oder Rey wandeln? Lenovo macht's möglich. Kurz vor dem Kinostart von "Star Wars 8: Die letzte Jedi" bringen die "Star Wars: Jedi Challenges" Lichtschwert-Kämpfe in die eigenen vier Wände. Wie gut das funktioniert und ob das Spaß macht, erfahrt ihr im Test.

Technisch fühlt man sich mit dem Jedi-Challenge-Set von Lenovo gut für den Sternenkrieg gerüstet: Neben dem Lichtschwert und dem Lenovo Mirage AR Headset befindet sich noch ein sogenannter "Beacon" in der Packung. Die leuchtende Kugel steht beim Spielen auf dem Boden und verrät der App, wo sie die Spielfiguren im Raum platzieren soll. Ansonsten würden sie unkontrolliert in der Luft schweben.

Mit dem Lichtschwert gegen Darth Vader und Kylo Ren

Die Inbetriebnahme der Jedi Challenges erfordert zwar nicht so viel Fachkenntnis wie die Reparatur des Millennium Falcon, aber dennoch Geduld und Fingerspitzengefühl: App herunterladen, Lichtschwert per Bluetooth verbinden, Beacon einschalten und bei Android das Smartphone per Kabel mit dem Headset verbinden. Vor allem dieser Schritt ist sehr umständlich, aber nötig, um die Verbindung zu erlauben. Beim iPhone entfällt dieser frickelige Schritt, aber auch das muss man in die Halterung einlegen. Das ist umständlich, da das Smartphone mit der App bereits läuft und das Display angeschaltet bleibt. Über Schieberegler lassen sich sehr unterschiedlich große Smartphones befestigen.

Knackpunkt bleibt das Display. Die Jedi-Challenges-App bestimmt den Bildausschnitt, der in das Headset hineinscheint. Dessen Position fällt bei jedem Smartphone unterschiedlich aus. Lenovo will die Liste mit momentan 15 unterstützten Telefonen beständig erweitern. Bei Modellen, die da nicht gelistet sind, gibt es aber keine Garantie für einen passenden Bildausschnitt. Man kann aber unter vorgegebenen Ausschnitten auswählen, welcher am besten passt.

Anschließend können die Spiele beginnen. Zur Auswahl stehen drei Modi: strategische Schlachten, die an Tower-Defense-Spiele erinnern, Holoschach mit Kreaturen aus fernen Galaxien und natürlich der Lichtschwertkampf. Dabei reist man von Naboo über Hoth bis zum Kern der Galaxie über ingesamt fünf Planeten und sechs Schwierigkeitsgrade. Mir brachten die Kämpfe mit dem Lichtschwert am meisten Spaß. Bei ihnen musste man sich viel bewegen und hatte teilweise das Gefühl, eine Fitness-App zu nutzen. Während sich die Droiden und Sturmtruppen in den jeweils ersten beiden Runden noch einfach besiegen ließen, waren die jeweiligen Endgegner wie Darth Maul, Darth Vader oder Kylo Ren deutlich schwerer niederzuringen.

Lenovo zufolge beträgt die Spieldauer der Jedi Challenges rund zwölf Stunden. Während die Aufgaben auf Naboo als erster Planet noch schnell im ersten Versuch gemeistert waren, brauchte ich bereits auf dem zweiten Planeten Garel mehrere Anläufe für die jeweiligen Finalgegner. Je nach Geschick könnten es dann wohl auch mehr als zwölf Stunden werden. Persönlich fand ich das Lenovo Mirage AR Headset bequemer zu tragen als eine VR-Brille, bei der man nichts mehr von seiner Umgebung sieht. Das LG G6, mit dem ich die Star Wars: Jedi Challenges gespielt habe, verbrauchte für das Spiel in etwa 45 Minuten rund 25 Prozent seines Akkus – und wurde sehr heiß. Tatsächlich zu heiß, um es in der Hand zu halten. Ich musste es zum Abkühlen erst einmal hinlegen. Die App und die AR-Brille fordern dem eingelegten Smartphone einiges ab, sodass man mit Mittelklasse-Geräten eher nicht darauf hoffen sollte, das Lichtschwert schwingen lassen zu können.

Ich habe die Jedi Challenges an verschiedenen Orten ausprobiert und festgestellt: Je mehr freie Fläche man zur Verfügung hat, desto besser. Ein Wohnzimmer sollte, um gut spielen zu können, mindestens 25 Quadratmeter groß sein – und nicht mit Tischen o.ä. vollgestellt sein.

Fazit: eine Investition in die Zukunft

Ich fand das Lenovo Mirage AR Headset bequem zu tragen. Doch von den drei Spielmodi der "Star Wars: Jedi Challenges" konnten mich nur die Kämpfe mit dem Lichtschwert faszinieren. Das Einlegen des Smartphones bleibt trotz Übung eine sperrige Aktion. Und dessen Hardware und Akku werden beim Spielen stark beansprucht.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro ist das "Star Wars: Jedi Challenges"-Set von Lenovo kein Schnäppchen und wäre mir nur für eine App mit einem Spiel zu teuer. Aber wenn man das Ganze als Investition in die Zukunft betrachtet, relativiert sich der Preis. Zwar gehört zum ersten Set das Lichtschwert, aber das Mirage AR Headset kommt ohne Star-Wars-Logo aus. Lenovo hat zudem einen langfristigen Deal mit Disney geschlossen, sodass noch mehr Welten und Figuren aus dem Fundus des Konzerns ihren Weg in das AR-Headset finden könnten bzw. sollen. Außerdem ist Disney nicht der alleinige und exklusive Content-Lieferant. Auch andere könnten Apps für das Headset entwickeln. Plus: Der Beacon ist bereits für zwei Spieler vorbereitet. Das heißt: Künftig könntet ihr auch mit eurem Freund gegen die dunkle Seite antreten.

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