Unter realen Bedingungen: Die Huawei Watch 2 überzeugt im Fitness-Test

Ganz schön klobig, aber ganz schön smart – auch im Training. Die Fitness-Performance der Huawei Watch 2 im Test:
Ganz schön klobig, aber ganz schön smart – auch im Training. Die Fitness-Performance der Huawei Watch 2 im Test: (© 2017 CURVED)

Zugegeben: Auf den ersten Blick hat mich die Huawei Watch 2 nicht gerade vom Hocker gerissen. Viel zu klobig und technisch für ein schmales Frauenhandgelenk. Mein Personal Trainer aber war beeindruckt: Wie die Sportwatch mit smarter Übungserkennung und GPS im Kraft- und Ausdauertraining performt, lest ihr hier.

Die Huawei Watch 2 zeigt live und präzise, in welcher Herzfrequenzzone sich der Nutzer bewegt: Dadurch konnte mein Personal Trainer direkt sehen, wie es um meine Fitness bestellt ist und wie er mich pushen kann. Das Problem war dann auch weniger mein Puls, sondern meine Oberschenkel, die nach einem Supersatz aus Kniebeugen mit Gewicht, explosive Kniebeugen ohne Gewicht und tiefe Ausfallschritte brannten wie Hölle. Das Interessante: Auch solche Bewegungsmuster erkennt die Sportwatch von Huwei.

Rund 100 Sportarten lassen sich über die Google Fit App tracken

Dafür müssen Nutzer auf der Huawei Watch 2 nur die App "Google Fit Training" öffnen, zu der man direkt über die praktische obere Sport-Taste am Uhrengehäuse gelangt. Hier stehen rund 100 Sportarten zur Wahl, darunter auch ausgefallene wie Curling oder Tretroller fahren. Die Uhr erkennt am Beispiel Krafttraining tatsächlich Klassiker wie Kniebeuge, Rudern, Kreuzheben oder Bizeps Curls. Burpees werden zwar auch aufgeführt, in meinem Fall aber nicht erkannt, ebenso meine Kettebell-Swings: Das ist aber nicht weiter schlimm, weil man den Eintrag relativ fix überarbeiten kann. Außerdem lässt sich Kettlebell-Training als Ganzes tracken.

Wird eine Übung beendet, läutet die Uhr die Satzpause ein, zählt automatisch eine Minute runter, und animiert mit einem Tonsignal zum nächsten Satz. Am Ende folgt der Überblick: Wie viele Wiederholungen habe ich pro Satz in welcher Zeit geschafft? Auch Intervalltrainings lassen sich mit der Huawei-Uhr prima steuern und beim Bodybuilding könnt ihr sogar eure Trainingsgewichte fix über die Uhr eintragen. Einziges aber entscheidendes Manko: Wo ist meine Trainingseinheit hin? Obwohl ich jede Kraftsession gespeichert habe, sehe ich später in der Huawei Health App auf dem Smartphone nur meine Cardio-Einheiten Joggen und Rudern in einer rudimentären Übersicht.

Ausdauersportarten trackt die Huawei Watch 2 präzise dank GPS

Die klassischen Aktivitäten Gehen, Joggen – sowohl draußen als auch auf dem Laufband – Fahrradfahren und Treppensteigen erkennt Huaweis Watch 2 automatisch und dokumentiert diese als Fitnesseinheit, wobei auch Pausen beim erkannt werden. Ein Highlight ist das verbaute GPS, welches erlaubt, das Smartphone beim Training zuhause zu lassen. Die Uhr erkennt zurückgelegte Strecken, Pace und Belastung, so dass man beispielsweise auch gezielt mit Intervalltraining auf einen Triathlon oder Marathon hinarbeiten kann – hierfür bietet die Uhr sogar vorgefertigte Trainingspläne. Abweichende Ausdauersportarten aktiviert man dann einfach über die Google Fit App. Schwimmtauglich ist die Uhr allerdings nicht.

Die Huawei Health App behandelt die wertvollen Fitnessdaten der Huawei Watch 2 leider sehr oberflächlich.(© 2014 Google, CURVED Montage)

Fazit: Sportuhr für versierte Sportler, ohne Fokus auf die Dokumentation

Wer Ahnung von Fitness hat, kann die Huawei Watch 2 als hilfreiches Live-Instrument nutzen, um die Trainingsintensität zu überwachen. So haben Sportler immer auf der Uhr, in welcher Herzfrequenzzone sie trainieren und können mit mehr Gewicht oder Wiederholungen oder durch die Verkürzung der Satzpausen experimentieren – etwa um auch die Fettverbrennung gezielt anzusteuern. Für Outdoor-Enthusiasten ist die Sportuhr dank integriertem GPS ein prima Trainingsbegleiter. Allerdings reicht die Akkuleistung bei intensiver Nutzung nicht einmal einen ganzen Tag.

Auch zur Trainingsdokumentation eignet sich die Watch 2 weniger, was vor allem an der  Software liegt. Nutzer müssen sich mit Huawei Wear, Android Wear, Huawei Health und Google Fit gleich vier Apps runterladen – und haben am Ende trotzdem nicht alle relevanten Fitnessdaten auf dem Schirm, weil die Fitness-Apps zu oberflächlich bleiben. Dabei liegt der Sportler-Fokus längst nicht mehr nur auf zuverlässiger Hardware, sondern auch auf übersichtlichen Companion-Apps, die eine langfristige und dezidierte Trainingsanalyse oder gar erste Schritte in Richtung Personal Coaching ermöglichen: Hier bleibt für mich derzeit Garmin der Vorreiter. Den ausführlichen Hardware-Test der Huawei Watch 2 findet ihr natürlich auch bei uns.

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