Die Geschichte des iPhone: Als die Welt plötzlich in unsere Tasche passte

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Die Geschichte des iPhones – eine Erfolgsstory.
Die Geschichte des iPhones – eine Erfolgsstory.(© 2019 Courtesy of Apple)

Das iPhone – Wie kaum ein anderes Device hat es die letzten zehn Jahre geprägt. Es ist der Prototyp des modernen Smartphones, eine Designikone und hatte großen Anteil daran, dass heute die ganze Welt bequem in unsere Tasche passt. Wir werfen Licht auf die einzigartige Geschichte des iPhones und beleuchten die größten Meilensteine des modernen Klassikers.

Kapitel eins der iPhone-Geschichte - Genesis (2007)

Am Anfang war die Idee. Alles begann im Kopf von Steve Jobs. Der Sage nach wies der Apple-Chef seine Ingenieure an, die Touchscreen-Technik, die in Tablet-Computern wie Apples Newton MessagePad verbaut wurde, weiterzuentwickeln. Das Ergebnis ist uns heute als erstes iPhone bekannt.

Die Vorreiter-Generation war noch recht schlicht. Das Display hatte eine Diagonale von heute niedlichen 3,5 Zoll, die 2 Megapixel Hauptkamera schoss für ein Handy Fotos in damals ungeahnter Qualität und die Selfie-Kamera – gab es noch gar nicht. Mit 128 MB RAM-Speicher lieferte das iPhone aber eine solide Leistung. Pikantes Detail: Das Chipset wurde damals von Samsung bereitgestellt. Das Gewicht von 136 Gramm wirkt bei einer Dicke von über einem Zentimeter (11,4 Millimeter) für heutige Verhältnisse unhandlich – bei der Veröffentlichung 2007 waren Form und Funktionalität in Sachen Effizienz aber unangefochten.

Das erste iPhone erschien 2007 unter dem Slogan „This Changes Everything” (dt.: „Das ändert alles”). Auch wenn Apple gerne mal etwas zu große Töne in der Vermarktung ihrer Produkte anschlägt – damals hatten sie sicherlich nicht unrecht.

iPhone 3 bis iPhone 5 – Das Runde wird zum Eckigen (2008 bis 2013)

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Funktionen und Anwendungen hinzu. Eine der zentralsten Apps des iPhones war aber erst ab dem iPhone 3 im Jahr 2008 verfügbar. Tatsächlich ist der App Store eine der Anwendungen, die erst nachträglich implementiert wurden. Dadurch schuf Apple einen völlig neuen Markt für Apps und Games, auf dem sich Programmierer und Entwickler seitdem austoben und Millionen von US-Dollars und Euros scheffeln. Man bemerke: Ohne App-Store gäbe es heute wohl weder Instagram noch Tinder in der Form, die uns heute bekannt ist.

Eigentlich verblüffend, wenn man Apples heutiges Verkaufsmodell betrachtet – schließlich gehen bis zu 30 Prozent des Umsatzes, der über den App Store generiert wird, direkt an Apple. Eine Taktik, die heute ironischerweise im Verdacht steht, das Wachstum von Apple zu bremsen.

Mit dem iPhone 3G wurde es uns 2008 außerdem erstmals möglich, eine Verbindung mit dem Netz der neuesten Generation aufzubauen und unsere Mails, Nachrichten und Internetseiten in nie dagewesener Geschwindigkeit aufzurufen. Eine weitere Neuerung dieser Periode: Siri. Die Sprachsteuerung wurde 2011 mit dem iPhone 4s vorgestellt und sorgt seitdem für allerlei skurriler Missverständnisse zwischen Mensch und Maschine. Ein Beispiel, wie es wohl jeder iPhone-User kennt:

Ich: "Wo gibt es hier ein Kino?"
Siri: "Für Japan habe ich leider keine Informationen zu den Anfangszeiten, du kannst mir aber Fragen zu Filmtrailern stellen."

Das iPhone 5 war mit 112 Gramm übrigens das leichteste iPhone aller Zeiten. Zum Vergleich: Das aktuelle iPhone 11 Pro Max wiegt mit 226 Gramm mehr als das Doppelte!

Designtechnisch gab es in der Phase zwischen 2008 und 2013 einige grundlegende Änderungen. Die runde und gewölbte Gestaltung der ersten iPhone-Modelle wurde durch ein schmaleres und länglicheres Design mit echten Kanten ersetzt, um eine seitliche Fläche zu erzeugen, wie das iPhone 4 und 5 beweisen. Das iPhone 4 lief dann auch erstmals mit einem im Hause Apple produzierten Chipset: dem Apple A4. Weitere Neuerungen aus der Periode bis 2013 sind Touch-ID, Full-HD-Videos in 1080p und Slow-Mo-Videos. Bis zum waschechten "Slofie" sollte es aber noch ein langer Weg sein.

iPhone 6 bis iPhone XR – Das iPhone wächst und wächst (2015-2018) 

Das iPhone 6 machte in Sachen Bildschirmdiagonale dann einen großen Satz nach vorne. Während sich der iPhone-Screen im Zeitraum bis 2013 von 3,5 auf nur um ein halbes Zoll auf 4 Zoll vergrößerte, legte das iPhone 6 mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm gewaltig nach. Das iPhone 6 Plus trumpfte mit (damals) Tablet-haften 5,5 Zoll dann erneut ordentlich auf. Schon damals offenbarte sich die Entwicklung hin zu immer massiveren Displays, die in den Smartphones der heutigen Zeit wohl ihren Höhepunkt erreicht hat. Soll eine einhändige Bedienung gewährleistet bleiben, können die Screens auch fast nicht noch größer werden.

Apropos Displaygrößen: 2016 brachte Apple ein iPhone auf den Markt, das aus der Reihe tanzte – das iPhone SE. Trotz oder eher wahrscheinlich eben wegen seiner etwas kleineren Größe erfreut sich das SE auch heute noch einiger Beliebtheit.

Wirklich große Änderungen blieben während dieser Zeitspanne allerdings mehr oder weniger aus. Der RAM- und ROM-Speicher hat sich trotzdem immer weiter vergrößert und vor allem die Kamera machte die größten Sprünge nach vorne – über die 12 Megapixel hat es seit dem iPhone 6 Plus bisher allerdings keine Linse, auch nicht die des iPhone 11, hinausgeschafft. Was die Dicke angeht, hat das iPhone mit 0,28 Zoll (ca. 7,1 Millimeter) eine Bestmarke aufgestellt, die seitdem kein Modell unterbieten konnte. Kein Wunder, irgendwo muss die Hardware ja auch verbaut werden.

Weitere Innovationen: Mit dem iPhone 8 wurde Wireless-Charging möglich, das iPhone X machte erstmals die Entsperrung via Face-ID zur Mode und der Liquid Retina Display des iPhone XR ermöglichte es erstmals, abgerundete Displays zu bauen.

Die Generation iPhone 11 - Die besten iPhones aller Zeiten (2019)?

Mit der neuen iPhone-Generation scheint Apple eine gute Balance zwischen den Features erreicht zu haben. Das iPhone 11 Pro Max ist mit 226 Gramm zwar etwas schwer, aber die User und Stiftung Warentest sind von dem neuen Gerät überzeugt. Vor allem der Triple-Kameraaufbau mit innovativem Ultraweitwinkel-Objektiv im iPhone 11 Pro und Pro Max ist das stärkste Argument. Das Apple A12 Bionic Chipset macht außerdem surfen und arbeiten in nie dagewesener Geschwindigkeit möglich.

Der dickere Rand, der extrem hohe Preis und die Tatsache, dass Apple die Klinkenbuchse komplett von dem iPhone entfernt hat, sorgen für ein wenig Kritik. Außerdem lässt sich der Speicher, wie schon bei den Vorgängern nicht erweitern. Ausführliche Tests des iPhone 11, iPhone 11 Pro und 11 Pro Max findet ihr hier.

Die iPhone-Geschichte – eine Erfolgsgeschichte

Zusammenfassend muss man aber trotz aller Kritikpunkte sagen, dass die Geschichte des iPhones eine Erfolgsstory ist. Es hat das Leben von Millionen von Menschen verändert und ist heute für viele der einzige Computer, die einzige Kamera und das einzige Kommunikationsmittel in einem Gerät. Mit 1,5 Milliarden Verkäufen in einem Zeitraum von knapp 13 Jahren ist es das erfolgreichste Gadget, das je erfunden wurde – und wahrscheinlich auch das einflussreichste. Apples erster Slogan sollte recht behalten: Das iPhone hat in der Tat alles verändert.


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