iPhone 11 im Test: Lohnt sich das günstigste der neuen Apple-Triade?

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Das iPhone 11 ist das mittelgroße der neuen Serie und hat zwei Kameralinsen.
Das iPhone 11 ist das mittelgroße der neuen Serie und hat zwei Kameralinsen.(© 2019 CURVED)

Ach ja, das neue iPhone. Eigentlich bin ich so überhaupt kein sogenannter "Apple-Jünger". Ich habe kein Gerät aus dem Hause, das in Cupertino steht. Allerdings hat der iPhone 11 Test gezeigt, dass es schon einige Argumente auf die Waagschale legt.

Der medial ziemlich ausgelutschte Satz "Nach der Koynote ist vor der Keynote" stimmt leider einfach. Apple-Fans aus aller Welt haben nach der Präsentation der iPhone XS-Reihe quasi schon auf die Keynote im September 2019 gewartet. Und die ersten Reaktionen? Nun, eher zurückhaltend.

Da war zum Beispiel das Design der Kameras auf der Rückseite, das einigen von euch missfallen hat. Viele kritisierten auch die fehlende Innovation beim neuen Apple-Smartphone – denn so wirklich Neues wurde uns im Steve Jobs Theatre nicht präsentiert.

Ein iPhone Test des Altbekannten?

Beim iPhone 11 gibt es einen Nachtmodus für die Kamera, eine kleinere Notch, im Gegensatz zu den Pro-Modellen zwei Linsen mit Ultraweitwinkelobjektiv und einen Dark Mode. Kennen wir doch alles schon von Samsung, Huawei und Co., oder? Das stimmt einerseits, allerdings ist so ein iPhone schon irgendwie etwas anderes.

Und ja, ich habe mir das iPhone 11 zum Testen besorgt. Nicht das Pro Max, auch nicht das Pro. Sondern das mittelgroße Smartphone, das günstigste, das mit den zwei Kameras. Also: Auf die iPhone-Box und rein ins Apple-teuer! Es liegt gut in der Hand, für meine Größe eigentlich ideal. Die Buttons sind haptisch einfach ein Vergnügen, ich mag es auch, dass die Lautsprecherwippen voneinander abgesetzt sind.

Der erste Eindruck des iPhone 11

Und nach kurzer Gewöhnungsphase find ich den Kamera-Style auf der Rückseite gar nicht mal so hässlich. Irgendwie retro, wirkt jedenfalls robust. Nur die Glasrückseite gefällt mir nicht, die ist einfach sofort verschmiert. Aber egal – Hülle drum und schon vergessen!

Beim ersten Anschalten fällt mir etwas Ungewöhnliches auf. Das Bildschirmglas besteht nicht nur aus Display, ein schwarzer Rahmen verkleinert die Fläche ein wenig, auf der sich alles abspielt. In Zeiten, in denen sich die Hersteller darum bemühen, möglichst wenig Rahmen zu zeigen, irgendwie erfrischend.

Ich persönlich mag es, wenn ich nicht befürchten muss, aus Versehen das Display falsch zu berühren. Im Normalfall habe ich eben meine Hülle, in dem Fall hat das iPhone eine Sicherheitsvorrichtung für mich selbst schon eingebaut. Persönlicher Pluspunkt!

iPhone 11 im Test: Dark Mode an und zocken bis zum Umfallen

Einrichtung abgeschlossen – viel muss ich ja nicht tun, die Apps sind bei iOS alle auf dem Startbildschirm. Nicht wie bei Android, wo ich in PC-Manier meinen Desktop mit wichtigen Verknüpfungen versehe. Und natürlich habe ich den Dark Mode gleich zu Anfang aktiviert – ein Feature von iOS 13, das auch für ältere iPhones bereitsteht.

Ich versuche mich an ein paar Spielen: Shine, Rainbrow, Ordia und ELOH; und probiere, eine Powerpoint zu basteln. Tatsächlich, das geht. Und das iPhone 11 kommt nie ins Schwitzen, allerdings wird es etwas warm.

Wie schlägt sich das iPhone 11 Display?

Thema Display: 1.792 x 828 Pixel klingen bei einer Pixeldichte von 326 Pixel per Inch (ppi) nicht gerade viel. Allerdings reicht das aus: Beim "Aquaman"-Trailer erlebe ich satte Farben und gleißende Effekte, nur bei ganz dunklen Szenen finde ich, dass auch Apple nicht wirklich überzeugen kann.

Da müsst ihr die Displayhelligkeit schon auf Anschlag stellen – dann blenden allerdings etwaige Untertitel in weißer Schrift und der Akku wird natürlich in Höllentempo leergesaugt. Und der Sound … – naja, ganz ehrlich, wer erwartet von kleinen Smartphone-Brülllöchern wirklich Kinosound?

Ist bei der iPhone 11 Kamera weniger mehr?

Das nächste Tippen öffnet die Kamera-App und hier werde ich überrascht, fast schon überwältigt. Zwei Kameralinsen mit jeweils 12 Megapixel und nur ein Ultraweitwinkel- und ein Weitwinkelobjektiv? Klingt im Vergleich zur Konkurrenz ziemlich wenig.

Aber hier beweist Apple mal wieder, wie viel Wert sie auf die Abstimmung von Hardware und Software legen. Es braucht keine 100-Megapixel-Kamera, wenn ihr gute Fotos schießen wollt. Und auch fünf Linsen sind nicht zwingend notwendig.

Dabei ist die Feature-Ausstattung der Kamera-App ziemlich sporadisch. Ihr habt einen Foto-, Panorama-, und Porträtmodus und innerhalb letzterem noch ein paar Filter zur Auswahl. Um Videos zu machen, gibt es neben dem normalen noch den Zeitraffer- und Slow-Motion-Modus. In jedem dieser Optionen könnt ihr auf die Ultraweitwinkellinse umschalten. Das gleiche gibt es auch im Selfie-Modus, nur die Panoramafunktion fällt weg.

iPhone 11 Kamera-Test: Vor allem bei Porträtaufnahmen stark

Die geschossenen Bilder werden allerdings wirklich gut. Der Bokeh-Effekt kommt im Porträt-Modus am stärksten zur Geltung, im "normalen" Fotomodus erreicht das iPhone 11 im Test angenehme, natürliche Tiefenunschärfe.

Während des normalen Fotoschießens im 1:1, 4:3 oder 16:9 Format zeigt euch das iPhone an, was ihr gerade nicht im Bildausschnitt habt. Wenn ihr wollt, könnt ihr also einfach auf Ultraweitwinkel schalten und nehmt so alles mit ins Bild. Und wie von iPhone gewohnt, nimmt es nicht nur ein Einzelbild auf, sondern eine Reihe an Fotos, aus denen das Smartphone den besten Schnappschuss errechnet.

Ganz besonders stark ist die Kamera bei Porträtaufnahmen. Als hätte jeder in jeder Haltung eine Schokoladenseite. Und ganz besonders gut gefallen mir die beiden Schwarz-Weiß-Modi: Mit High-Key-Licht-Mono setzt ihr euch vor gleißend weißem Hintergrund stilsicher in Szene, dramatisch wird es im Bühnenlicht-Modus vor pechschwarzem Nichts.

Und dann gibt es ja noch den Night Mode, der auch im Dunkeln noch tolle Bilder schießen soll. So ganz ohne Blitz. Macht vor allem bei Panoramaaufnahmen Sinn, wenn die Lichter der Stadt nicht mehr ausreichen. Und wie sieht das aus? Gut, eigentlich ziemlich eindrucksvoll. Wenn es den nicht schon bei Samsung und Co. gegeben hätte, wohl ein echtes Highlight. So ist es eben ein Feature, das man einfach erwartet.

Und, lohnt sich das iPhone 11?

Wer jetzt über den Kauf eines neuen Smartphones nachdenkt und keine Allergie gegen Apple-Produkte hat, kann sich das iPhone 11 durchaus mal anschauen. Es ist für sich genommen nicht gerade günstig, allerdings bekommt ihr ein feinabgestimmtes Smartphone, das hält was es verspricht.

Soll heißen: Ihr bekommt vielleicht nicht das Smartphone mit den neuesten Innovationen, allerdings ein Smartphone, das alle modernen Features kann, die im Zusammenspiel gut aufeinander abgestimmt sind. Und wie wir es von Apple gewohnt sind, auch eine ordentliche Lebensdauer inklusive Updates.


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