Fitnesstracker können helfen: Sport treiben trotz Ausgangsbeschränkungen

Fitnesstracker können beim Sport unterstützen.
Fitnesstracker können beim Sport unterstützen.(© 2020 Getty Images)

Zuhause bleiben kann manchmal ganz schön sein, doch wenn man wie in der aktuellen Situation Zuhause bleiben muss, kommen sportliche Aktivitäten unter Umständen zu kurz. Da Fitnessstudios ebenso wie Sportplätze und Vereine derzeit geschlossen haben, muss man sich anderweitig fit halten. Fitnesstracker helfen dabei.

Aufstehen, tagsüber arbeiten oder lernen und am Abend für Netflix auf die Couch – auf Dauer kommt so der "Corona-Koller", auch weil die Bewegung fehlt. Sport allein an der frischen Luft oder mit dem Lebenspartner ist erlaubt, aber Fitnessstudios, Sportplätze und Vereine sind dicht.

Da fällt es manchen Menschen schwer, sich aufzuraffen und zum Sport zu motivieren oder einfach nur das Haus für einen kleinen Sparziergang zu verlassen. Fitnesstracker, also Wearables mit Sportfunktionen, springen dann in die Bresche und motivieren zum Training, tracken jede Übung und achten auf das richtige Maß an Fitness, damit ihr es mit dem Workout auch nicht übertreibt.

Wearables und Fitnesstracker

Wenn man es ganz genau nimmt, sind Wearables nicht zwingend Fitnesstracker. Unter Wearables zählt grundsätzlich Technik, die ihr am Körper trägt und smarte Funktionen bietet. Gemeint ist damit nicht das Handy in der Hosentasche, sondern Sensorik, die am Körper getragen und via App gesteuert wird.

Das ist ein weites Feld, die noch recht exotischen Shirts mit eingewebter Technik gehören ebenso dazu wie True Wireless Kopfhörer wie zum Beispiel Apple AirPods. Doch Fitnesstracker sind das wohl bekannteste Beispiel für Wearables und auch weit verbreitet. Meist kommen sie als Armband oder auch Sportuhr daher. Da dieser Bereich ein starkes Marktwachstum hat und jedes Jahr um rund 30 Prozent zulegt, wird das Angebot immer breiter – und immer unübersichtlicher.

Smartwatch zum Sport

Wer eher Techie als Sportler ist und trotzdem fit bleiben will, für den ist eine Smartwatch das richtige Wearable. Habt ihr ein iPhone, kommt ihr an der Apple Watch fast nicht vorbei. Die aktuelle Apple Watch Series 5 ist eine der besten Smartwatches und bringt auch coole Fitnessfunktionen mit. Nur die Akkulaufzeit ist recht kurz.

Wer raus will aus den eigenen vier Wänden kann per GPS Läufe oder Radausfahrten aufzeichnen. Über verschiedene Fitnessziele motiviert die Apple Watch dazu regelmäßig aufzustehen und aktiver zu leben.

Außerdem arbeiten viele Trainings-Apps mit der Apple Watch zusammen, dem "Arme, Beine, Po-Programm" steht damit nichts mehr im Weg, auch Yoga oder Krafttraining wird per Apple Watch angeleitet.

Wer allerdings ein Android-Handy besitzt muss auf andere Geräte ausweichen – denn damit funktioniert die Apple Watch leider nicht. Alternativen sind dann Samsung Galaxy Watch, Samsung Galaxy Watch Active 2 oder Fitbit Versa 2.

Kontrastprogramm Sportuhr

Anders als die Smartwatches oben gibt es auch reine Sportuhren. Sie stammen von Herstellern wie Garmin, Suunto oder Polar und sind in erster Linie Trainingshelfer. Sie sprechen also ambitioniertere Sportler an und bringen deshalb mehr Trainingsfunktionen mit.

Auf der anderen Seite integrieren sie auch einfache Smartwatch-Funktionen, können aber nicht mit dem App-Angebot von Apple Watch und Co. mithalten. Einsteiger können zum Beispiel mit dem Garmin Forerunner 235 starten oder zur Polar Vantage M greifen. Nehmt ihr den Sport noch ernster, könnt ihr auch zu spezialisierten Sportuhren greifen – und wesentlich mehr ausgeben.

Triathleten greifen etwa zu Polar Vantage V, Garmin Forerunner 945 oder Suunto 9. Ein herausragendes Beispiel ist die neue Suunto 7. Sie kommt mit Wear OS und kann somit Google-Dienste nutzen. Außerdem unterstützt sie 70 verschiedene Sport-Modi. Wenn das Beispiel Schule macht, könnten reinrassige Sportuhren und Smartwatch langsam aber sicher verschmelzen.

Fitnesstracker: Das Armband mit Sportfunktionen

Ein sehr weit verbreitetes Fitnesstracker-Format ist das Armband. Man kann es zusätzlich zu einer Uhr oder als Uhrenersatz tragen. Auch diese Tracker überwachen eure Aktivitäten, wie euer Sportprogramm tagsüber und die Schlafqualität in der Nacht.

Grundsätzlich seid ihr beim Fitnesstracking aber nicht auf Armband oder Uhr eingeschränkt. Beispielsweise arbeiten die True Wireless Kopfhörer Jabra Elite Sport auch als Fitnesstracker. Beim Tragen messen sie die Herzfrequenz und reichen diese Daten an eine App weiter. Fitnesstracker im Armband- oder Uhrenformat sind aber sicher am einfachsten zu handhaben.

In der simpelsten Form zählen sie einfach nur Schritte. Das funktioniert nicht immer auf den Schritt genau, liefert aber zumindest einen groben Anhaltspunkt über die Aktivität. Auch könnt ihr euch so einfache Ziele setzen, viele Schritte sind gut, die WHO empfiehlt 10.000 Schritte pro Tag. Doch es gibt auch Fitnesstracker mit besserer Ausstattung. Zu den Standardfunktionen gehören Kalorienzählen, Pulsmessung, Schlafanalyse bis hin zu eingebautem GPS. Das ist dann für alle interessant, die richtig trainieren wollen.

Ausstattung entscheidet über Preis

Wer einen Fitnesstracker ohne Zusatzkosten will, kann mal versuchen das Smartphone ständig am Mann oder an der Frau zu haben. Auch das trackt die Bewegungen und veranschaulicht das Ganze mit Apple Health oder Google Fit. Besonders komfortabel ist das aber nicht.

Und besonders viel Geld spart ihr euch auch nicht, wenn ihr auf ein Fitnessarmband verzichtet, denn die einfachsten Fitnessarmbänder gibt es schon für unter 20 Euro. In den meisten Fällen ist auch eine App dabei, mit der ihr die täglich zurückgelegte Strecke sehen könnt.

Xiaomi macht das, was sie im Handy-Bereich gut können auch für Fitnesstracker. Sie bauen viele Funktionen ein und bieten das Ganze zum Kampfpreis an. Das aktuelle Mi Band 4 kostet gerade mal 30 Euro und ihr bekommt ein OLED-Display, 20 Tage Akkulaufzeit und Schlafanalyse. Kein Wunder, dass es zum Mi Band 5 schon jede Menge Gerüchte gibt.

Mit und ohne GPS

Die günstigen Fitnesstracker kommen ohne GPS, das Mi Band 4 zum Beispiel zieht sich die GPS-Daten nur von einem gekoppelten Smartphone. Einige Fitnesstracker haben GPS aber eingebaut, etwa das Huawei Band 4 Pro und das Garmin Vivosport. Das ist vor allem für Läufer interessant, die ihre Trainingseinheiten genauer, aber ohne Handy vermessen wollen. Auch der neu vorgestellte Fitbit Charge 4 kommt mit GPS und arbeitet unabhängig vom Smartphone.

Fitnesstracker können motivieren

Der Fitnesstracker allein hält euch noch nicht fit. Aber er hilft euch dabei, die Aktivität im Auge zu behalten. Reicht der Spaziergang in der Mittagspause oder darf es lieber ein Lauf in den Wald oder ein Krafttraining auf dem Balkon sein und wie viel Kalorien verbrennt ihr eigentlich mit Yoga? Viele Fitnesstracker verraten das, motivieren euch und sorgen dafür, dass ihr trotz vieler Stunden Zuhause fit und gesund bleibt.


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