Apple TV 4, Amazon Fire TV 2 und Chromecast: Streaming-Boxen im Vergleich

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Apple TV, Amazon Fire TV und Google Chromecast im Vergleich.
Apple TV, Amazon Fire TV und Google Chromecast im Vergleich.(© 2015 Amazon, Apple, CURVED Montage)

Es wird ein heißer TV-Herbst: Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die vierte Generation des Apple TV erschienen. Und die Konkurrenz wartet schon: Das Amazon Fire TV 2 und der neue Chromecast von Google wollen sich mit Eurem Fernseher verbinden. Wo sind die Unterschiede? Welches Gerät lohnt sich für wen? In unserem Vergleich erfahrt Ihr es. 

Ob Chromecast, Apple TV oder Fire TV 2: Alle drei werden per HDMI mit dem Fernseher verbunden. Auf das Internet greifen sie per Dualband-WLAN zu und beherrschen den aktuellen ac-Standard. Vertraut Ihr beim Streaming nicht auf drahtlose Verbindungen, könnt Ihr die Boxen von Amazon und Apple auch per Ethernet-Kabel online bringen.

Auflösung: nur Full-HD oder 4K?

Der Chromecast und Apple TV unterstützen maximal Full-HD-Auflösungen mit 1080p, mit dem 4K-Support des Fire TV 2 seid Ihr hingegen besser für die TV-Zukunft aufgestellt. Das macht aber nur Sinn, wenn Ihr bereits eine 4K-Quelle wie Netflix nutzt und einen entsprechenden UHD-Fernseher im Wohnzimmer stehen habt.

Während der Chromecast keinen internen Speicher hat, auf den Ihr zugreifen könnt, stattet Amazon sein Fire TV mit acht Gigabyte zur Installation von Apps und Spielen aus. Apple TV wartet sogar mit 32 oder 64 Gigabyte auf, speichert aber trotzdem keine Filme für die Offline-Wiedergabe, sondern nutzt den Speicherplatz nur für Apps und Spiele sowie als Puffer für Streaminginhalte.

Wollt Ihr externe Datenträger zum Beispiel als Quelle für Fotos und Videos anschließen, dann ist Amazons Fire TV die erste Wahl. Die Box verfügt über einen USB-2.0-Anschluss und einen Schacht für eine microSD-Karte. Der Micro-USB-Anschluss des Chromecast dient dagegen nur der Stromversorgung, die USB-C-Schnittstelle des Apple TV ist für Service und Support vorgesehen.

Angebot: Apps, Spiele, Filme und Serien

Neben Hardware und Design ist es bei den Streaming-Geräten nicht unwichtig, welche Quellen für Inhalte zur Verfügung stehen. An diesem Punkt ist jeder Hersteller sich selbst der nächste. Das heißt die erste Quelle für Filme, Serien und Apps ist beim Apple TV der iTunes Store, beim Fire TV 2 der Amazon App Store sowie (Prime) Instant Video. Google setzt natürlich auf das Angebot von Google Play.

Wem das nicht genug Auswahl ist, der kann kann dennoch beruhigt sein. Denn alle großen Streaming-Portale, von Netflix über Watchever bis Maxdome, sind über eigene Apps oder einen entsprechenden Support in ihren Android-Apps für die drei TV-Boxen verfügbar. Für den Chromecast gibt es sogar eine Handvoll Spiele, die aber nicht wirklich zum Zocken einladen. Apple TV 4 und Fire TV 2 schicken sich mit ihrer Hardware und einer ständig größer werdenden Zahl an ernstzunehmenden Spielen an, in Konkurrenz zur Playstation und Xbox zu treten - wobei sie nicht ansatzweise über dieselbe Rechen- und Grafikleistung verfügen.

Eigene Fernbedienung oder das Smartphone als Controller?

Dem Apple TV und Fire TV liegt jeweils eine Fernbedienung bei, beim Chromecast erfolgt die Steuerung über Euer Smartphone oder Tablet. Googles Stick spielt alles ab, was Ihr vom Smartphone rüberschiebt. Ihr könnt aber auch einzelne Tabs aus dem Chrome-Browser auf Euren Fernseher spiegeln. Mit AirPlay gibt es beim Apple TV eine vergleichbare Funktion, um den Fernseher als externen Monitor für einen Mac oder ein iOS-Gerät zu verwenden. Beim Fire TV funktioniert das nur mit den Fire-Tablets von Amazon.

Die Mikrofone für die Sprachsteuerung befinden sich in den Fernbedienungen von Apple TV und Fire TV. Sie sind vor allem bei der Suche nach Filmen und Serien hilfreich. Ansonsten dürfen Tasten zur Steuerung nicht fehlen, Apple setzt zudem auf eine Touch-Oberfläche. Amazon vertraut dagegen auf einen klassischen Steuerring.

Die Fernbedienung des Apple TV dient mit seinen Bewegungs- und Geschwindigkeitssensoren auch als Controller von Spielen. Das reicht aber nicht für alle Games und so können auch Drittanbieter zum Apple TV kompatible Game Controller anbieten. Amazon ist in diesem Fall rigoroser und der einzige Anbieter eines Game Controllers, den Ihr braucht, um mit dem Fire TV zu zocken.

Der Fire TV Stick ist Amazons Chromecast-Konkurrent, der 39,99 Euro kostet und Euch mit (Prime) Instant Video anstelle von Google Play versorgt und einen internen Speicher für Apps und Spiele bietet. Wollt Ihr den Stick per Spracheingabe steuern, müsst für die entsprechende Fernbedienung noch einmal zehn Euro zusätzlich ausgeben.

Preislich große Unterschiede

Der Chromecast  kostet nur 39 Euro, Amazon Fire TV 2 kommt für 99,99 Euro in Euer Wohnzimmer, für die vierte Generation des Apple TV müsst Ihr je nach Speichergröße 179 oder 229 Euro und damit deutlich mehr als für den Vorgänger bezahlen.

Der Chromecast ist günstig und arbeitet mit den meisten Geräten zusammen. Amazon hält das Fire TV 2 weiterhin in seiner Welt gefangen und könnte die Hardware mit einer Öffnung in Richtung Android und iOS noch deutlich interessanter machen. Vor allem, da Apple den Preis für die vierte Generation des Apple TV extrem erhöht hat. Die teure Box lässt sich zwar perfekt in eine Umgebung von Macs und iPhones einbinden - entfaltet Ihr Potenzial aber erst so richtig mit weiterer Hardware aus Cupertino.


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