Apple verkauft wieder mehr Smartphones als Samsung

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Die Kräfteverhältnisse verschieben sich weiter in der Smartphonebranche: Apples Gewinn ist Samsungs Verlust
Die Kräfteverhältnisse verschieben sich weiter in der Smartphonebranche: Apples Gewinn ist Samsungs Verlust (© 2015 CURVED)

Es ist offiziell, was sich vor einem Monat bei Bilanzverkündung schon andeutete: Apple hat Samsung nach Smartphone-Verkäufen im vierten Quartal des vergangenen Jahres nicht nur eingeholt, sondern sogar überholt. Während Samsung eine genaue Angabe der verkauften Einheiten verweigerte, hat Marktforscher Gartner genau nachgerechnet. Wenig überraschend ist das iPhone 6 das bestverkaufte Smartphone der Welt.

Stell dir vor, es ist MWC, doch die Musik bestimmt ein Hersteller, der gar nicht an der weltgrößten Smartphone-Messe teilnimmt – diese Binsenweisheit aus der Frühzeit des iPhones erlebt anno 2015 eine bemerkenswerte Renaissance. So bemerkenswert die Neuerungen der Konkurrenz von Samsung, HTC, Lenovo & Co sein mögen – sie werden es sehr schwer haben, die Kräfteverhältnisse in der Branche zu korrigieren.

Die haben sich nämlich auch in verkauften Einheiten im abgelaufenen Quartal fast erdrutschartig verschoben, wie Marktforscher Gartner nun noch mal auf die Nachkommastelle nachgerechnet hat. Ergebnis: Apple war im Weihnachtsquartal das Maß aller Dinge, so viel stand schon seit den furiosen Rekordzahlen Ende Januar fest – nun folgt die verspätete  Siegerehrung.

Gartner sieht Apple knapp zwei Millionen verkaufte Einheiten im Weihnachtsquartal vorne

Mit exakt 74,832 Millionen Einheiten geht der erste Platz im globalen Smartphone-Ranking erstmals seit Ende 2011 wieder an der Kultkonzern aus Cupertino, der damit einen beachtlichen Absatzsprung von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitrraum hinlegte, der den Marktanteil von 12,7 auf 20,4 Prozent nach oben katapultierte.

Auf der Kehrseite der Medaille befindet sich – wie bekannt – Samsung mit einem satten Einbruch der Marktanteile von 24,4 Prozent im vierten Quartal 2013 auf nunmehr 19,9 Prozent. Wie Gartner ermittelt, haben die Südkoreaner einen Absatzrückgang von 12 Prozent auf 73 Millionen verkaufte Einheiten hinnehmen müssen – und wurden damit doch deutlich von Apple distanziert.


Verfrühte Schätzungen der Marktforscher Strategy Analysis und Counterpoint Research hatten Samsung und Apple vor einem Monat noch gleichauf gesehen. (Dass Apple darüber hinaus am iPhone um den Faktor zehn besser verdient als Samsung mit seinen Smartphones und damit enorme 93 Prozent der Branchengewinne einfährt, ist noch eine ganz andere Geschichte.)

Die Marktforscher von Kantar haben in der Tiefe noch weiter nachgerechnet und heute herausgearbeitet, dass das iPhone 6 – das nach Schätzungen der Investmentbank UBS mit 35 Millionen Einheiten die Hälfte der verkauften Geräte ausmacht – per Ende Januar zum bestverkauften Smartphone u.a in Deutschland, Frankreich, Italien und Japan avancierte. Wichtiger noch für Apple: In China erreicht Apple einen noch nicht erlebten Boom und verzeichnet nach Kantar-Angaben den höchsten iOS-Marktanteil aller Zeiten.

Schon im laufenden Quartal dürfte Samsung nach Marktanteilen wieder an Apple vorbeiziehen

Keine Frage: Es sind nach jeder Lesart gute Nachrichten, die die Android-Konkurrenz, die in Barcelona nach Kräften bemüht ist, Aufbruchsstimmung zu verbreiten, alt aussehen lässt. Einziger Schönheitsfehler: Es sind Statistiken aus der Vergangenheit.

Obwohl Apple auch im laufenden Quartal mit dem Rückenwind des iPhone 6 und vor allem iPhone 6 Plus, das sich in China so stark verkauft, ein deutlich zweistelliges Absatzwachstum präsentieren dürfte, erscheint es als fast ausgemacht, dass sich im April schon wieder ein Führungswechsel auf dem Smartphone-Markt abzeichnet. 43,7 Millionen iPhones setzte Apple im März-Quartal des vergangenen Jahres ab und plant nach DigiTimes-Angaben nunmehr für den jüngsten Dreimonatszeitraum mit 50 Millionen Einheiten.

Selbst wenn Apple erneut die Analystenschätzungen deutlich überbieten könnte und sogar 55 Millionen Einheiten zwischen Januar und März absetzen sollte, dürfte es zum Spitzenplatz nicht reichen – Samsung verkaufte im Vorjahr noch enorme 85 Millionen Smartphones. Selbst einen weiteren Rückgang der zuletzt 73 Millionen Einheiten kurz vor dem wichtigen Galaxy S6-Launch unterstellt, dürfte Samsung im März-Quartal kaum unter die Marke von 60-65 Millionen abgesetzten Geräten zurückfallen. In anderen Worten:  Jede Statistik betrachtet den Status quo aus dem Rückspiegel.


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