Apple Watch und Co.: So mobil wird 2015

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Die Apple Watch wird eine große Rolle spielen in diesem Jahr
Die Apple Watch wird eine große Rolle spielen in diesem Jahr(© 2014 CURVED)

Die technische Revolution ist abgesagt! Die Hightech-Trends des kommenden Jahres zeigen ganz deutlich: 2015 ist das Jahr der mobilen Evolution. Und das ist gut so, denn es zeigt, dass wir endlich in der Zukunft angekommen sind!

Endlich, es ist das Jahr 2015. Wir sind in der Zukunft angekommen. Erinnern wir uns: Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, reist im zweiten Teil der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie ins Jahr 2015 – und trifft dort er nicht nur auf sein 30 Jahre älteres Ich. Er lernt auch kuriose Technik kennen. Doch trotz der Ankündigung von Nike, den Sportschuh aus dem Kultstreifen tatsächlich produzieren zu wollen und einem Video zum vermeintlich real existierenden Hoverboard sind wir noch immer nicht in dieser cineasitischen Gadget-Welt angekommen.

Was lernen wir daraus? Wir sollten nicht zu weit in die Zukunft schauen, wenn wir mobile Hightech-Trends prognostizieren – wahrscheinlich würden wir eh falsch liegen. Konzentrieren wir uns lieber auf die kommenden zwölf Monate. Bereits Anfang Januar dürfen wir auf der CES, immerhin eine der wichtigsten Elektronikmessen der Welt, spannende Gadgets anschauen, die gleichzeitig Auskunft über die Entwicklungen des Jahres geben werden. Wir werden natürlich ausführlich darüber berichten.

Schon jetzt ist klar, dass wir uns aber nicht der Illusion hingeben dürfen, dass es in Sachen Smartphones, Tablets und Computer ein revolutionäres Jahr wird. Bestehende Systeme werden sicher verbessert und wir werden natürlich optimierte Bildschirme und Prozessoren sehen. Aber sonst? Es scheint so, als ob sich die Industrie stillschweigend auf die Phablet-Größe verständigt hat, also auf Smartphones mit Displays zwischen fünf und sechs Zoll. Doch von flexiblen Displays wird auch 2015 kaum etwas zu sehen sein. Unternehmen wie Samsung werden zwar weiterhin Geräte wie das Note Edge präsentieren und damit zeigen, dass Displays flexibel eingesetzt werden können, zum Beispiel mit einer Ecke. Aber insgesamt scheint der Markt noch nicht reif für wirklich mutige Designs.

Die Smartphone-Revolution ist vorbei

Auch wird 2015 noch nicht das Jahr sein, in dem wir Smartphones mit ausdauernden Akkus erleben dürfen. Da Smartphones immer flacher werden, schrumpfen auch die Batterien – und das bei gleichzeitig höherer und damit stromhungrigerer Prozessorleistung.

Dennoch wird sich bei Smartphones einiges verändern – vieles davon ist dann allerdings nicht sichtbar. So wachsen Wearables mehr ins Zentrum unseres digitalen Nutzungsverhaltens – mit Smartphones als Steuereinheit, als Hirn oder Abspielgerät. Dank Android Wear oder des Zusammenwachsens der mobilen Betriebssysteme mit ihren Desktop-Pendants, spüren wir künftig keinen Unterschied mehr bei der Nutzung unserer Technik. Es ist egal, ob wir eine E-Mail auf dem Rechner beginnen und dann auf dem Smartphone oder Tablet beenden. Alles wird eins – wir werden noch mehr ein Teil der großen Cloud. Wir werden wirklich mobil.

Ab Frühjahr, was auch immer das im Sprachgebrauch von Apple bedeuten mag, wird schließlich die Apple Watch an vielen Handgelenken ihren Platz finden. Die erste Smartwatch vom iPhone-Hersteller soll eine Trendwende bei Wearables einläuten. Vom Nerd-Gadget zum Mainstreamprodukt. Die Möglichkeiten einer Smartwatch oder eines intelligenten Armbandes reichen jetzt schon weit über den sportlichen Einsatz hinaus: Sie dienen als digitales Tagebuch, überwachen die Gesundheit und informieren über Nachrichten und Anfrufe. Ja, sie können sogar teilweise schon Smartphones ersetzen. Wearables werden 2015 angekommen sein und so vom Nischenprodukt zum Hoffnungsträger für die Industrie – sofern sie mehr sind als eine reine Spielerei.

Technik am und im Körper

Technik erobert immer mehr den menschlichen Körper. Es ist noch nicht lange her, da saßen oder standen wir vor elektronischen Geräten, dann packten wir sie in unsere Taschen – jetzt tragen wir sie direkt am Körper: um den Arm gewickelt, ins Ohr gestecktoder auf die Nase gesetzt. Wir werden Brillen sehen, die uns virtuelle Welten vor die Augen zaubern. So realistisch, dass wir kaum noch den Unterschied zwischen digital und real erkennen können. Auch wenn Geräte wie Morpheus oder Oculus Rift zuerst nur eine Spielerei sind, lassen sich jetzt schon ernsthafte Anwendungsszenarien erkennen.

Noch ist die Bedienung teilweise zu kompliziert, aber bereits in den kommenden Monaten werden wir tragbare Technik erleben, die kaum mehr durch Berührung benutzt wird, sondern besser auf Bewegung und Sprache reagiert. Technik hört zu, permanent – und erfüllt so unsere Wünsche. Manchmal auch schon, bevor wir sie aussprechen. Denn Technik wird auch immer mehr aus unserem Verhalten lernen. Fahren wir zum Beispiel jeden Tag zur gleichen Zeit dieselbe Strecke, werden unsere Gadgets diese Infos speichern – und bei einem möglichen Stau schon warnen, bevor wir ins Auto steigen.

Tatsächlich wird auch das Autofahren an sich immer weiter automatisiert, erste Lösungen für solche Systeme haben Unternehmen wie Google ja bereits vorgestellt. Auch wenn vieles noch wie Science-Fiction wirkt, werden wir bei fast allen großen Automobil-Herstellern neue Modelle sehen, in denen digitale Steuersysteme eine große Rolle übernehmen.

2015 ist endlich auch das Jahr der smarten Haushaltstechnik. Damit ist nicht nur die individuelle Steuerung der Beleuchtung und Temperatur gemeint oder dass Waschmaschinen aus der Ferne gestartet werden können. Unternehmen, die sich auf die Vernetzung von Haustechnik spezialisiert haben, werden uns Lösungen präsentieren, die immer weniger Kosten verursachen und immer mehr Nutzen bringen. Und gesteuert werden alle neuen Dienste per Wearable, Smartphone oder Tablet – und das meistens sogar automatisiert.

Nur keine Angst

Beängstigend? Nicht unbedingt. Wir neigen häufig aus Bequemlichkeit dazu, uns auf bestimmte Abläufe und Technologien zu verlassen – und bekommen schon Stress, wenn sich die Bahn ein paar Minuten verspätet. Wir sollten also nicht denken, dass neue Technologien gleich reibungslos funktionieren. So ist es zwar zu früh, sich auf die neuen Möglichkeiten zu verlassen, aber dennoch sollten wir uns ruhig auf die künftigen Entwicklungen freuen. Wir leben technologisch in einer der interessantesten Zeiten, sind live bei einem Systemwechsel dabei.

Natürlich sollten wir aufmerksam bleiben und nicht jeden Trend unreflektiert mitmachen. Wir haben 2014 gesehen, wie schnell persönliche Daten aus der Wolke in falsche Hände geraten können. Wir müssen noch besser erkennen lernen, wo sich mögliche Gefahren verstecken könnten – damit wir uns noch mehr über die tollen Möglichkeiten freuen können. Schließlich können wir die Uhr nicht mehr zurückdrehen und müssen in dieser sich immer rasanter verändernden Zeit leben. Und 2015 ist dafür ein entscheidendes Jahr – und das eben ganz ohne große Revolution. Es ist der Stand einer allmählichen Veränderung, eben eine Evolution. 2015 ist tatsächlich endlich das Jahr, in dem wir in der Zukunft angekommen sind.


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